BVG in Berlin: Start geplatzt, warum darf XXL-Tram nicht auf die Schiene?

Die Premierenfahrt der neuen Straßenbahn-Generation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist ausgefallen. Der „Urbanliner“ vom Hersteller Alstom, 50 Meter lang und 2,40 Meter breit, darf nicht in Betrieb gehen.
Bernd von Jutrczenka/dpa- Premierenfahrt der 50 m langen BVG-Tram „Urbanliner“ kurzfristig abgesagt.
- Finale Zulassung fehlt; weitere Prüfungen und Nachberechnungen nötig.
- Gründe unklar; BVG und Verkehrsverwaltung nennen keine Details.
- Brücken gelten laut Fachkreisen nicht mehr als Problem.
- Start mehrfach verschoben; Fokus liegt auf zügiger Klärung offener Punkte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Premierenfahrt der neuen XXL-Straßenbahn namens Urbanliner sollte am Montagnachmittag (16.2.) in Berlin mit großem Brimborium vonstattengehen.
Die erste Tour im Beisein des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner (CDU), vom Betriebsbahnhof Weißensee aus war mit Medienvertretern und geladenen Gäste geplant.
Danach hätten auch alle anderen Fahrgäste die Super-Tram besteigen dürfen, die auf der stark frequentierten Linie M4 zwischen Hohenschönhausen und Hackeschem Markt für Entlastung sorgen sollte.
Straßenbahn in Berlin – Tram wurde noch nicht genehmigt
Umso überraschender kam die kurzfristige Absage. „Auf der Zielgeraden des Genehmigungsprozesses hat sich gezeigt, dass für die abschließende finale Zulassung noch weitere Punkte gemeinsam mit der Aufsichtsbehörde zu überprüfen und Nachberechnungen durchzuführen sind“, heißt es etwas sperrig in einer Mitteilung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Zu den genaueren Gründen will sich die BVG aber auch auf Nachfrage nicht äußern. Und in der Berliner Verkehrsverwaltung wisse man derzeit keine Details. „Die Prüfbehörde ist ein unabhängiges Organ. Wir können keine öffentliche Stellungnahme anordnen“, bat eine Sprecherin um Verständnis.
Die Berliner Zeitung spekulierte, dass die Mega-Bahnen, wenn sie voll besetzt sind, mit ihren 100 Tonnen vielleicht zu schwer für einige Brücken entlang der Strecke sein könnten. Die Urbanliner, die vom französischen Unternehmen Alstom in Sachsen hergestellt werden, sind mit 50,89 Metern Länge etwa zehn Meter länger als bisherige Modelle und bieten Platz für bis zu 312 Fahrgäste.
Die Brücken seien jedoch nicht das Problem, hieß es dazu am Montag (16.2.) auf Nachfrage aus Fachkreisen. Dieser durchaus kritische Punkt sei inzwischen ausgeräumt worden.
Start der XXL-Tram schon mehrfach verschoben
Bevor eine neue Tram mit Fahrgästen auf die Schiene gelassen wird, werden neben Statik-Parametern unter anderem auch Lärmemissionen, Bremsvermögen und Energieverbrauch gecheckt.
„Der Prüfungs- und Abnahmeprozess eines neuen Fahrzeugs für den Berliner ÖPNV ist besonders anspruchsvoll und wird mit größter Sorgfalt durchgeführt - im Sinne eines zuverlässigen und stabilen Betriebs für unsere Fahrgäste“, heißt es dazu von der BVG.

Die neuen „Urbanliner“-Trams der BVG bieten Platz für 312 Passagiere.
picture alliance/Bernd von JutrczenkaWelche Probleme an Berliner Trams und Leitungen allein schon bei Extrem-Wetterlagen auftreten können, hatte die Stadt gerade erst erlebt, als Ende Januar Eisregen den Straßenbahn-Betrieb in Berlin lahmlegte, weil Oberleitungen eingefroren waren.
Der Start des Urbanliners wurde mehrfach verschoben. Die erste Präsentation der Rekordbahn fand schon im Sommer 2024 auf dem Betriebshof Lichtenberg statt. Ab Frühling 2025 sollte sie durch Berlin rollen. Die Einweihung wurde dann auf den Sommer 2025 und später auf den Februar 2026 verschoben.
„In den vergangenen Monaten wurde mit großem Einsatz daran gearbeitet, alle Voraussetzungen für den Starttermin zu schaffen“, heißt es von der BVG. „Der volle gemeinsame Fokus richtet sich nun darauf, die noch offenen Punkte zügig und abschließend zu klären.“


