CSD in Königs Wusterhausen
: Hunderte Menschen gehen für Vielfalt auf die Straße

Königs Wusterhausen feiert zum allerersten Mal den Christopher Street Day (CSD). Schrille Outfits, ermunternde Worte und gute Stimmung – so verlief der Tag.
Von
Victoria Schloder
Königs Wusterhausen
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Königs Wusterhausen feiert seinen ersten Christopher-Street-Day. Bei bestem Wetter zogen rund 500 Teilnehmende durch die Stadt,

Königs Wusterhausen feiert seinen ersten Christopher Street Day (CSD). Bei bestem Wetter zogen rund 500 Teilnehmende durch die Stadt.

Victoria Schloder
  • Königs Wusterhausen feierte seinen ersten CSD – rund 500 Menschen zogen durch die Stadt.
  • Motto „Liebe statt Hass“: Start um 15 Uhr am Bahnhof, Route aus Sicherheitsgründen geheim.
  • Polizei begleitete den Zug. Eine rechtsextreme Gegendemonstration mit rund 30 Personen fand statt.
  • Innenminister Jan Redmann sprach vor Ort und lobte den Mut der Teilnehmenden.
  • Organisatorin Sophie setzte auf ein lautes Zeichen für Vielfalt und einen friedlichen Tag.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Premiere für den Christopher Street Day (CSD) in der Stadt Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Am Samstag (29.8.) gingen laut Polizei rund 500 Menschen auf die Straße, um für Vielfalt und Akzeptanz zu werben.

Die Veranstaltung unter dem Motto „Liebe statt Hass“ startete um 15 Uhr am Bahnhof Königs Wusterhausen und führte durch die Kleinstadt südlich von Berlin. Aus Sicherheitsgründen wurde die genaue Route vorab nicht veröffentlicht.

Die Polizei begleitete den Demonstrationszug mit zahlreichen Einsatzkräften. Eine Gegendemonstration aus dem rechtsextremistischen Milieu wurde ebenfalls angekündigt.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann zu Gast beim CSD

Unter den Demonstrationsteilnehmern befand sich auch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU), der offen homosexuell lebt. Er schloss sich dem Zug an und sprach vor den Teilnehmenden. „Als schwuler Junge aus Wittstock weiß ich, dass es schon immer ein bisschen mehr Mut bedeutete, auf einen CSD in einer kleineren Stadt zu gehen.“ Redmann lobte den Mut der Teilnehmenden gerade vor dem Hintergrund des islamistisch motivierten Anschlages auf den Berliner CSD vor rund einem Monat.

  • Am Bahnhof Königs Wusterhausen versammelten sich am Samstagnachmittag (29.8.) rund 500 Menschen, um für Toleranz und Vielfalt auf die Straße zu gehen.

    Am Bahnhof Königs Wusterhausen versammelten sich am Samstagnachmittag (29.8.) rund 500 Menschen, um für Toleranz und Vielfalt auf die Straße zu gehen.

    Victoria Schloder
  • Neben bunter Kleidung gab es auch zahlreiche bunte Schilder mit politischen Parolen.

    Neben bunter Kleidung gab es auch zahlreiche bunte Schilder mit politischen Parolen.

    Victoria Schloder
  • Chrille Outfits beim ersten CSD in Königs Wusterhausen.

    Schrille Outfits beim ersten CSD in Königs Wusterhausen.

    Victoria Schloder
  • Etliche Flaggen waren Teil des Demonstrationszuges in Königs Wusterhausen

    Etliche Flaggen waren Teil des Demonstrationszuges in Königs Wusterhausen

    Victoria Schloder
  • Christopher-Street-Day in Königs Wusterhausen

    Christopher-Street-Day in Königs Wusterhausen

    Victoria Schloder
  • Die Demo warb für Toleranz und Vielfalt.

    Die Demo warb für Toleranz und Vielfalt.

    Victoria Schloder
  • Christopher-Street-Day in Königs Wusterhausen

    Christopher-Street-Day in Königs Wusterhausen

    Victoria Schloder
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„Dass ihr alle euch nicht einschüchtern lasst, dass ihr trotzdem kommt, dass ihr von eurem Versammlungsrecht Gebrauch macht, Gesicht zeigt und sagt: ‚Ja, wir sind hier, wir treten für unser Recht ein‘ – das ist ein ganz großartiges Zeichen“, sagte der CDU-Politiker gerade vor dem Hintergrund der Gegendemonstrationen aus dem rechtsextremistischen Milieu.

Die Stimmung unter den Teilnehmenden war durchweg ausgelassen. Es wurde viel getanzt und gelacht. Neben etlichen queeren Flaggen und Schildern mit Skandierungen trugen zahlreiche Teilnehmer auffällige und farbenfrohe Kleidung.

In einem waren sich alle Befragten einig: Sie nahmen an der Parade teil, um ein Zeichen zu setzen und um laut zu sein. Dorothea aus Heidesee erhofft sich vom ersten CSD in Königs Wusterhausen, dass die queere Gemeinschaft mehr gesehen wird und man sich untereinander besser kennenlernt. Sie hofft, dass es ab jetzt mindestens einen CSD pro Jahr gibt.

Christopher Street Day – Ursprung und Bedeutung

Am 28. Juni 1969 widersetzen sich Homosexuelle einer Polizei-Razzia in einer schwulen Bar in der Christopher Street in New York City

Genau ein Jahr nach dem Aufstand kamen 1970 im New Yorker West Village rund 4.000 Homosexuelle zusammen, um mit einer großen Demonstration an das Ereignis zu erinnern

In den kommenden Jahren folgten Schwule und Lesben diesem Beispiel in den USA und in Europa

Die „Befreiung“ der Christopher Street gilt heute weltweit als Beginn der Schwulenbewegung

Der erste CSD in Berlin fand 1979 statt

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Versammlungsleiterin Sophie hat in einem achtköpfigen Team seit Januar an der Vorbereitung des CSD gearbeitet. „Ich hoffe, dass wir heute ein richtig cooles, lautes Zeichen setzen für Vielfalt und Toleranz und Gleichberechtigung. Und dass wir einfach einen schönen, friedlichen Tag zusammen haben“, sagt sie.

Gegenprotest in KW aus der rechtsextremistischen Szene

Für den ersten CSD war auch ein Gegenprotest von der rechtsextremistischen Jugendgruppierung „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ angekündigt. Sie wird im Verfassungsschutzbericht 2025 für Brandenburg als neues rechtsextremistisches Jugendphänomen bezeichnet. Ihr Demonstrationszug traf sich eine Stunde nach Beginn des CSD, um 16 Uhr, ebenfalls am Bahnhof Königs Wusterhausen. Vor Ort waren rund 30 Teilnehmer, die ebenfalls von der Polizei begleitet wurden.