Steuerfreier Krisenbonus in Planung: Wer bekommt die 1.000 Euro?

Der Krisenbonus ist keine garantiere Leistung.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaNach den Aussagen in der Pressekonferenz der Parteispitzen von CDU, CSU und SPD am Montagmorgen handelt es sich beim Krisenbonus nicht um eine staatliche Auszahlung an alle Bürger. Stattdessen soll Arbeitgebern ermöglicht werden, ihren Beschäftigten eine entsprechende Entlastungsprämie zu zahlen.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine solche Zahlung steuerfrei und sozialversicherungsfrei gewähren können. Für die Betriebe ist sie zudem steuerlich absetzbar.
Entscheidung liegt bei den Arbeitgebern
Ob Beschäftigte tatsächlich von dem Bonus profitieren, hängt damit vor allem vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Die Zahlung ist freiwillig, es besteht kein Anspruch darauf.
Das bedeutet:
- Unternehmen können den Bonus zahlen, müssen es aber nicht
- Die Höhe kann bis zu 1.000 Euro betragen
- Einzelne Beschäftigte könnten leer ausgehen
Gerade in wirtschaftlich angespannten Branchen ist daher unklar, wie viele Arbeitgeber die Möglichkeit tatsächlich nutzen werden.
Umsetzung für 2026 geplant
Nach Angaben von Finanzminister Lars Klingbeil ist die Maßnahme für das Jahr 2026 vorgesehen. Die konkrete gesetzliche Ausgestaltung soll erst noch erarbeitet werden.
Der Bonus orientiert sich an früheren Sonderzahlungen während der Energiekrise, als Unternehmen ihren Beschäftigten bereits steuerfreie Prämien auszahlen konnten – damals allerdings in deutlich höherem Umfang.
Teil eines größeren Entlastungspakets
Der Krisenbonus ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, mit dem die Bundesregierung auf steigende Energiepreise und wirtschaftliche Belastungen reagiert. Dazu gehört unter anderem auch die geplante, zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel.
SPD-Chefin Bärbel Baas bezeichnete die Möglichkeit der steuerfreien Prämie als wichtigen Baustein, um Arbeitnehmer zusätzlich zu entlasten.
Finanzierung über Tabaksteuer geplant
Zur Gegenfinanzierung kündigte Klingbeil an, dass die Tabaksteuer bereits im Jahr 2026 erhöht werden soll. Konkrete Details zur Höhe dieser Erhöhung nannte die Bundesregierung allerdings nicht.
