ArcelorMittal Eisenhüttenstadt: Dietmar Woidke trifft neuen Stahl-Chef – Energie Top-Thema
Seit Februar haben ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und Bremen einen neuen Vorsitzenden der jeweiligen Geschäftsführung. Thomas Bünger ist in die Fußstapfen von Reiner Blaschek getreten, der nun Chef (CEO) von ArcelorMittal Europa ist. Bünger ist zwar schon in Eisenhüttenstadt gewesen, der Öffentlichkeit aber hat er sich erstmals am 1. März präsentiert.
Und er hatte offensichtlich Freude daran und strahlte Zuversicht aus. Im schicken blauen Anzug – Blau gilt als Farbe der Hoffnung – präsentierte er Dietmar Woidke, dem Ministerpräsidenten, und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (beide SPD) im Werkzentrum das geplante Dekarbonisierungsprojekt am Standort Eisenhüttenstadt. Als die drei Männer irgendwann alle ein Eisenschwamm-Pellet auf der Hand hatten, strahlten sie fast schon um die Wette. „Das ist die Zukunft“, sagte Steinbach. Das Trio schien sich zu verstehen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, CEO von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und Bremen Thomas Bünger und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben ein Eisenschwamm-Pellet auf der Hand. Ein ArcelorMittal-Mitarbeiter zeigt dieses DRI auch.
Janet NeiserDas sagt Thomas Bünger
Die Stahlherstellung klimaneutral zu gestalten, sei das Top-Thema bei ArcelorMittal – auf allen Ebenen, heißt es seitens des Konzerns. Nachdem die EU grünes Licht gegeben hat und damit erlaubt hat, dass der Transformationsprozess durch den Staat finanziell in Milliardenhöhe unterstützt werden darf, können neue Schritte eingeleitet werden.
Die Dekarbonisierung wird als strategische Notwendigkeit gesehen, den Standort und damit die Arbeitsplätze zu erhalten – nicht nur an den Flachstahlstandorten Eisenhüttenstadt und Bremen.
Thomas Bünger erklärte: „Mit der Förderzusage sehen wir motiviert in die Zukunft. Die Vorbereitungen für die technische Planung laufen.“ Ebenso wichtig für die Investitionsentscheidung der ArcelorMittal-Gruppe – denn das endgültige Ja des Konzerns steht noch aus – seien die Energiepreise. „Um erfolgreich die neue Produktionstechnologie einsetzen zu können, müssen wir auch international wettbewerbsfähig produzieren. Bei der Verfügbarkeit, den Mengen und den Preisen von grünem Strom gibt es noch viel zu tun. Dabei setzen wir klar auf die Politik, um die Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Das erklärt Dietmar Woidke
Dietmar Woidke betonte, dass der Stahlstandort in Eisenhüttenstadt für die Landesregierung schon immer ein „herausragender Industriestandort“ gewesen ist, der das industrielle Herz der Region sei und weiter kräftig schlage. „Die Herausforderungen sind groß, vor denen wir hier stehen. Das liegt auf der Hand.“ Er freue sich aber, dass die Förderung mit der Genehmigung aus Brüssel auf den Weg gebracht werden kann. „Der Wandel zum grünen Stahl kann beginnen. Damit bleibt das Unternehmen auch künftig ein Leuchtturm der Brandenburger Industrielandschaft.“ Woidke sagte, er sei überzeugt, dass man gemeinsam einen erfolgreichen Weg gehen werde und ein neues Kapitel für die Region und den Stahlstandort aufschlagen könne.
Aber er erklärte auch: „Wie bei jedem energieintensiven Unternehmen gilt auch bei ArcelorMittal: Die hohen Preise für Energie und Rohstoffe sind eine Belastung. Die Bundesregierung bleibt gefordert, hier mit einem schlüssigen Gesamtkonzept Abhilfe zu schaffen. Umso erfreulicher, dass der Konzern dennoch mit großem Engagement die Transformation vorantreibt. Jetzt kann ein weiteres Mal gezeigt werden, dass Klimaschutz und Industriearbeitsplätze in Brandenburg hervorragend vereinbar sind. Es braucht gute regulatorische Rahmenbedingungen, damit Brandenburger Unternehmen von dem guten Ausbaustand bei den erneuerbaren Energien profitieren und daraus grünen Wasserstoff herstellen können.“
Daran erinnert Jörg Steinbach
Jörg Steinbach sprach von einem besonderen Moment, als die Entscheidung aus Brüssel gefallen war. Er erinnerte an die intensive und sehr gute Zusammenarbeit mit André Körner, mittlerweile Country Manager bei ArcelorMittal Germany. Man habe einen langen Atem benötigt und der Aufwand sei groß gewesen. „Aber wenn es dann funktioniert, dann freut man sich.“
Der Wirtschaftsminister weiter: „Als eines der Stahlbundesländer in Deutschland sind wir dieser bedeutenden Grundstoffindustrie besonders verbunden. Stahl sitzt am Anfang der Wertschöpfungskette und sichert so auch in anderen Branchen Jobs. Wir unterstützen daher die Stahlallianz der Länder beim Bund und fordern gemeinsam die notwendigen Strategien und Rahmenbedingungen ein, damit die Strompreise mittelfristig wettbewerbsfähig werden. Wenn Konzerne wie ArcelorMittal ihre Produktion umstellen, um klimaneutral zu produzieren, muss auch grüne Energie in ausreichender Menge verfügbar sein.“






