Umfrage: AfD erreicht in Brandenburg erstmals 40 Prozent - CDU verliert deutlich

Wäre am Sonntag Landtagswahl in Brandenburg, würde die AfD einen historischen Höchststand erreichen. Das zeigt eine neue Insa-Umfrage.
Bernd Weissbrod/Britta Petersen/dpa- AfD erreicht in Brandenburg laut Insa erstmals 40 % – SPD kommt auf 20 %.
- CDU fällt auf neun %, Linke liegt bei neun %, Grüne und BSW jeweils bei sieben %.
- Erhebung: 1000 Wahlberechtigte, Befragung vom 29. September bis 6. Oktober, Fehlertoleranz ±3,1.
- Regierungsbildung wäre schwierig, Mehrheit ohne AfD nur mit fünf Parteien möglich.
- 67 % unzufrieden mit Landesregierung, 81 % unzufrieden mit Bundesregierung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Brandenburg hat die AfD einer neuen Umfrage zufolge ihren Vorsprung als stärkste politische Kraft ausgebaut und erreicht erstmals die Marke von 40 Prozent. Einen solchen Wert hatte die Partei in Umfragen im Land bislang nicht erzielt. Damit ist sie in der Wählergunst doppelt so stark wie die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke, die nur noch auf 20 Prozent kommt.
Das geht aus einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von Märkischer Oderzeitung, Lausitzer Rundschau und Märkischer Allgemeiner Zeitung hervor. Das Institut befragte 1000 Wahlberechtigte in Brandenburg in der Zeit zwischen dem 29. September und dem 6. Oktober. Die maximale Fehlertoleranz wird mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten angegeben.
Im Vergleich zur Insa-Umfrage vom März gewinnt die AfD sechs Prozentpunkte hinzu, während die SPD vier Prozentpunkte verliert. Zuletzt hatte die SPD im Frühjahr und Sommer 2024 in Umfragen bei etwa 20 Prozent gelegen. Bei der Landtagswahl am 22. September 2024 konnte sie sich jedoch mit gut 30 Prozent knapp vor der AfD behaupten.
In Sachsen-Anhalt und Sachsen ist AfD noch stärker
Bei 40 Prozent oder mehr liegt die AfD auch in anderen ostdeutschen Ländern: In Sachsen-Anhalt erzielte sie bei der Landtagswahl am 6. September 43,8 Prozent. In Thüringen liegt sie in einer Insa-Umfrage vom Mai bei 40 Prozent, in Sachsen bei Insa im Juli bei 42 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern kam die Partei bei der Landtagswahl am 20. September auf 38,2 Prozent.
Die CDU in Brandenburg, geführt von Innenminister und Landeschef Jan Redmann, verliert gegenüber März 2026 fünf Prozentpunkte und fällt auf neun Prozent. Damit läge sie deutlich unter ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl 2024 von 12,1 Prozent.
Ebenfalls auf neun Prozent kommt die Linke, die zwei Punkte hinzugewinnt und damit wieder in den Landtag einziehen würde.
BSW verliert, für den Landtag reicht es aber
Das BSW wäre mit sieben Prozent weiterhin im Parlament, ein Prozentpunkt weniger als im März 2026. Gegenüber seinem Ergebnis bei der Landtagswahl 2024 von 13,5 Prozent hätte sich sein Wert damit nahezu halbiert.
Die Grünen kämen auf sieben Prozent, zwei Punkte mehr als im März, und wären wieder im Landtag vertreten.
Acht Prozent der Stimmen entfallen laut Insa auf „Sonstige“ – also auf Parteien, die in der Umfrage jeweils unter der Fünf-Prozent-Hürde bleiben und damit nicht in den Landtag einziehen würden. Hinter den „Sonstigen“ dürften unter anderem FDP und Freie Wähler stehen; Insa weist deren Werte jedoch nicht einzeln aus.
Ergebnis Umfrage: schwierige Regierungsbildung in Brandenburg
Müsste auf Grundlage dieser Zahlen eine Regierung gebildet werden – die nächste Landtagswahl findet allerdings erst im Herbst 2029 statt –, wäre das äußerst schwierig. Nach Berechnungen von Insa wären für eine parlamentarische Mehrheit mehr als 46 Prozent der Stimmen erforderlich.
Die derzeitigen Koalitionspartner SPD und CDU bräuchten demnach die Linke, die Grünen und das BSW, um eine Mehrheit ohne die AfD zu sichern. Zusammen kämen diese fünf Parteien auf 52 Prozent.
Rechnerisch hätte die AfD dagegen mit jeder anderen im Landtag vertretenen Partei eine Mehrheit. Gemeinsam mit dem BSW etwa läge sie bei 47 Prozent. Eine solche Koalition ist politisch allerdings nicht in Sicht: Das BSW lehnt eine Koalition mit der AfD ab – ebenso wie die übrigen Parteien im Landtag.
Die AfD vertritt aus Sicht der Befragten mit deutlichem Abstand am ehesten ostdeutsche Interessen: 36 Prozent nennen die Partei. Dahinter folgen die SPD mit 14 Prozent und die Linke mit 12 Prozent. Das BSW erreicht fünf Prozent, die CDU vier Prozent, die Grünen erhalten zwei Prozent.
Die rot-schwarze Landesregierung, die nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition seit März dieses Jahres im Amt ist, hat bei den Wählerinnen und Wählern einen schweren Stand. 67 Prozent sind mit ihrer Arbeit unzufrieden – 41 Prozent sogar „sehr“, weitere 26 Prozent „eher“. Besonders kritisch sehen Anhänger von AfD, BSW, Grünen und Linken die Regierung. Bei den Wählerinnen und Wählern von SPD und CDU überwiegt dagegen die Zufriedenheit.
Noch schlechter fällt das Urteil über die Bundesregierung aus: 81 Prozent der Befragten sind unzufrieden, darunter 58 Prozent „sehr“ und 23 Prozent „eher“ unzufrieden.

Die Wirtschaft in Brandenburg ist stark und wächst unter anderem in Grünheide und der Lausitz weiter. Dennoch treibt der Frust laut unserer Insa‑Umfrage 40 Prozent der Menschen zur AfD.