Immobilien in Berlin-Spandau: Steht Luxusquartier mit 200 Wohnungen vor dem Aus?

Die Baustelle des angedachten Luxusquartiers in Berlin-Spandau steht seit Frühjahr 2023 still. Eigentlich sollen hier 200 Wohnungen entstehen. Steht das Immobilien-Projekt vor dem Aus?
Kai Wielert- Bauprojekt STADTLANDHAVEL in Spandau steht still; 200 Luxuswohnungen geplant.
- Finanzielle Probleme bei Christoph Gröners Firma; Insolvenz seiner Finanzierungsgesellschaft.
- Verkaufsstand von unter 30% und gestiegene Zinsen als Gründe für Baustopp.
- Wiederaufnahme der Bautätigkeit bis März 2025 geplant.
- Zukunft des Projekts bleibt unklar, keine Infos zur Zwangsversteigerung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Berlin-Spandau wird an allen Ecken gebaut. Besonders in den Ortsteilen Hakenfelde und Haselhorst sind die Neubauten nur so aus dem Boden geschossen. Doch während viele der Projekte schon fertig sind oder sich auf der Zielgeraden befinden, stehen die Bagger bei einem ganz besonderen Vorhaben seit einer Weile still.
Nahe der Insel Eiswerder befindet sich das Geländer der alten Pulverfabrik. Auf dem Areal wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts Schießpulver produziert. Es wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs stillgelegt. Nur ein paar Schritte weiter liegen die weltbekannten CCC Filmstudios, wo neben vielen anderen Produktionen auch die Netflix-Serie „Das Damengambit“ gedreht wurde.
Bauunternehmer plant Luxusquartier in Spandau
Hier will der Unternehmer Christoph Gröner seinem Immobilienportfolio ein weiteres Quartier hinzufügen. Gröner steht hinter vielen populären Bauprojekten im Land und hat unter anderem durch Auftritte in Talkshows oder Dokumentarfilmen weitreichende Bekanntheit erlangt.
In Spandau plant sein Unternehmen CG Elementum ein neues Luxusquartier. „Stadtlandhavel“ nennt Gröner sein Bauvorhaben im Ortsteil Haselhorst. Knapp 200 Wohnungen sollen hier entstehen, mit zwei bis fünf Zimmern, darunter Townhouses mit eigenen Gärten, Etagen-Lofts und Penthouses. Der denkmalgeschützte Pulverturm soll saniert werden und das Zentrum des Areals bilden.
Kleines Problem: Möglicherweise wird aus dem Projekt nichts. Seit über einem Jahr stehen die Maschinen vor Ort still, auf der Baustelle war lange kein Arbeiter mehr zu sehen. Grund dafür ist unter anderem die finanzielle Lage des Unternehmens.

So soll das Luxusquartier „StadtLandHavel“ in Spandau mal aussehen – wenn es jemals fertig wird.
Kai WielertSo berichteten verschiedene Medien von unbezahlten Rechnungen, Mahnungen und vertrösteten Gläubigern im Umfeld von Gröners Immobilien. Auch von Zwangsversteigerungen ist die Rede – so wie in Spandau. Im Oktober 2024 konfrontierte das „Manager Magazin“ den Unternehmer mit dem Gerücht, „Stadtlandhavel“ müsse unter den Hammer.
Immobilien-Entwickler widerspricht Gerüchten
Gröner antwortete: „Da möchte ein Gläubiger Druck machen. In so einer Situation lehne ich mich entspannt zurück und sage: Wir haben die Finanzierung, wir haben die notwendigen Millionen Euro. Niemals wird das zwangsversteigert. In 1000 Jahren nicht!“ Ob das die Investoren des Projekts oder die ersten Käufer der Wohnungen beruhigt, ist fraglich.
Am 5. November 2024 kam dann der nächste Hammer: Gröner hat für seine Finanzierungsgesellschaft Gröner Group, die hunderte Millionen Euro aus Kapitalgeschäften für die verschiedenen Projekte heranschaffte, Insolvenz angemeldet. Auf das operative Geschäft soll es sich laut Gröners Anwalt nicht auswirken, wie er dem Tagesspiegel sagte. Die Baustellen seien in anderen, nicht insolventen, Gesellschaften eingegliedert.
Hier soll StadtLandHavel in Spandau entstehen:
„Wir haben das Bauvorhaben unserer Projektentwicklung Stadtlandhavel im Frühjahr 2023 stillgelegt“, erklärt eine Sprecherin von Gröners Firma. „Der seinerzeit erreichte Verkaufsstand von unter 30 Prozent hat eine Fortführung des Projektes unter den gegebenen Umständen nicht erlaubt.“ Grund für die geringe Nachfrage sei die allgemeine wirtschaftliche Lage und der gestiegene Zins gewesen.
Jetzt, wo die EZB den Leitzins wieder gesenkt hat, werde das Geschäft mit Eigentumswohnungen wieder möglich sein. „Bei unter drei Prozent ist davon auszugehen, dass der Markt endgültig wieder anspringt“, so das Unternehmen. Aktuell liegt der Wert bei 3,4 Prozent.
Das Unternehmen bleibt trotz aller Widrigkeiten optimistisch. „Wir werden voraussichtlich bis zum März 2025 die Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Bautätigkeit bei unserem Projekt Stadtlandhavel in Berlin-Spandau geschaffen haben und hoffen dann auch auf eine zeitnahe Fertigstellung“, erklärt eine Sprecherin. Ob das wirklich so passiert, wird sich im Frühjahr zeigen. Auf Nachfragen zur Zwangsversteigerung des Projekts geht das Unternehmen nicht ein.


