Er habe sich „nach gründlicher Abwägung dazu entschlossen, eine Bundestagskandidatur nicht zu erwägen“, schrieb Kalbitz am Samstagabend auf Facebook. Er warf Teilen des Bundesvorstandes „Führungsunfähigkeit und Erfolglosigkeit“ vor. Die AfD sei deshalb in einer „innerparteilich angespannten und politisch geschwächten Situation“. Er wolle „existente Fliehkräfte“ nicht weiter befördern.

Demo gegen Kalbitz-Kandidatur

Die AfD Oberspreewald-Lausitz will sich am Sonntag zur Aufstellung der Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 65 treffen. Ein Bündnis „Demokratisches Senftenberg“ hat eine Demonstration gegen eine mögliche Kandidatur von Kalbitz angekündigt. Kalbitz hatte sich bisher nicht öffentlich zu dem Thema geäußert.
Vor der Wahlversammlung in Senftenberg demonstrierten mehr als 250 Menschen die Parteiveranstaltung. Der Protest des Bündnisses „Demokratisches Senftenberg“ hatte sich ursprünglich gegen eine mögliche Kandidatur des aus der AfD ausgeschlossenen Landtagsabgeordneten Andreas Kalbitz gerichtet.
„Wir demonstrieren trotzdem, weil diese AfD aus unserer Sicht insgesamt als verfassungsfeindliche und undemokratische Partei einzustufen ist - das hängt nicht nur an Herrn Kalbitz“, sagte die Sprecherin des Bündnisses, Lore Seidel. Nach einem Marsch zum Versammlungsort der AfD solle die Demonstration mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz beendet werden.

Mitgliedschaft der AfD entzogen

Der Bundesvorstand der AfD hatte Kalbitz im Mai vergangenen Jahres die Mitgliedschaft in der AfD entzogen, weil er frühere Kontakte ins rechtsextreme Milieu verschwiegen hatte. Das Bundesschiedsgericht bestätigte den Ausschluss. Kalbitz gehörte dem formal inzwischen aufgelösten „Flügel“ der Partei an, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird.