Wahl 2024 in Grünheide
: Das sind die 67 Kandidaten in der Tesla-Gemeinde

In der Tesla-Gemeinde Grünheide ist der Kandidaten-Mix für die Kommunalwahl 2024 besonders groß, mit mehreren neuen Parteien – und sogar einem amtierenden Amtsdirektor.
Von
Christian Heinig
Grünheide
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Das Rathaus der Gemeinde Grünheide. Für die Erweiterungspläne des E-Autobauers Tesla liegt seit Donnerstag im Gemeindeamt Grünheide der abgeänderte Bebauungsplan als Entwurf öffentlich aus. Die Erweiterungspläne können bis 4. April eingesehen werden. +++ dpa-Bildfunk +++

Wahl 2024 in Grünheide: Im Rathaus wird in der Tesla-Gemeinde die neue Gemeindevertretung gewählt.

Patrick Pleul/dpa

Bevor in der Gemeinde Grünheide (Mark) die Kommunalwahl stattfindet, steht womöglich noch eine große Entscheidung ins Haus. Der Beschluss zum B-Plan 60 und die damit verbundene Erweiterung von Tesla. Der Entschluss steht möglicherweise am 16. Mai an, bei der letzten Sitzung der Gemeindevertretung (GV) vor der Wahl am 9. Juni.

Ob die Zusammensetzung des Gremiums nach der Wahl noch dieselbe ist – oder ob sich die Mehrheitsverhältnisse womöglich ändern –, ist schwer zu sagen. Auch deshalb vermuten Beobachter, dass die Entscheidung zur Tesla-Erweiterung sehr wahrscheinlich noch im Mai fällt.

Fest steht: In der Tesla-Gemeinde ist die Schar an Kandidaten, die sich für das Gemeinde-Parlament bewerben, besonders bunt. Es gibt insgesamt 67 Bewerbende aus 11 Parteien beziehungsweise Wählergruppen. Nicht mehr darunter ist die Linke, dafür streben Grüne und ÖDP sowie das Bündnis LOS in die GV. Insgesamt gibt es 18 Sitze zu verteilen. Gesetzt ist als 19. Mitglied lediglich Grünheides Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) aufgrund seines Amtes.

Wahl 2024 in Grünheide: Pamela Eichmann führt Liste der SPD an

Viele der etablierten Parteien und Wählergruppen setzen für die Kommunalwahl auf bewährtes Personal. So auch die SPD, die in der aktuellen GV eine gemeinsame Fraktion mit den Wählervereinigungen Freiwillige Feuerwehr, Alternative Liste Pro Grünheide und Freie Wählergemeinschaft bildet.

Auf Listenplatz 1 steht Pamela Eichmann (Jahrgang 1974, Publizistin). Dahinter folgt mit dem ehemaligen Gemeinde-Wehrführer Norman Elsner (1979, Betriebswirt) ebenfalls ein bekannter Name.

Die weiteren Kandidaten der Sozialdemokraten sind: Silvana Berger (1989, Sachbearbeiterin), Albrecht Köhler (1986, Krankenpfleger), Marieke Petersohn (1987, IT-Projektmanagerin), Maurice Heilmann (2002, Student), Rudolf Mann (1957, Rentner), Reinhard Aster (1948, Rentner) und Uwe Werner (1959, Verwaltungskoordinator).

AfD ebenfalls mit neun Kandidaten

Ebenfalls neun Kandidaten wie die SPD schickt die Alternative für Deutschland (AfD) in Grünheide ins Rennen. Bislang hat die Partei, deren Landesverband vom Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, in der GV zwei Sitze inne. Einen davon bekleidet die Landtagsabgeordnete Kathleen Muxel (1971), die wenig überraschend erneut antritt – auf Listenplatz 1.

Direkt dahinter folgt ihr Mann Rainer Galla (1961, Volljurist), der im September auch für den Landtag Brandenburg kandidiert. Die weiterer AfD-Bewerber sind: Oliver Brade (1968, Elektriker), Detlef Burczyk (1961, Rentner), Dieter Vogel (1955, Rentner), Ralf Wolfgramm (1956, Rentner), Ines Schaller (1965, Verkäuferin), Michael Schaller (1952, Rentner) und Stefan Pfau (1994, Wahlkreismitarbeiter).

Wahl in Grünheide: CDU mit neuem Personal

Die CDU, bislang wie die AfD mit zwei Sitzen in der Grünheider GV vertreten, hat sich personell neu aufgestellt. Auf Listenplatz eins steht Imke Redeker (1989, Statistikerin), ihr folgt der neue CDU-Chef Michael Burg (1971, Sachverständiger für Immobilienbewertung). Hinzu kommen drei weitere Bewerber: Martin Fritsch (1977, Bauingenieur), Alexander Bartsch (1974, Polizeibeamter) und Jan Redeker (1988, Unternehmer).

