Endlich Impfstoff für alle Ü18. Und Termine für jeden. Am 1. Juli übernimmt der Landkreis Barnim das Impfzentrum in der Sporthalle Westend in Eberswalde. Zuvor hatten das Land beziehungsweise die Kassenärztliche Vereinigung Regie geführt. Vor allem die Terminbuchung hatte dabei immer wieder für Kritik gesorgt.

Eberswalde

„Jetzt gibt es keine Ausrede mehr“, so Landrat Daniel Kurth etwas salopp. Denn nunmehr stünden ausreichend Dosen zur Verfügung. Als Ziel gibt er aus: bis Ende September, solange bleibt das Zentrum am Netz, das Erreichen der Herdenimmunität, also eine Impfquote von 75 Prozent. Es sollte verfehlt werden. Ebenso wie sich später die Schließung, vom Land verordnet, als Fehlentscheidung herausstellt.

Schultaschenhersteller pleite

Auch die Wirtschaft muss der Pandemie Tribut zollen. Der Schultaschenhersteller Thorka, unter der Marke McNeill bekannt, muss Insolvenz anmelden. Betroffen davon ist auch die Eberswalder Produktionsstätte im Gewerbepark TGE, wo 65 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Die Ursache für die wirtschaftliche Schieflage sieht die Geschäftsführung vor allem in der Corona-Krise. Der Insolvenzverwalter führt sogleich Gespräche mit potenziellen Investoren. Wenige Wochen später, im September, dann die erlösende Nachricht: McNeill ist gerettet. Der Investor Cadeju übernimmt den Betrieb. Alle Arbeitsplätze sind gesichert.

Zu wenig Seniorenwohnungen im Barnim

Noch immer stehen in Eberswalde fast zehn Prozent aller Wohnungen leer. Dennoch kommt das Pestel-Forschungsinstitut zu dem Ergebnis: Im Barnim fehlen rund 5650 Seniorenwohnungen. Gleichzeitig haben neben der kommunalen WHG und der Genossenschaft viele private Investoren den Bedarf an altersgerechten Wohnungen erkannt und den Markt für sich entdeckt.
Einige Projekte „Wohnen mit Service“, etwa von den Johannitern an der Pfeilstraße, sind in der Realisierung. Der Seniorenbeirat mahnt gleichzeitig an, dass es nicht allein um Barrierefreiheit, sondern auch um die Bezahlbarkeit geht.

Neues Hebewerk teurer als geplant

Vergleiche mit dem Flughafen BER oder der Hamburger Elphi lehnt der Bauherr als völlig überzogen ab. Gleichwohl: Im Sommer muss das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin (WNA) einräumen, dass der Bau des neuen Schiffshebewerkes in Niederfinow deutlich teurer als geplant wird.

Niederfinow

Er beziffert die zusätzlichen Kosten auf 60 Millionen Euro. Und es könnten noch mehr werden, heißt es. Der Zeitplan war längst Makulatur geworden. Ursprünglich war eine Verkehrsfreigabe für 2014 avisiert, jetzt ist von 2022 die Rede. Wobei der Bauherr stets betont: Genauigkeit und Zuverlässigkeit vor Schnelligkeit. Der kleine Bruder nebenan, der stählerne Koloss von 1934, läuft noch wie geschmiert.

THW und Feuerwehren helfen in überfluteten Gebieten

„Land unter“ heißt es in Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz. Nach dem Hochwasser und der Überschwemmung ganzer Kommunen und Landstriche sind auch Rettungskräfte aus Eberswalde und Umgebung sofort zur Stelle. So rückt beispielsweise das Technische Hilfswerk (THW) Eberswalde Richtung Eifel aus. Eines der Katastrophengebiete.
Dort versorgt die Mannschaft dann pro Tag bis zu 300 Helfer mit Essen. Feuerwehren aus dem Barnim unterstützen ebenso. Erinnerungen an das Oderhochwasser 1997 und die damalige Welle der Hilfsbereitschaft werden wach.

Jugendamt und Baubehörde im Kreishaus überfordert

Für Unmut und massive Kritik hierzulande sorgen derweil Aktenberge im Jugendamt sowie in der Baubehörde des Landkreises Barnim. Eltern warten monatelang auf Elterngeld, Investoren auf die Baugenehmigung. Hier wie da fehlt – bei wachsender Zahl von Anträgen - Personal. Im Jugendamt etwa sind von regulär 43 Stellen zeitweise nur 31 besetzt.
Der Stau soll bis zum Jahresende aufgelöst sein, verspricht das Paul-Wunderlich-Haus. Als Überbrückung zahlt die Behörde den Mindestsatz von 300 Euro an betroffene Familien. Für viele zu wenig. „Es fehlen tausend Euro in der Kasse“, klagt eine Mutter.

Wieder geförderter Wohnungsbau in Eberswalde

Zum großen Wurf holt die Eberswalder Wohnungsgenossenschaft 1893 aus. Bis 2024 sollen insgesamt elf Blöcke in drei Quartieren im Brandenburgischen Viertel saniert werden. Dafür gibt es 57 Millionen Euro vom Land. Los geht es mit dem geförderten Projekt im Cottbuser Karree.
75 der insgesamt 168 Wohnungen in der Platte, auch als Schwedter Typ bekannt, erhalten neue Grundrisse und werden nach dem Umbau kaum wiederzuerkennen sein, verspricht der Vermieter. Die ersten Mieter sollen zum Jahresende einziehen können. Je nach Einkommen, zu einem Preis ab 4,90 Euro pro Quadratmeter. Also sozial verträglich und bezahlbar.

Eberswalder Erfindung preisgekrönt

Groß raus kommt auch ein Eberswalder Start-up-Unternehmen mit seiner Erfindung: einem Ultra-Früherkennungs- und Warnsystem für Waldbrände. Die Firma Dryad Networks, mit Sitz auf dem alten RAW-Gelände, steht kurz vor der Markteinführung ihres Systems. Im Sommer wird es erstmals öffentlich vorgestellt.
Im Dezember erhält das Team für die Entwicklung den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2021. Ein Prototyp soll Anfang nächsten Jahres in der Türkei zum Einsatz kommen.

Zoo mit neuer Besucherattraktion

Hoch hinaus geht es im Zoo Eberswalde. Und aufregend ist es zudem: des Wandeln auf dem neuen Erlebnispfad, der über das Damwildgehege und das Wolfsgatter führt. 800.000 Euro hat die neue Attraktion insgesamt gekostet.
Dafür hat Direktor Bernd Hensch eine 85-prozentige Förderung der EU an Land gezogen. Zudem kann der 66-jährige Biologe frohlocken - trotz Corona steuert der Tierpark einen neuen Besucherrekord an.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.