1. FC Union Berlin
: Fünf Jahre Bundesliga – so stark hat sich der Verein verändert

Fünf Jahre sind seit dem Aufstieg des 1. FC Union Berlin in die Fußball-Bundesliga vergangen. Der Verein hat sich seitdem verändert. Hier ist der Vergleich zwischen Kader, Finanzen und Fans.
Von
Josephine Japke
Berlin
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Ein 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart reicht dem 1. FC Union Berlin am 27. Mai 2019 zum Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem Abpfiff stürmen die Fans den Platz im Stadion An der Alten Försterei.

Ein 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart reicht dem 1. FC Union Berlin am 27. Mai 2019 zum Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem Abpfiff stürmen die Fans den Platz im Stadion An der Alten Försterei.

Ein 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart reicht dem 1. FC Union Berlin am 27. Mai 2019 zum Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Nach dem Abpfiff stürmen die Fans den Platz im Stadion An der Alten Försterei. Seitdem hat sich der Verein verändert.

Josephine Japke

Der 27. Mai war und ist für Unioner ein Festtag: 2019 gelang an diesem Tag der erstmalige Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, fünf Jahre später ist das von Verein und Fans mit emotionalen Bildern und Videos in den Sozialen Netzwerken gefeiert worden. Fünf Jahre, in denen der 1. FC Union Berlin in der Conference League, Europa League und Champions League spielte und auch am Ende der vergangenen Saison 2023/24 nach langem Kampf den Klassenerhalt in der Bundesliga sicherte.

Seit dem 27. Mai 2019 hat der Verein in allen Bereichen zugelegt. Hier ist der Vergleich: So war Union vor fünf Jahren in Sachen Kader, Verein, Fans, Finanzen und Stadion aufgestellt – und so soll die Zukunft in Berlin-Köpenick aussehen.

Kader des 1. FC Union Berlin – Unterschied von mehr als 100 Mio. Euro

Aus dem Aufstiegskader aus der Saison 2019/20 ist einzig Union-Kapitän Christopher Trimmel geblieben. Jakob Busk und Michael Parensen haben den Verein in diesem Jahr verlassen. Vor fünf Jahren hatte der Kader einen Marktwert von 30,475 Mio. Euro. Wertvollster Spieler damals: Verteidiger Marvin Friedrich (3 Mio. Euro).

Heute hat der Kader einen Marktwert von 144, 65 Mio. Euro. Gleich vier Spieler sind laut der Internetseite transfermarkt.de zweistellige Millionenbeträge wert, darunter die beiden Innenverteidiger Danilho Doekhi (17 Mio. Euro) und Diogo Leite (15 Mio. Euro). In der Marktwert-Tabelle der Bundesligisten bewegen sich die Eisernen damit auf Platz 10.

Danilho Doekhi von Union Berlin jubelt sein Kopfballtor zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg.

10.02.2024, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg, 21. Spieltag, An der Alten Försterei. Berlins Danilho Doekhi freut sich über sein Tor zum 1:0. Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Danilho Doekhi (vorn) und Diogo Leite (dahinter) sind die wertvollsten Spieler im Kader des 1. FC Union Berlin. Gemeinsam sind sie mehr wert als der gesamte Kader aus der Aufstiegssaison 2018/19.

Andreas Gora/dpa

Vereinsstrukturen des 1. FC Union Berlin – Kontinuität auf fast allen Positionen

Der 1. FC Union Berlin steht für Kontinuität – zumindest bisher. Präsident Dirk Zingler ist seit 2004 im Amt, Oliver Ruhnert als Geschäftsführer Profifußball seit 2018. Auch im Präsidium und Aufsichtsrat sind viele Mitglieder teilweise schon seit 2007 an Bord. Diese Kontinuität zeichnete den Verein aus Berlin-Köpenick auch auf der Trainerposition aus. Ab Juli 2018 führte Urs Fischer die Eisernen erst in die Bundesliga und später sogar in die europäischen Wettbewerbe.

