Demo in Neuruppin: Bürger gegen Rechtsextremismus

Aktivist Martin Osinski ruft in Neuruppin zum Protest gegen die AfD auf: Engagement gegen Rechtsextremismus braucht einen langen Atem und Solidarität, so Osinski.
Andreas Arnold/dpaNeuruppin will innerhalb weniger Tage erneut klare Kante gegen den Rechtsextremismus zeigen. Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ ruft am Sonntag, 4. Februar, zu einer Demonstration auf, das teilt der Sprecher des Aktionsbündnisses Martin Osinsiki am Freitag mit. Bereits eine Woche zuvor waren in Neuruppin mehr als tausend Menschen auf dem Schulplatz zusammengekommen.
In ganz Brandenburg sind für das Wochenende wieder zahlreiche Veranstaltungen für die Demokratie angemeldet worden. In Neuruppin lautet das Motto am Sonntag: „Nie wieder heißt nie wieder!“. Das Motto ist eine Anspielung auf das vielfach zitierte „Nie wieder ist jetzt“. Ab 15 Uhr soll sich der Demonstrationszug vom Fontane-Denkmal am Fontaneplatz zur Klosterkirche bewegen.

Martin Osinski ist Sprecher des Bündnisses „Neuruppin bleibt bunt“. Er ruft zur Demo am 4. Februar, in Neuruppin auf. Nicht zum ersten Mal zeigt der Aktivist Gesicht. Hier eine Aufnahme von Februar 2022. Da ging es um den Angriff Russlands auf die Ukraine. Osinski ruft zum Ostermarsch auf.
Holger RudolphLangfristiger Kampf gegen Rechtsextremismus
Warum eine zweite Demonstration in so kurzer Zeit? „Wir wollen öffentlich zeigen, dass wir für die Grundwerte unserer Verfassung einstehen“, erläutert Martin Osinski vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“. Demonstrationen seien zudem Gelegenheiten, Meinungen zu äußern und einander zuzuhören. „Die wehrhafte Demokratie, das sind die Menschen hier, denen Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit viel bedeuten.“
Osinski, der dem Bündnis seit 16 Jahren angehört, geht davon aus, dass die „Bürgerinnen und Bürger einen langen Atem brauchen“, um dem Rechtsextremismus erfolgreich die Stirn zu bieten. Als erfolgreiches Beispiel nennt er die Bürgerinitiative „Freie Heide“, die in 17 Jahren weit über hundert Protestwanderungen organisiert hat und das letztlich das „Bombodrom“ in der Kyritz-Ruppiner Heide verhinderte. Heute ist dort eine der größten zusammenhängenden Heideflächen Europas, die zum Wandern und Erholen einlädt.
Wahljahr 2024: Bürgerverantwortung und AfD-Kritik
Der 64-jährige Martin Osinski ist ehrenamtlicher Integrationsbeauftragte der Fontanestadt und parteilos. Mit dem Aufruf zur Demonstration will er auch auf die anstehenden Wahlen auf kommunaler, landes- und europaweiten Ebene aufmerksam machen. Er warnt vor der AfD. „Vor dem Gang an die Wahlurne müssen sich viele Menschen darüber klarwerden, welche Verantwortung für das Zusammenleben in diesem Staat jeder von uns hat. Nach den Umfragen will ein Viertel der Wählenden die AfD wählen.“ Das sei ein Spiel mit dem Feuer, „macht doch die AfD gerade jene Demokratie verächtlich, für die sich die Ostdeutschen 1989 entschieden haben“, so Osinski. Aktuell lehnt der Bündnis-Sprecher ein Parteienverbot für die AfD ab, „so lange es nicht eindeutig erfolgreich zu werden scheint“.
Die Diskussion über ein Verbot der AfD müsse jedoch geführt werden. „Da muss sich die Politik noch mehr Mühe geben“, so Osinski.
Mühe macht sich auch das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“. Sie wollen bei Anklang in der Bevölkerung künftig jeden ersten Sonntag im Monat zu Demonstrationen für die Demokratie aufrufen.

