Verkehr in Spandau: Tempo 30 auf der Heerstraße und Niederneuendorfer Allee

Verkehr in Spandau: 50 Straßenabschnitt sollen nachts ruhiger werden. Sie gehören zum Maßnahmenbündel des „T30-Konzept nachts“, das aus dem aktuellen „Lärmaktionsplan 2024 – 2029“ hervorgeht.
Frank Rumpenhorst/dpaHerzrasen, Konzentrationsstörungen und Schlaflosigkeit sind nur einige Beispiele dafür, wie Lärm krank machen kann. Besonders schwere Auswirkungen kann Lärm auf die Gesundheit haben, wenn der Nachtschlaf gestört ist. In Spandau sollen zukünftig mehrere Straßen nachts zur Tempo-30-Strecke werden. Abschnitte der Heerstraße sowie der Niederneuendorfer Allee gehört zu den neu geplanten ruhigen Zonen.
Seit 2008 wird im Abstand von meist fünf Jahren der Lärmaktionsplan veröffentlicht. In diesem werden Maßnahmen zur Lärmminderung, bewährte Strategien gegen Lärm als auch Ergebnisse schon vorgenommener Maßnahmen berücksichtigt. Im aktuellen Plan werden für Spandau 50 Straßenabschnitte genannt, auf denen es zukünftig – zumindest nachts – weniger laut sein soll.
Verkehr in Spandau – Maßnahmen gegen Lärm
Als Schwellenwert der Untersuchung werden 55 Dezibel – offizielle Bezeichnung des Geräuschpegels: dB(A) – gesetzt. Begründet wird das damit, dass schon eine dauerhafte nächtliche Belastung in dieser Lautstärke „unter anderem zu signifikanten Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen“ kann.

Die Heerstraße in Berlin-Spandau ist eine Hauptverkehrsstraße, die täglich von PKW, Bussen und LKW befahren wird. Auch nachts ist die Bundesstraße hochfrequentiert. Anwohner sollen nun nachts auf einem Streckenabschnitt der Straße vor dem Lärm geschützt werden.
Jessica NeumayerSollte die Schwelle von 60 dB(A) überschritten werden, kann das Einschreiten der Straßenverkehrsbehörde sogar zur Pflicht werden. Ansonsten könnten nach den Lärmschutz-Richtlinien auch Grundrechte verletzt werden, heißt es im „Lärmaktionsplan 2024 bis 2029“.
Maßnahmen auf der Heerstraße durch das „T30-Konzept nachts“
Messungen auf einem Streckenabschnitt der Heerstraße ergaben einen Wert von 66 dB(A). Das bedeutet, die Heerstraße wird ab der Gabelung zum Nennhauser Damm bis zirka 200 Meter weiter stadtauswärts Teil des ersten Maßnahmenbündels des „T30-Konzept nachts“ der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
Eine weitere Strecke der Heerstraße von der Gabelung zum Nennhauser Damm stadteinwärts bis kurz vor den Weidenweg, ist zudem Gegenstand zukünftiger Untersuchungen. Auch hier erreichen die Messwerte über 60 dB(A).
Dieser Abschnitt muss derzeit jedoch noch geprüft werden, da er ebenfalls stark vom öffentlichen Nahverkehrs genutzt wird. Aus einer Reduzierung der maximal erlaubten Geschwindigkeit dürften keine Nachteile für Fahrgäste entstehen. Anschlussverbindungen müssen weiterhin erreichbar sein und die Fahrzeit sich nur um wenige Minuten verlängern, heißt es im Lärmaktionsplan.
„Das individuelle Verhalten im Kfz-Verkehr hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Lärmbelastung“, lautete eine Erkenntnis aus der Öffentlichkeitsbefragung vergangener Lärmaktionspläne. Unnötiger Lärm entstehe beispielsweise durch das Fahren mit hoher Drehzahl. Zumindest in den Stunden zwischen 22 und 6 Uhr soll die Einführung von Tempo 30 dagegen Abhilfe schaffen.
Weitere Maßnahmen wie lärmarmer Asphalt oder Nachtabschaltung der Ampeln wurden ebenfalls untersucht, jedoch für den Abschnitt der Herrstraße als nicht zielführend befunden. „Auch verkehrslenkende Maßnahmen sind in dem dichten großstädtischen Berliner Hauptverkehrsstraßen-Netz keine Alternative zu Tempo 30“, heißt es im Plan.
Niederneuendorfer Allee und weitere laute Straßen in Spandau
Drei Abschnitte der Niederneuendorfer Allee, auf der Höhe des Aalemannufers, des Bernkastler Wegs und der Werderstraße sind mit Messungen von 56 bis 63 dB(A) ebenfalls lärmbelastet und soll zukünftig nachts eine Temporeduzierung erhalten.
Auch ein Abschnitt des Nennhauser Damms sowie eine Erweiterung der schon vorhandenen Tempo-30-Strecke auf dem Brunsbütteler Damm zwischen Nennhauser Damm und Magistratsweg sind im Maßnahmenbündel enthalten.
Weitere Straßen, auf denen es durch eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde ruhiger werden soll, sind der Siemensdamm zwischen U-Bahnhof Siemensdamm und Lettehausweg, ein Teil der Wilhelmstraße, des Seegefelder Wegs sowie des Ritterfelddamms.
Bis zum 25. Oktober 2024 ist der aktuelle Entwurf des „Lärmaktionsplans 2024–2029“ einsehbar. Hinweise oder Anpassungswünsche können sowohl online auf mein.berlin.de abgegeben werden, als auch in den Räumen der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in der Brückenstraße 6 (Raum R2/166) – jeweils montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr.
Straßen in Spandau mit Abschnitten auf den zukünftig nachts Tempo 30 gilt
● Aalemannufer
● Adamstraße
● Askanierring
● Brunsbütteler Damm (Drei Abschnitte)
● Charlottenburger Chaussee
● Cosmarweg
● Daumstraße
● Falkenseer Chaussee
● Flankenschanze
● Galenstraße
● Götelstraße
● Haselhorster Damm
● Heerstraße
● Hohenzollernring (Drei Abschnitte)
● Klosterbuschweg
● Lutoner Straße
● Magistratsweg
● Nauener Straße (Drei Abschnitte)
● Nennhauser Damm
● Neuendorfer Straße
● Niederneuendorfer Allee
● Paulsternstraße
● Päwesiner Weg
● Rauchstraße
● Rhenaniastraße
● Ritterfelddamm
● Rohrdamm
● Ruhlebener Straße
● Saatwinkler Damm
● Sandstraße
● Schmidt-Knobelsdorf-Straße
● Schulenburgstraße
● Seeburger Weg
● Seegefelder Straße
● Seegefelder Weg (Vier Abschnitte)
● Siemensdamm
● Streitstraße
●Teltower Straße
● Wilhelmstraße
● Zeppelinstraße


