Baden in Berlin
: Schwimmbad in Marzahn-Hellersdorf - das ist der neue Stand

Der Senat in Berlin hält an den Plänen für ein neues Schwimmbad mit Außenbecken in Marzahn-Hellersdorf fest – allerdings in abgespeckter Variante.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Berliner Bäder-Betriebe vor dem Start der Freibadsaison: 25.04.2025, Berlin: Das Becken im Außenbereich des Kombibad Gropiusstadt ist abgedeckt. Wie der Sommerbetrieb abläuft, welche Regeln diesen Sommer gelten und wie es um die Bauvorhaben des landeseigenen Unternehmens bestellt ist, erläutern die Berliner Bäder-Betriebe auf einem Pressetremin am Freitag. Foto: Fabian Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Marzahn-Hellersdorf wird ein neues Schwimmbad mit Außenbereich gebaut – ähnlich wie hier im Kombibad Berlin-Gropiusstadt. Allerdings wurden die Pläne inzwischen aus Kostengründen geändert.

Fabian Sommer/dpa
  • Berlin plant ein neues Schwimmbad in Marzahn-Hellersdorf, jedoch in abgespeckter Variante.
  • Geplantes „Funktionsbad“ bietet ein 25-Meter-Becken, Lehrschwimmbecken und später ein Außenbecken.
  • Bau beginnt 2027, Eröffnung 2028, Finanzierung über SIWA gesichert.
  • Marzahn-Hellersdorf bleibt bis dahin der einzige Bezirk ohne eigenes Freibad.
  • 68 Mio. Euro für drei Bäder in Berlin – neben Marzahn auch Projekte in Pankow und Spandau.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An heißen Tagen schnell ins Freibad: im Nordosten Berlins ist das seit über 20 Jahren nicht mehr möglich. Schon lange planen deshalb der Bezirk Marzahn-Hellersdorf sowie die Berliner Bäderbetriebe ein Kombibad mit Halle und Außenbereich am Kienberg, nahe den Gärten der Welt.

In den vergangenen Wochen kursierten dazu widersprüchliche und laut Bezirk auch falsche Informationen. So wurde unter anderem vom Aus der Freizeit- und Sportbadpläne berichtet.

Schwimmen in Berlin – aus Freizeitbad wird Funktionsbad

„Das Bad ist finanziert, der Standort steht fest und die Planung läuft“, heißt es nun am Montag (15. 9.) in einer Klarstellung, mit der Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) sowie Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand informierten.

Die Pläne wurden allerdings deutlich abgespeckt. 2023 war noch von einem möglichen Freizeitbad mit angeschlossener Saunalandschaft, später von einem Kombibad die Rede - also einer Schwimmhalle, kombiniert mit einem Freibad für die Sommertage. Inzwischen lautet der Arbeitstitel: „Funktionsbad.“

„Ein Funktionsbad ist ein modernes Schwimmbad, das gleichermaßen für Familien, Schulen und Vereine nutzbar ist“, heißt es nun aus dem Bezirksamt. Es biete optimale Bedingungen für Freizeit, Unterricht und Training.

Im ersten Bauabschnitt werde eine Schwimmhalle mit einem 25-Meter-Becken und fünf Bahnen sowie einem Lehrschwimmbecken errichtet. In einem zweiten Schritt sei ein Außenbecken vorgesehen, das für sommerlichen Badespaß im Herzen des Bezirks sorgen wird.

„Mit diesem Projekt sichern wir nicht nur den Schulsport und das Vereinstraining, sondern schaffen zugleich neue Freizeitmöglichkeiten direkt vor Ort“, erklärt Senatorin Iris Spranger. Der Park wurde angelegt, um die Versiegelung von Kleingewässern für den Bau des Hellersdorfer Ortsteilzentrums „Helle Mitte“ und die anlässlich der Internationalen Gartenausstellung 2017 errichtete Seilbahn auszugleichen.

Die Umweltschützer schlugen stattdessen vor, das neue Bad beispielsweise am Standort des 2002 geschlossenen Werner-Bades in Kaulsdorf oder in Gewerbeparks wie dem Cleantech-Business-Park oder dem Georg-Knorr-Park zu errichten.

Die Finanzierung des neuen Schwimmbades erfolgt über das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) und sei laut Sportverwaltung damit auf sichere Füße gestellt. Der Zeitplan sieht die Ausschreibung der Bauleistungen im Jahr 2026 vor. Der Baubeginn ist für 2027 angesetzt, die Eröffnung soll 2028 erfolgen.

„Damit wird endlich umgesetzt, was sich viele Bürgerinnen und Bürger seit Jahren wünschen: Ein modernes Bad für unseren Bezirk“, betonte Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic.

Baden in Berlin – Marzahn-Hellersdorf einziger Bezirk ohne Freibad

Marzahn-Hellersdorf ist der einzige Bezirk in Berlin, der kein eigenes Freibad hat. Seit der Schließung des Werner-Bades müssen die aktuell rund 294.000 Einwohner sowie die Bewohner aus dem östlichen Berliner Umland teilweise weite Wege in Kauf nehmen, um sich im Sommer abzukühlen.

Das Baden im Kaulsdorfer See und im Biesdorfer Baggersee ist offiziell aus Naturschutzgründen, aber auch aufgrund der schwankenden Wasserqualität verboten. Viele Bade-Freunde halten sich jedoch nicht daran.

Mit dem U-Bahnhof Kienberg wird das neue Schwimmbad gut an die U-Bahn-Linie 5 (Hönow-Hauptbahnhof) angebunden sein. Kristian Ronneburg von den Berliner Linken, der als Abgeordneten-Sprecher regelmäßig den entsprechenden Ausschüssen beiwohnt, bezeichnet den nun vorgelegten Zeitplan allerdings als „spannend“. „Es steht ja noch nicht einmal der Bebauungsplan“, erklärt der Politiker.

Baden in Berlin – 68 Millionen Euro für drei neue Bäder

Auch die Finanzierung für das „Kombibad light“, wie es der Politiker nennt, sei „ambitioniert.“ „Denn bisher liegen keinerlei aktuelle Kostenschätzungen vor“. Sicher sei nur: In Berlin stehen insgesamt 68 Millionen Euro für drei neue Bäder-Projekte bereit. „Dazu gehören neben dem Bad in Marzahn-Hellersdorf aber noch eine Schwimmhalle in Pankow und eine Wasserballarena in Spandau“, erklärt Ronneburg, der in Marzahn aufgewachsen ist und seinen Wahlkreis in Hellersdorf hat.

Das ursprünglich geplante Kombibad Kienberg sei damit vom Senat definitiv vom Investitionsplan gestrichen worden. „Nun soll eine einfache Typenschwimmhalle gebaut werden, die wahrscheinlich nur noch die Mindeststandards erfüllt.“

Wie groß dabei der Außenbeckenbereich überhaupt werden wird, ist auch nicht klar. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegt die detaillierte Planung für das Außenbecken noch nicht vor“, sagte eine Sprecherin des Bezirksamtes Montag dazu auf Nachfrage.