A100 in Berlin
: Wissell-Brücke auf Autobahn wird komplett neu gebaut

Auf der A100 in Berlin-Charlottenburg bröckelt nun die Rudolf-Wissell-Brücke. Ihr Neubau wird schon seit 2017 geplant und soll unter laufendem Verkehr stattfinden. Das sind die Folgen.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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.Der Siegerentwurf sieht einen zweiteiligen Ersatzneubau für die Rudolf-Wissell-Brücke in Berlin-Charottenburg an der A100 vor.

Autobahn-Brücke der Zukunft in Berlin: Der Siegerentwurf sieht einen zweiteiligen Ersatzneubau für die Rudolf-Wissell-Brücke in Berlin-Charlottenburg an der A100 vor.

DEGES
  • A100 in Berlin: Die Rudolf-Wissell-Brücke ist marode und wird komplett neu gebaut.
  • Aktuell sind zwei äußere Spuren gesperrt, ein Spannglied ist stark beschädigt.
  • DEGES plant Ersatz mit zwei getrennten Brücken, je Richtung drei Spuren während Bau.
  • Baustart-Termin fehlt, Bauzeit rund sechs Jahre – Verkehr bleibt eingeschränkt.
  • Umleitungen empfohlen, vor allem für Lkw; aktuell 10 bis 15 Minuten Verzögerung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Brücken-Probleme auf der Autobahn A100 in Berlin reißen nicht ab. Seit ein paar Tagen sind nun die äußeren zwei Fahrstreifen der Rudolf-Wissell-Brücke zwischen dem Dreieck Charlottenburg und dem Spandauer Damm gesperrt.

Die mit rund 930 Metern längste Brücke Berlins muss sowieso neu gebaut werden. Als sie Anfang der 1960er Jahre für den Verkehr freigegeben wurde, rechnete man noch nicht damit, dass mal täglich rund 180.000 Fahrzeuge die Spree-Überführung passieren würden.

„Das Spannbeton-Bauwerk mit insgesamt sechs Fahrstreifen hat einen kritischen Zustand erreicht und muss zeitnah ersetzt werden“, heißt es von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), die für den Neubau verantwortlich ist. Einen konkreten Baustart-Termin könne man aber noch nicht sagen. „Wir befinden uns gerade im Planfeststellungsverfahren“, erklärt DEGES-Sprecher Lutz Günther.

Das kann sich eine Weile hinziehen. Bei der Bauzeit selbst gehen die Planer von rund sechs Jahren aus. „Bis dahin versuchen wir, den Verkehr auf der Rudolf-Wissell-Brücke so gut es geht aufrecht zu erhalten“, sagt Ralph Brodel, Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordost, die wiederum für den Betrieb auf den A100-Brücken zuständig ist.

Pendeln

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Einzelanfertigung für Wissell-Brücke

Der Betrieb ist nun seit dem 7. Oktober im Nordwesten der Stadt eingeschränkt. Denn bei Untersuchungen an der Rudolf-Wissell-Brücke wurde festgestellt, dass eines der 22 Spannglieder der Brücke besonders marode ist. „Es ist eine Einzelanfertigung nötig. Wir hoffen, dass das neue Teil in der kommenden Woche geliefert wird und dann ausgetauscht werden kann“, berichtet Brodel.

Doch ob danach der Verkehr wirklich wieder dreispurig in jede Richtung fließen kann, ist nicht sicher. Denn die Ingenieure prüfen noch weiter die Statik der Brücke. „Wir haben da mit Glasfaser und Videokamera reingeschaut. Die Gutachten werden gerade ausgewertet“, sagt Brodel.

Derzeit empfiehlt die Autobahn GmbH besonders Lkw-Fahrern dringend, die Rudolf-Wissell-Brücke weiträumig über den Berliner Ring zu umfahren. Auch viele Autofahrer weichen inzwischen auf Stadtstraßen aus. „Das pendelt sich meistens nach ein paar Tagen ein“, sagt Brodel. Diese Beobachtungen hat man auch an der Ringbahnbrücke sowie an der Westendbrücke weiter südlich auf der A100 gemacht.

Im März 2025 wurden an diesen Brücken schwere Schäden festgestellt. Sperrungen, Abriss und Neubau sorgten für ein Verkehrschaos. Momentan könne man beide Brücken in beide Richtungen einspurig befahren, erklärt Brodel.

„Auch während der Bauarbeiten bleiben sechs Fahrstreifen erhalten.“
Lutz Günther
Sprecher der DEGES

Mit dem neuen Nadelöhr Rudolf-Wissell-Brücke komme es derzeit auf Deutschlands am drittmeisten befahrenem Autobahnabschnitt durchschnittlich zu 10 bis 15 Minuten Verzögerungen. „Aber die haben wir dort eigentlich fast immer“, so Brodel.

Die neue Rudolf-Wissell-Brücke wird wieder sechsspurig werden. Geplant sind zwei nebeneinander verlaufende Brücken, eine für jede Fahrtrichtung. Abriss und Neubau sind besonders schwierig, da sich in unmittelbarer Nähe die Schleuse Charlottenburg, eine Hochspannungsleitung, Gleise der Deutschen Bahn befinden. Auch Kleingärten und Uferwege sorgten dafür, dass für die Planung und den Bau nur geringe Ausweichflächen zur Verfügung stehen, heißt es von den Autobahn-Bauern.

Schon im April 2017 startete die DEGES einen einmaligen und für Straßenverkehrsprojekte unüblichen europaweiten Wettbewerb, um die beste Lösung für den Verkehrsknotenpunkt zu finden.

Der Siegerentwurf des Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) sieht vor, dass über die gesamte Bauzeit hinweg bis auf wenige Ausnahmen drei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen, um den für Berlin wichtigen Wirtschaftsverkehr zu sichern und die Region vor dem Dauerstau zu bewahren.

A100: Zuerst wird die Fahrbahn Richtung Norden gebaut

„Zuerst wird die Fahrbahn Richtung Norden separat neu gebaut und an das Autobahndreieck Charlottenburg herangeführt“, erklärt DEGES-Sprecher Günther. Nach Fertigstellung der Fahrbahn Richtung Norden werde der Verkehr dann auf das neue Bauwerk umgelegt und die Bestandsbrücke abgerissen.

Anschließend wird die neue Fahrbahn in Richtung Süden in Lage der alten Brücke errichtet. „So werden für den Verkehr auch während der Bauarbeiten drei Fahrspuren pro Richtung erhalten bleiben, nur dass sie dann in dieser Zeit als Baustellen-Fahrstreifen eine geringere Breite haben.“