Razzia in Berlin und Hannover
: Bundespolizei geht erneut gegen Schleuser vor

Update 15.00 Uhr: Razzia in Berlin und Hannover – mit einem Großaufgebot an Polizeikräften geht die Bundespolizei erneut gegen Schleuser vor. Im Fokus stehen zwei Beschuldigte.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
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Großrazzia gegen Schleuser in Berlin und Hannover. (Symbolbild)

Dennis Lloyd Brätsch

Mit einem Großaufgebot an Polizeikräften sind Ermittler der Bundespolizei erneut gegen Schleusergruppierungen vorgegangen. Am Donnerstag, dem 23. November, sind im Großraum Hannover und in Berlin mehrere Durchsuchungsbeschlüsse und zwei Haftbefehle vollstreckt worden.

Die Razzia mit rund 260 Einsatzkräften begann am frühen Morgen, neben Hannover und Berlin waren zeitgleich Celle, Garbsen, Hemmingen, Lehrte und Neustadt am Rübenberge betroffen. Insgesamt seien 14 Objekte durchsucht worden, davon 8 in Niedersachsen und 6 in Berlin.

Zwei Festnahmen bei Razzia gegen Schleuser

Im Visier der Ermittler ist den Angaben zufolge eine irakische Tätergruppe, die Menschen in Kleintransportern eingepfercht über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland bringt. Ihnen werden mindestens zwölf Schleusungsfahrten zwischen August 2022 und Juni 2023 vorgeworfen. In der Zeit sollen mindestens 208 Menschen, vor allem syrischer Nationalität, eingeschleust worden sein. Bei drei Fahrten sei die genaue Zahl der Geschleusten noch unklar, so ein Sprecher der Bundespolizei.

Bei den Maßnahmen am Donnerstag sind den Angaben der Bundespolizei zufolge auch zwei Menschen festgenommen worden. Einer von ihnen soll bereits per europäischen Haftbefehl gesucht worden sein. Der zweite Mann, ein 23-jähriger Berliner, ging den Beamten in Garbsen bei Hannover in Netz.

Schleuser sollen mehrere Tausend Euro verdient haben

Es bestehe der Verdacht, dass die mutmaßlichen Schleuser pro Person und Schleusungsfahrt 4000 bis 5000 Euro kassiert hätten. Die Schleusungsfahrten hätten über Ungarn nach Österreich, Tschechien und Deutschland geführt. Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte, bei vergleichbaren Fahrten von Kleintransportern mit in den Laderaum gepferchten Menschen sei es schon zu Schwerverletzten gekommen.

Nach Angaben der Bundespolizei wurden bei den Durchsuchungen umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt. Die Auswertung dieser Beweismittel sollte zunächst noch andauern.

Weitere Razzia gegen Schleuser in Berlin

Bereits zu Beginn des Monats hatte die Bundespolizei mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften gegen Schleuser ausgeholt. Dabei waren rund 200 Beamte in Berlin und Brandenburg im Einsatz, um mehrere Durchsuchungsbeschlüsse zu vollstrecken. In einer Wohnung in Hohenschönhausen ist ein Mann festgenommen worden.

Neben der Razzia gegen Schleuser durch die Bundespolizei hat es am Donnerstag auch Razzien gegen Reichsbürger und islamistische Netzwerke gegeben.