Grüne und ÖDP neu auf der Liste

Neu im Kreise der Bewerbenden für die GV in Grünheide sind Bündnis 90/Die Grünen, was nicht verwundert. Schließlich spielen grüne Themen seit der Tesla-Ansiedlung eine immer größere Rolle in der Gemeinde. Zwei Kandidaten stellen sich zur Wahl: Wirtschaftsingenieur Philipp Sommer (1986) und Softwareentwickler Moritz Schmidt (1981).

Ebenfalls neu auf der Wahlliste in Grünheide – und auch mit Tesla-Hintergrund – ist die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP). Sie schickt ein Quintett ins Rennen. Angeführt wird es von Gesine Adler (1979), die als Lehrerin arbeitet. Die weiteren vier ÖDP-Kandidaten sind: Anne Wasike-Schalling (1993, Wirtschaftsingenieurin), Heinrich Müller (1970, Informatiker), Andreas Noack (1983, Industriemeister) und Patrick Dietze (1979, Haustechniker).

Von der Linken zum neuen Bündnis LOS

Neu unter den Bewerbern in Grünheide ist neben Grünen und ÖDP auch das Bündnis LOS für Vernunft und Gerechtigkeit (Bündnis LOS), das auch in Erkner erstmals antritt. Drei der sieben Kandidaten sitzen aktuell noch für die Linken in der Grünheider GV. Der eine ist Daniel Geithe (1978, Buchhalter), der für das neue Bündnis LOS auf Platz eins der Liste steht.

Die anderen beiden sind Wolfgang Scharmer (1952, Bäckermeister, 3. Platz) und André Güttler (1986, Zugchef, 5.). Auf Platz zwei der Liste steht Gerd Röhsgen (1956, Fleischermeister), die weiteren Kandidaten sind Eva-Maria Groth (1951, Rentner, 4.), Jörg Pöhlke (1956, Kranbauschlosser, 6.) sowie der neue Gemeinde-Wehrführer und frühere Linken-Politiker Tobias Thieme (1991, Angestellter).

Bürgerbündnis mit 15 Kandidaten

Einen erneuten Einzug in die Grünheider Gemeindevertretung strebt die Wählergruppe „bürgerbündnis“ an, die bislang auf drei Sitze kommt. Ganz vorn steht hier Marten Lange-Siebenthaler (1972, Selbständig), der dem Nabu angehört, gefolgt von Stephanie Seehaus (1987, Lehrerin) und Thomas Wötzel (1970, Geschäftsführer).

An Position vier wird zudem der kürzlich verstorbene Ulrich Kohlmann gelistet. Als weitere Kandidaten dabei sind: Dörte Brosch (1972, Softwareentwicklerin), René Hausdorf (1979, Landschaftsgärtnermeister), André Runge (1973, Unternehmer), Yvonne Hausdorf (1975, Physiotherapeutin), Rainer Szymanski (1961, Kaufmännischer Angestellter), Thorsten Riesberg (1969, Dipl. Ingenieur), Frank Wetterney (1976, Dozent/Manager Sales), Karsten Ambrosius (1967, LuK-Elektroniker), Jens John (1971, Ingenieur), Martin Loyda (1955, Rentner) und Edgar Wolf (1961, Elektro-Installateur).

Freiwillige Feuerwehr will erneut in GV

Nächster auf der Liste ist die Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr. Sie schickt insgesamt vier Aspiranten ins Rennen, darunter mit Katja Schramm (1977, Disponentin) eine Kandidatin, die bereits Teil der aktuellen GV ist. Hinter ihr folgen Heiko Furche (1966, Feuerwehrbeamter), Bernd Häberlen (1962, arbeitssuchend) und Klaus-Peter Schulz (1957, Angestellter).

Amtsdirektor auf Listenplatz zwei

Einen besonderen Bewerber gibt es bei der Freien Wählergemeinschaft (FW). Auf Platz zwei hinter Eike-Gina Nixdorf (1971, selbstständig) wird hier Sascha Sefeloge gelistet, Jahrgang 1972 und von Beruf Amtsdirektor. Für die, die es nicht wissen: Der Kienbaumer leitet seit Anfang 2024 die Geschicke des Amtes Spreenhagen. Die weiteren Kandidaten sind: Michael Kühl (1970, Zimmermann). Heike Seitz-Henke (1962, Verkäuferin) und Steffen Fritsch (1965, Angestellter).

Peter Komann kandidiert wieder

Für die Alternative Liste Pro Grünheide (ALG) tritt erneut Peter Komann (1948, Rentner) an. Zum Kandidaten-Trio zählt außerdem Matthias Umlauf (1988, Beamter) und Klaus Sacher (1942, Rentner). Ebenfalls mit drei Kandidaten kann die Wählervereinigung Konstruktiv für Grünheide aufwarten. Es sind Christiane Lotz (1969, Diplomverwaltungswirtin), Benjamin Jahnke (1986, Leiter Elektrotechnik) und Maik Schlösser (1985, Lagerist).

Nach Angaben der Verwaltung sind alle Wahlvorschläge zugelassen worden, Streichungen gab es nicht. Die Wahlbenachrichtigungsschreiben sollten ab der 19. Kalenderwoche, also ab dem 6. Mai, in den Briefkästen landen.

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