Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) unterzeichnete am Mittwoch mit Organisationen des Landespflegeausschusses den Pakt für Pflege, der auch ein Baustein des Koalitionsvertrags von SPD, CDU und Grünen war. Damit soll unter anderem in den Gemeinden die Unterstützung von Senioren im Alltag ausgebaut werden. Als Beispiele nannte Nonnemacher Angebote für gemeinsames Mittagessen, Demenzkurse oder Reparaturcafés.

Pflege in allen Landesteilen stärken

„Die Pflege der Zukunft ist eine Pflege im Quartier“, sagte Nonnemacher. „Genau dort, wo die Menschen leben, zuhause sind und alt werden möchten.“ Dies solle in allen Landesteilen gestärkt werden. Dabei gehe es aber in erster Linie um die Vorbeugung. „Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die dabei helfen, Pflegebedürftigkeit zu verzögern, zu verringern oder sogar zu vermeiden“, betonte Nonnemacher.
5 Millionen Euro jährlich sind für die Kurzzeit- und Tagespflege vorgesehen, um etwa nach Krankenhausaufenthalten eine vorzeitige Unterbringung im Heim zu verhindern und Angehörige zu entlasten. Für den Ausbau der Beratung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sind jährlich 2 Millionen Euro vorgesehen.

80 Prozent werden zuhause versorgt

In Brandenburg leben nach Angaben des Ministeriums knapp 154.000 Pflegebedürftige, davon seien rund 63.000 an einer Demenz erkrankt. Mit 6,1 Prozent der Bevölkerung liegt der Anteil der Pflegebedürftigen über dem Bundesdurchschnitt. Rund 80 Prozent der Menschen werden zuhause versorgt.
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