E-Scooter in Berlin: Schluss mit wildem Parken, aber Kritik an virtuellen Stationen

Einige E-Roller stehen in einer Reihe auf einem Stellplatz in Berlin. Ab 2027 ist das Parken nur noch an festgelegten Punkten erlaubt.
Britta Pedersen/dpa- Berlin beendet freies Abstellen von E-Scootern: Ab 1. April 2027 nur noch an Stationen.
- Geplant sind rund 3000 feste Stationen, derzeit existieren etwa 500 Standorte.
- Virtuelle Stationen per App kommen hinzu – erste gibt es in Frohnau und Hermsdorf.
- FUSS e.V. kritisiert Zonen auf schmalen Gehwegen und verweist auf Regelverstöße.
- Anbieter bevorzugen physische Stationen, fordern dichte Netze und klare Markierungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Pendler nutzen sie in Berlin gerne für die letzte Meile, Touristen zum Sightseeing, und beim BVG-Streik sind sie letzte Rettung: E-Scooter. Doch 2027 laufen Sondernutzungs-Erlaubnisse für E-Roller in Berlin aus.
Ab 1. April 2027 dürfen die bis zu 20 Km/h schnellen Zweiräder nur noch in klar markierten Stationen stehen. Damit dann nicht nur ein Bruchteil der heute mehr als .40.000 zugelassenen Leih-Roller Platz findet, sollen die festen Abstellflächen von derzeit 500 auf rund 3000 ausgebaut werden.
Die ersten festen Stationen wurden schon in Mitte, Charlottenburg, Schöneberg, Kreuzberg und Friedrichshain eingerichtet, heißt es von der Senatsverwaltung für Mobilität. Hinzukommen sollen virtuelle Stationen. „Überall dort, wo es sinnvoll und geboten ist“, sagt Pressereferent Frank Preiss.
Erste virtuelle Stationen für E-Scooter in Berlin eingerichtet
Diese erhalten keine Markierung und keine Schilder, sondern sind ausschließlich mithilfe einer Handy-App zu finden. Per GPS wird geregelt, dass die Leihfahrten mit E-Scootern nur dort beendet werden können. Der Vorteil: Die Stationen kosten fast nichts und können beliebig verschoben, geschlossen oder später neu eröffnet werden. Dazu fallen keine Parkplätze weg.
In Frohnau und Hermsdorf in Reinickendorf gibt es bereits rund hundert solcher virtuellen Stationen – eingerichtet für E-Scooter der Firmen Bolt und Lime, die dort als einzige Anbieter vertreten sind. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. sieht jedoch jetzt schon „gravierende Nachteile.“
„In Frohnau und Hermsdorf gibt es in ganzen Quartieren uralte Fahrbahnen mit sehr grobem Pflaster. Wer hier fährt, macht es illegal auf dem Gehweg“, sagt Roland Stimpel, Vorstandsvorsitzender von FUSS e.V. Dass die virtuellen Stationen auf dem Trottoir geschaffen würden, lade Nutzer geradezu zum illegalen Gehweg-Fahren ein.
700 virtuelle Roller-Stationen am Stadtrand von Berlin geplant
Doch auch beim Abstellraum würden Regeln ignoriert. „Nach den Sondernutzungsbestimmungen des Senats müssen nach dem Abstellen noch 2,3 Meter Gehweg in der Breite frei bleiben“, erklärt Stimpel. Darum muss ein Gehweg mindestens drei Meter breit sein, wenn ein E-Scooter korrekt und präzise am Rand aufgestellt wird. „Gerade in Stadtrand-Gebieten sind sie das oft nicht.“
Nach Informationen seines Fachverbandes sollen in Berlin rund 700 virtuelle Stationen geschaffen werden, vor allem in weniger dicht bebauten Quartieren. Die Verkehrsverwaltung will die Zahl noch nicht kommentieren. „Die Sharing-Strategie befindet sich aktuell noch in der abschließenden Klärung“, sagt Behördensprecher Preiss.

