Krankenhaus Angermünde und Prenzlau
: Nächste Demo gegen GLG-Sparpläne angekündigt

Der Kampf um die Rettung der Krankenhäuser Angermünde und Prenzlau wird härter. Auch der Tarifstreit zwischen Verdi und GLG um mehr Geld für Pflegekräfte wird wieder aufgenommen. Wie ist der Stand? Was ist konkret geplant?
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Prostet-Demo in Angermünde gegen die geplante Schließung der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus der GLG. 1.200 Menschen gingen am 19. Dezember 2024 auf die Straße.

Prostet-Demo in Angermünde gegen die geplante Schließung der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus der GLG. 1.200 Menschen gingen am 19. Dezember 2024 auf die Straße.

Daniela Windolff
  • Am 19. Dezember 2024 protestierten 1.200 Menschen gegen die Schließung der Klinik für Innere Medizin in Angermünde.
  • Verhandlungen zwischen Verdi und GLG blieben ergebnislos; Pflegekräfte fordern faire Löhne.
  • GLG plant die Schließung stationärer Kliniken und Umwandlung in ambulante Zentren bis 2027.
  • Groß-Demo in Prenzlau am 13. Februar 2025 geplant.
  • Weitere Verhandlungen am 27. Februar 2025.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Weniger Lohn und eine unsichere Zukunft ihrer Arbeitsplätze und der Gesundheitsversorgung in der Region sorgen für immer größere Empörung und Verzweiflung bei den Mitarbeitern in den Krankenhäusern Angermünde und Prenzlau. Und es wird immer schlimmer: Der Krankenhausträger GLG hat erneut Verhandlungen mit Verdi um überfällige Lohnanpassungen für Pflegekräfte ausgeschlagen und beharrt stattdessen auf seine umstrittenen Sparpläne der Krankenhausstandorte.

Die sehen statt dringend geforderter Lohnerhöhung für nichtärztliche Mitarbeiter dagegen die Schließung der Kliniken für Innere Medizin in Angermünde und in Prenzlau vor. Und das trotz massiver Proteste auch in der Bevölkerung und der Kommunalpolitik und trotz verbesserter Finanzausstattungen der Krankenhäuser im ländlichen Raum durch das beschlossene Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz des Bundes.

GLG verstößt gegen Beschluss vom Kreistag Uckermark

Damit stößt die GLG-Geschäftsführung nicht nur die Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser in der Uckermark wiederholt vor den Kopf, sondern ignoriert auch einen Beschluss des Uckermark-Kreistages. Der hatte sich in einer Sondersitzung am 29. Januar 2025 einstimmig für den Erhalt der stationären Grundversorgung mit Notfallversorgung und Intensivstation der Krankenhäuser Angermünde und Prenzlau bekannt. Und nicht nur das. Er hat beschlossen, insgesamt 4 Millionen Euro zweckgebunden für die Sicherung des Medizinisch sozialen Zentrums MSZ, zu dem die beiden Krankenhäuser gehören, bereitzustellen.

Doch statt eines Zeichens des Entgegenkommens seitens der GLG enttäuscht die Geschäftsführung durch fehlende Verhandlungsbereitschaft mit der Tarifkommission. Die fordert schon seit Jahren vehement eine gerechte Lohnanpassung aller Mitarbeiter innerhalb des GLG-Verbundes.

Tarifstreit in Angermünde um gerechten Lohn

Denn während alle anderen Beschäftigten bereits kräftige Lohnerhöhungen plus Inflationsausgleich erhalten haben, zuletzt die Ärzte mit Steigerungen bis zu 10 Prozent, rückwirkend zum 1. Januar 2024, gingen die 450 nichtärztlichen Mitarbeiter in Angermünde und Prenzlau bisher leer aus. Das führt dazu, dass GLG-Beschäftigte in der Pflege, im Sozialdienst, sowie auch Therapeuten mit gleicher Ausbildung und für gleiche Arbeit in der Uckermark bis mehrere hundert Euro im Monat weniger verdienen, als ihre Kollegen in Eberswalde.

