Drei Jahre in Folge konnte Deutschland beim Finale des Eurovision Songcontests nicht überzeugen und landete auf Platz 26. Lord of the Lost ist die Band, die das nun ändern soll – sowohl die internationalen Reaktionen als auch die Wettquoten sprechen dafür. Bereits beim Vorentscheid wurden anders als in den Vorjahren die Weichen für mehr Diversität gesetzt und erfolgsversprechende Songs aus den unterschiedlichsten Genres ausgewählt.
In diesem Jahr kam zudem ein Kandidat über die Plattform TikTok hinzu. Über alle anderen sieben Kandidaten stimmte vorab die ESC-Redaktion bestehend aus Mitarbeitern des NDR sowie der Produktionsfirma Bildergarten ab, nationale und internationale Musik-Experten bewerteten diese. Nach Angaben des NDR setzten sich Lord of the Lost demnach am Ende gegenüber 500 direkte Einreichungen und 900 TikTok-Videos durch und waren vor allem bei den Publikumsstimmen beliebt. Dass Eurovision-Fans Rocksongs gegenüber nicht verschlossen sind, haben sie zudem unter anderem mit Lordi (Gewinner Finnland 2006) und Måneskin (Gewinner Italien 2021) bewiesen. Nun sind Lord of the Lost die Hoffnungsträger für Deutschland.
Die Band Lord of the Lost für Liverpool gemeinsam mit König Charles und Camilla sowie ESC-Delegationschefin Alexandra Wolfslast (hellblau).
Die Band Lord of the Lost für Liverpool gemeinsam mit König Charles und Camilla sowie ESC-Delegationschefin Alexandra Wolfslast (hellblau).
© Foto: Jonas Walzberg/dpa
Doch was macht die Band zum perfekten Kandidaten? „Lord of The Lost sind erfahrene Bühnenprofis und lieben, was sie tun. Das spürt man bei ihrer Performance. Die Inszenierung unterstreicht die Energie der Band. Wir sind wirklich sehr zufrieden“, freut sich Alexandra Wolfslast. Die Vision und Inszenierung beim Vorentscheid, wurden nun noch einmal vergrößert, mit einem sieben Meter hohen Bühnengestell für die Musiker sowie einer auf die Musik fein abgestimmten Licht- und Pyroshow. „Beim ESC ist es wichtig, dass ein Beitrag auffällt, mitreißt und im Gedächtnis bleibt. Ich bin zuversichtlich, dass Lord of the Lost das gelingen wird“, betont die gebürtige Hamburgerin.

Ursprung des ESC-Songs liegt im Vereinigten Königreich

Eingestimmt hat sich die Band bereits vorab bei einem Treffen mit König Charles und Camilla in Hamburg. Herzlich empfangen wurden sie auch beim Austragungsort des ESC: „Liverpool ist eine tolle Stadt. ‚United by Music‘ ist das diesjährige Motto, und dieses Motto spürt man hier und bei diesem ESC ganz besonders. Lord of the Lost lieben das Miteinander mit den anderen Künstlerinnen und Künstlern und fühlen sich hier sehr wohl“, beschreibt es die 55-Jährige. Hier fügt sich alles zusammen, denn auch der Song Blood & Glitter und das gleichnamige Album haben ihren Ursprung im Vereinigten Königreich. Der Bildband von Mick Rock, Fotograf der bekanntesten Rockstars wie David Bowie, Lou Reed, Pink Floyd und Queen, war die Inspiration für das Nummer Eins-Album, das nicht nur visuell, sondern auch musikalisch auf die Siebziger und Achtziger abgestimmt wurde.
Flammende Pyroshow: Lord of the Lost während der Generalprobe für den Eurovision Song Contest in Liverpool.
Flammende Pyroshow: Lord of the Lost während der Generalprobe für den Eurovision Song Contest in Liverpool.
© Foto: Martin Meissner/dpa
Ob Lord of the Lost beim großen ESC-Finale, das am Sonnabend ab 21 Uhr in der ARD oder auf eurovision.tv übertragen wird, überzeugen? Für Alexandra Wolfslast sei eine Platzierung auf der linken Tabellenhälfte ein wünschenswertes Ergebnis. Besonders aufgrund des sehr positiven Feedbacks im Web und auch bei den Proben in der M&S Arena für die Band und die diesjährige Inszenierung. „Aber wie Europa und Australien am Ende abstimmen, werden wir erst am 13. Mai erfahren“, fügt sie hinzu. Das entscheiden die 11.000 Leute in der Halle in Liverpool sowie die mehr als hundert Millionen Zuschauer vor den Fernsehern in aller Welt. Zusätzlich zu einer guten Platzierung wünscht die NDR-Journalistin der Band jedoch, dass alle fünf jede Sekunde des Auftritts genießen. „Unabhängig vom Ergebnis bin ich mir sicher, dass sie weiter auf Erfolgskurs bleiben. Deswegen wünsche ich Ihnen eigentlich nur, dass sie alle so bleiben, wie sie sind, denn es sind ganz großartige Menschen.“
Casual chic im eigenen Merchandise: Die Band posiert vor der deutsch-britischen St. Hildas High School, in der sie mit über 1000 Schülern gemeinsam ihren Song gesungen haben.
Casual chic im eigenen Merchandise: Die Band posiert vor der deutsch-britischen St. Hildas High School, in der sie mit über 1000 Schülern gemeinsam ihren Song gesungen haben.
© Foto: Peter Kneffel/dpa
Beim ESC tritt die Band in der zweiten Hälfte des Abends mit Startnummer 21 auf. Doch weltweit kann bereits jetzt für den Lieblings-Act abgestimmt werden unter: https://www.esc.vote.