Nach der Talfahrt in der ersten Hälfte der Saison 2023/24 wurde der Schweizer im November 2023 allerdings entlassen. Auch Nachfolger Nenad Bjelica blieb nur sieben Monate im Amt. Interimstrainer Marco Grote, der vor und nach Bjelica kurzzeitig das Zepter übernommen hatte, wird in Zukunft ebenfalls eine andere Aufgabe übernehmen. „Wir haben drei Trainer verbraucht. Das spricht für keine Mannschaft“, sagte Kapitän Christopher Trimmel kürzlich. Der vierte Trainer innerhalb eines Jahres wird Bo Svensson werden. Der Ex-Coach von Mainz 05 übernimmt ab Juli.

Fans des 1. FC Union Berlin – neuer Rekord trotz sportlicher Talfahrt

Der 1. FC Union Berlin wird immer beliebter. In der Aufstiegssaison 2018/19 verzeichnete der Verein knapp 27.700 Mitglieder, in der ersten Bundesliga-Saison 2019/20 waren es bereits 37.000. Diese Zahl hat sich im Vergleich zur abgelaufenen Saison fast verdoppelt: 66.000 Mitglieder hat Union Berlin mittlerweile. Interessant: Die neue Rekordzahl konnte im März 2024 vermeldet werden, als Union längst aus der Champions League ausgeschieden war und in der Bundesliga um den Klassenerhalt kämpfte.

Die steigende Tendenz liegt auch am stetigen Erfolg in der Fußball-Bundesliga und dem Einzug ins internationale Geschäft. Denn: Nur wer Mitglied ist, hat überhaupt eine Chance darauf, ein Ticket für Heimspiele des 1. FC Union zu ergattern. Bei Heimspielen in der Fußball-Bundesliga hat das Stadion An der Alten Försterei eine Kapazität von nur 22.012 Zuschauern. Etwa 11.500 Tickets gehen an Dauerkarteninhaber, 2000 entfallen auf die Gastmannschaften, weitere Karten gehen an Sponsoren. Bis zu etwa 8000 Tickets werden via Losverfahren an Mitglieder ohne Dauerkarte vergeben.

Finanzen des 1. FC Union Berlin – der höchste Gewinn aller Zeiten

Der sportliche Erfolg der vergangenen Jahre führte nicht nur bei den Mitgliederzahlen zu neuen Bestmarken. Nach der Mitgliederversammlung vermeldete der 1. FC Union im Oktober 2023 in einer Pressemitteilung den „höchsten Konzernumsatz und höchsten Gewinn.“ Darin heißt es weiter: „In der Saison 2022/23 verzeichnete die Union-Gruppe Einnahmen in Höhe von 174,14 Mio. – eine Steigerung von 52,01 Mio. Euro zur Vorsaison. Mit dem höchsten Umsatz seiner Geschichte erzielte Union einen Rekordgewinn in Höhe von 18,09 Mio. Euro. Erstmals in der Vereinsgeschichte verzeichnet Union per 30.06.2023 ein positives Eigenkapital in Höhe von 1,79 Mio. Euro.“

Fünf Jahre zuvor lasen sich diese Kennzahlen noch ganz anders. In der Aufstiegssaison 2018/19 erwirtschaftete der Verein Einnahmen in Höhe von 54,6 Mio. Euro. Damals konnte ein Überschuss in Höhe von 0,248 Mio. Euro erwirtschaftet werden.

Stadion des 1. FC Union Berlin – Blick in die Zukunft

Das Stadion An der Alten Försterei hat sich seit dem Aufstieg 2019 nicht verändert – noch nicht. Blickt man jedoch fünf Jahre in die Zukunft, könnte es schon bald eine neue Form annehmen. Geht es nach den Plänen von Vereinspräsident Dirk Zingler ist die bevorstehende Saison 2024/25 die vorerst letzte in Berlin-Köpenick – denn ab Juli 2025 soll die Stadionerweiterung beginnen. Der Verein will seine Heimspiele dann für eine Saison im Olympiastadion im Westen der Stadt austragen, ehe schon zur Saison 2026/27 die neue Alte Försterei ihre Pforten öffnen soll.

Mehr als 40.000 Zuschauer sollen dann Platz haben. Alle drei Stehplatztribünen sowie die Haupttribüne sollen erhöht werden, dazu kommt ein neues Clubhaus, ein neues Trainingszentrum und ein Parkhaus samt Außenbühne für Veranstaltungen. Dirk Zingler verriet in einem Vereinsinterview: Mehr als 100 Mio. Euro sollen in den Umbau investiert werden.