GLG ignoriert Forderungen der Gewerkschaft

Gegen diese Ungleichbehandlung zieht die Gewerkschaft schon seit Jahren zu Felde, doch bisher scheiterten alle Verhandlungen an dem Arbeitgeber GLG, der in der letzten Tarif-Runde im Dezember 2024 überraschend die Tarifkommission statt eines Lohnangebotes mit einem Sanierungskonzept mit geplanter Schließung stationärer Kliniken in Angermünde und Prenzlau überrumpelte.

Demnach sollen die Kliniken für Innere Medizin mit ITS an den GLG-Standorten in der Uckermark in ein ambulantes Versorgungszentrum MSZ umgewandelt werden, Prenzlau schon 2025, Angermünde ab 2027. Von Lohnerhöhungen für die Beschäftigten war keine Rede mehr. Die bangen stattdessen nun auch um ihre Arbeitsplätze. Viele haben bereits gekündigt.

Die Verunsicherung und der Missmut der Beschäftigten wächst von Tag zu Tag, bestätigen Betriebsräte und Gewerkschafter. „Wir wollen deshalb wieder deshalb die Tarifverhandlungen wieder aufnehmen“, kündigt Verdi-Gewerkschaftsführer Ivo Garbe an. Doch die erste Runde am 6. Februar 2025 verlief ergebnislos.

Zukunft der Krankenhaus-Standorte Angermünde und Prenzlau in Gefahr

„Es gibt kein Angebot vom Arbeitgeber für die dringend notwendigen Lohnsteigerungen für die Beschäftigten in Angermünde und Prenzlau. Die GLG-Geschäftsführung beabsichtigt, ihr Sanierungskonzept komplett ohne Lohnsteigerungen umzusetzen und war nicht bereit, inhaltlich in die Verhandlungen zur seit Jahren ausstehenden Entgeltordnung einzusteigen. Es geht um die Wertschätzung der insgesamt 450 nichtärztlichen Mitarbeiter und um die Zukunft der Standorte des MSZ“, erklärt Verhandlungsführer Ivo Garbe.

Verabredet worden sei, dass der Arbeitgeber überprüft, inwiefern finanzielle Mittel für Lohnsteigerungen aufgrund der verbesserten Rahmenbedingungen von der GLG abgerufen werden können. Das Ergebnis soll der Tarifkommission am 27. Februar 2025 vorgestellt werden.

Groß-Demo in Prenzlau geplant

Die Gewerkschaft fordert Gehaltssteigerungen entsprechend der Entgelttabelle des Gropius-Krankenhauses Eberswalde sowie eine Inflationsausgleichsprämie, wie sie alle anderen Mitarbeiter der GLG bereits erhalten haben: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Dazu ruft die Gewerkschaft erneut zu Protesten in Form einer „Aktiven Mittagspause vor den Krankenhäusern in Angermünde und Prenzlau am 18. Februar 2025 auf. Parallel dazu gehen die Protestaktionen zum Erhalt der stationären Krankenhausversorgung an beiden Standorten weiter.

Das sind die nächsten Schritte

Nach der überwältigenden Protest-Kundgebung in Angermünde am 19. Dezember 2024 findet nun auch eine Groß-Demo am 13. Februar 2025 in Prenzlau statt, zu der die Gewerkschaft Verdi, der DGB, der Marburger Bund und die Bürgermeister beider Städte, Ute Ehrhardt und Hendrik Sommer aufrufen. Um 18 Uhr startet die Demo auf dem Marktberg Prenzlau, zu der auch viele Teilnehmer aus Angermünde erwartet werden. Am 10. Februar traf sich in Angermünde erstmals eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung eines Runden Tisches. Am 17. Februar trifft sich die Tarifkommission mit der Uckermark-Landrätin Karina Dörk. Am 27. Februar ist ein neuer Verhandlungstermin mit der GLG-Geschäftsführung anberaumt.