Dieser Handy-Screenshot zeigt virtuelle Leih-Stationen vom Leih-Roller-Anbieter „Lime“ in Berlin-Reinickendorf, die nur per App zu finden sind.
Roland Stimpel/FUSS e.V.Diese sei in einem breiten Beteiligungsprozess – auch unter Einbindung des FUSS e.V. und von Verbänden für Menschen mit Behinderung – erarbeitet worden. „Alle Akteure eint das Ziel, für mehr Ordnung und Sicherheit für alle Verkehrsbeteiligten – insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität – im öffentlichen Raum zu sorgen“, betont Preiss.
Mit Errichtung und Betrieb der Mobilitätsstationen sollen die Berliner Verkehrsbetriebe beauftragt werden. Zu den Kosten könne die Senatsverwaltung noch keine Zahlen nennen, heißt es. Derzeit betreibt die BVG rund 400 Jelbi-Stationen, meist in der Nähe von Bahnhöfen, an denen Fahrgäste Roller, Räder und Leihwagen mieten und aufladen können.
Der Fußgängerverein glaubt nicht, dass mit zusätzlichen virtuellen Zonen das viel kritisierte E-Roller-Chaos in Berlin behoben werde. Wie die Pilotprojekte am nördlichen Stadtrand zeigten, funktionierten viele nur, wenn Nutzer gegen Fahr- und Parkregeln verstießen und man das von vornherein einplane.

Parkende E-Roller blockieren auf dem Maximiliankorso in Frohnau einen Fahrradweg.
Roland Stimpek/FUSS e. V.„Virtuelle Stationen auf Gehwegen mit weit unter drei Metern Breite werden sogar über die App der BVG-Tochter Jelbi angepriesen, also eines Landesunternehmens unter Aufsicht des Verkehrssenats“, ärgert sich Stimpel.
Auch die Anbieter selbst sehen virtuelle Stationen eher kritisch. „Aus unserer Sicht funktionieren physische Stationen für alle Beteiligten besser“, sagt Gülin Erdogan, Sprecherin von Bolt Germany. Diese böten eine klar sichtbare Infrastruktur im Straßenraum, erleichterten das Auffinden und Abstellen von Fahrzeugen und ermöglichten die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsangebote.
Anbieter halten alle 150 Meter eine Roller-Station für nötig
Um die Zugänglichkeit für Kunden sicherzustellen, sei allerdings eine ausreichende Dichte der Parkstationen mit einem Abstand von 100 bis 150 Metern entscheidend, betont die Bolt-Sprecherin. Der Anbieter selbst bevorzuge ein hybrides System aus verpflichtenden Abstellflächen im Innenstadtbereich und flexiblen Rückgabemöglichkeiten Richtung Stadtrand.
„Falls stationsgebundene Systeme eingeführt werden, empfehlen wir, sogenannte ‚No-Parking-Zones‘ rund um die Stationen zu definieren“, sagt Gülin Erdogan. Wichtig sei außerdem, dass Parkstationen ausreichend groß sind, um GPS-Ungenauigkeiten auszugleichen - idealerweise in der Größe eines einzelnen Autoparkplatzes.
Die Stadt sollte zudem georeferenzierte Daten der Zonen mit allen Anbietern teilen, um eine einheitliche Umsetzung zu gewährleisten. „Klare Bodenmarkierungen und, wenn möglich, zusätzliche Beschilderungen sorgen für bessere Sichtbarkeit“, betont die Sprecherin.
Unachtsam zurückgelassene Roller an dafür nicht genehmigten Stellen bringen der Stadt allerdings zusätzliche Einnahmen. Wie aus einer Antwort auf eine CDU-Anfrage im Abgeordnetenhaus hervorgeht, nahm der Bezirk Mitte 2025 durch Bußgelder für falsch abgestellte E-Scooter und Segways auf Gehwegen und Grünanlagen rund 400.000 Euro ein.




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