Vor allem die Beobachtung der Brandenburger AfD durch den Verfassungsschutz hat für einen neuen Höchststand bei der Zahl der registrierten Rechtsextremisten gesorgt. Im Jahr 2020 wurden demnach in Brandenburg 2860 Menschen diesem Spektrum zugeordnet. „Die politischen Ränder geraten zusehends in Bewegung“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts. Die Situation stelle Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft vor besondere Herausforderungen.
Verfassungsschutz-Chef Jörg Müller betonte, dass die Gründe zur Einstufung des gesamten AfD-Landesverbandes als Verdachtsfall unvermindert fortbestehen würden. „Es liegen weiterhin hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass von der AfD Brandenburg Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgehen.“

Zahl der Reichsbürger ist rückläufig

Seit Juni 2020 gilt die Brandenburger AfD insgesamt als Verdachtsfall. Es geht um 780 Personen, vor allem Anhänger des „Flügels“ und Vertreter der Jungen Alternative. Als erwiesen rechtsextrem gilt der Verein „Zukunft Heimat“. Die Zahl der „Reichsbürger“ ist laut Verfassungsschutzbericht weiter rückläufig und lag 2020 bei 570.  
Im Vergleich zum Rechtsextremismus stuft der Verfassungsschutz den Linksextremismus im Land als „deutlich weniger relevant“ ein. Das Personenpotenzial ist leicht auf
640 gesunken. Die Zahl gewaltorientierter Autonomer lag unverändert bei 240.

Salafistisches Potenzial wächst

Auch islamischer Extremismus nehme in Brandenburg seit 2013 kontinuierlich zu. Im Jahr 2020 wurden in diesem Spektrum 200 Personen registriert, zehn mehr als im Jahr davor. Der Zuwachs sei auf ein gestiegenes salafistisches Potenzial zurückzuführen. Relativ neu in Brandenburg sei zudem eine Gruppe von 70 Personen mit Bezügen zur „Islamistischen Nordkaukasischen Szene“. Sie lehnen die demokratische Grundordnung ab und gelten deshalb als verfassungsfeindlich.