U-Bahn in Berlin: Warum die neuen Wagen DDR-Erinnerungen wecken

Beim Start der neuen U-Bahngeneration der Berliner Verkehrsbetriebe aus der Baureihe JK ist der Andrang groß. Mittlerweile rollen die Züge auf der Linie 2 durch Berlin. Wie fährt es sich?
Bernd von Jutrczenka/dpa- Berlins neue U-Bahn-Generation JK bietet mehr Komfort, Platz und verbesserte Zuverlässigkeit.
- Design erinnert an DDR-Baureihe G, fährt jedoch leise und mit moderner Ausstattung.
- Bis Jahresende sollen 140 neue Wagen auf der Linie U2 im Einsatz sein.
- Längere Züge und kürzere Taktzeiten ab Oktober verbessern Linien U3 und U4.
- Größte Fahrzeugbeschaffung der BVG-Geschichte: Bis 2035 bis zu 1.500 neue Wagen geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Man merkt sofort nach dem Einsteigen in die U-Bahn, dass etwas anders ist: Die Abteile der neuen Züge auf der Linie 2 in Berlin sind heller und geräumiger. Vor allem die geschickt in die Sitzreihen integrierten Haltestangen sorgen für mehr Platz in den Durchgängen, was besonders auch Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Rad das Manövrieren erleichtert.
Die Abteile mit den Klappsitzen, die speziell für diese reserviert sind, sind an den Scheiben und auf dem Boden nun auch mit den entsprechenden Symbolen gekennzeichnet und wirken in ihrer neuen Inneneinrichtung ein bisschen wie die neuesten S-Bahn-Modelle.
Mehr Stabilität auf den Berliner U-Bahn-Linien 1 bis 4
Äußerlich erinnert das Design dagegen eher an die Baureihe G, der einzigen in der DDR konstruierten Fahrzeugserie für das Kleinprofilnetz. Doch im Gegensatz zu den dröhnenden bis kreischenden Urgesteinen aus den 1980er Jahren, gleitet die neue U-Bahngeneration schon fast lautlos dahin.
Seit mehr als zwei Wochen rollen die Züge der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf der U2 zwischen Pankow und Ruhleben. „Jeder neue Zug bringt mehr Stabilität in den U-Bahnbetrieb der Linien U1 bis U4“, heißt es in einer Mitteilung des Verkehrsunternehmens. Seitdem sei die Zuverlässigkeit auf diesen Linien im Kleinprofilnetz bereits um rund sechs Punkte auf 94 Prozent gestiegen.
„Es tut sich was“, sagt BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk. „Auf der U2 startet die Stabilisierung der U-Bahn. Wir werden Schritt für Schritt besser.“
Pro Woche werden acht Wagen an die BVG geliefert und in die Flotte integriert. Bis zum Jahresende sollen so bis zu 140 Neuwagen auf der U2 fahren. Das Mehr an Zügen wirkt sich auf anderen Linien aus.
Längere U-Bahnen auf Ost-West-Verbindungen in Berlin
Die U4, die monatelang nur im 20-Minuten-Takt zwischen Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz fuhr oder sogar gänzlich ausfiel, ist seit Ferienende wieder in ihrem gewohnten Takt, alle sechs bis sieben Minuten, unterwegs. „Auch auf der U3 wird es in Kürze besser werden und mehr Platz geben“, kündigt die BVG an.

Die neue U-Bahn-Generation der Baureihe JK in Berlin ist geräumiger als ihre Vorgänger.
Bernd von Jutrczenka/dpaDenn die Wagen der älteren Baureihen würden nach und nach auf der U2 abgelöst und dann ab Oktober auf der U3 eingesetzt. „So werden wieder deutlich längere Züge zwischen Warschauer Straße und Krumme Lanke unterwegs sein“, erklärt die BVG. Zum Fahrplanwechsel im Dezember rollen dann alle U3-Züge wieder mit maximaler Länge von acht Wagen, heißt es.
Die Fahrzeugbeschaffung ist die größte in der Geschichte der BVG. Wenn es nicht wie in der Vergangenheit zu Lieferschwierigkeiten kommt, könnte die U-Bahn-Flotte bis 2035 um rund ein Drittel wachsen.
Laut Rahmenvertrag mit dem Hersteller Stadler können bis 2035 bis zu 1.500 Wagen geliefert werden. In der neuen U-Bahn-Generation JK fallen auch sofort die neuen Netzpläne ins Auge, die nun nicht nur an den Decken über den Eingängen, sondern auch auf Tablets zu sehen sind.
Die modernen Fahrgast-Anzeigen, die in den Abteilen quer unter den Waggon-Decken hängen und auf denen man sehen kann, welche Stationen vor einem liegen, blieben bei der vormittäglichen Testfahrt am Mittwoch (24. 9.) allerdings dunkel.
Auch die akustische Ansage, die für die neuen Züge bilingual mit zwei Stimmen eingespielt werden soll, war zumindest zwischen den Stationen Nollendorfplatz und Stadtmitte scheinbar ausgefallen.


