Radweg in Königs Wusterhausen: Strecke Bahnhof, Zernsdorf, Kablow im MOZ-Test

Der Fahrradweg vom Bahnhof in Königs Wusterhausen über Neue Mühle und Zernsdorf nach Kablow hat einige Tücken.
Till Eichenauer- Testfahrt zeigt Schwächen auf der Strecke Bahnhof Königs Wusterhausen–Zernsdorf–Kablow.
- Start am Kirchsteig ohne klare Beschilderung, Radler nutzen oft die Straße in der 30er-Zone.
- Engstellen an Schleuse Neue Mühle, teils einseitige, schmale und überwachsene Gehweg-Radstreifen.
- In Zernsdorf fehlen Markierungen im Ortskern, Straße wird für Radler ab 10 Jahren nötig.
- Abschnitt nach Kablow: Gehweg mit „Radfahrer frei“ für beide Richtungen, teils besser gepflegt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Königs Wusterhausen sind die Parkplätze für Autos in der Innenstadt rar. Taugt für Pendler das Rad als Alternative, um von eingemeindeten Ortsteilen zum Bahnhof zu kommen und dann von dort mit dem Zug zur Arbeit?
Wie sehen die Radwegen in die acht Ortsteile aus, wo hapert es? MOZ.de hat sie getestet und ist alle Strecken vom Bahnhof über Niederlehme nach Wernsdorf, Zeesen, Deutsch Wusterhausen, Diepensee, Senzig, Zernsdorf und Kablow sowie im Stadtkern abgefahren.
Heute im Test: Die Strecke vom Bahnhof nach Zernsdorf und Kablow. Los geht's!
Radweg nach Kablow – holpriger Start am Bahnhof KW
Wer vom Bahnhof Königs Wusterhausen in die Ortsteile Zernsdorf und Kablow möchte, muss laut App eine Fahrzeit von rund 24 Minuten einplanen.

Vom Bahnhof KW nach Zernsdorf und Kablow.
Screenshot/Marlene WetzelZunächst biegt man von der Storkower Straße in den Kirchsteig ein. Dort ist auf der Straßenseite in Richtung Stadt ein Radweg mit weißen Streifen markiert. In Richtung Neue Mühle aber nicht. Dafür ist auf dem Gehweg ein Teil mit roten Pflastersteinen markiert. Ob das ein Radweg sein soll, ist unklar. Ein Schild fehlt. Intuitiv nutzen die Radler an dieser Stelle alle die Straße, die zumindest eine 30er‑Zone ist.

So beginnt der Fahrradweg im Kirchsteig in Königs Wusterhausen über Neue Mühle und Zernsdorf nach Kablow. Kein guter Start.
Till EichenauerNach 300 Metern wird die Straße für Autos gesperrt. Nur Anwohner und Radler dürfen den Abschnitt benutzen. Es sind aber verdächtig viele Anwohner auf der Abkürzung nach Neue Mühle unterwegs.
Der Kirchsteig mündet in Neue Mühle auf die Tiergartenstraße. Hier müssen Radler an einer unübersichtlichen Kreuzung auffahren und ohne Radweg bis zur Schleuse fahren. Immerhin: Zumindest das Überholen von Fahrrädern ist hier auf der engen Strecke laut einem Schild verboten. Gut so, denn gerade die Straße über die Schleuse selbst ist sehr eng und unübersichtlich.

Der Radweg in Neue Mühle, Ortsteil von Königs Wusterhausen, ist besonders an der Schleuse mit anschließender Kreuzung nicht ganz einfach.
Till EichenauerDanach folgt ein Abschnitt auf der Zernsdorfer Straße mit einem schmalen Radweg auf dem Gehweg – jedoch nur einseitig in Richtung Osten. Auf der anderen Straßenseite gibt es nur einen engen Gehweg, auf dem Radfahrer auch erlaubt sind. Deshalb muss man immer wieder mit „Geisterradlern“ rechnen, die auf der falschen Seite fahren.
Die Fahrradstreifen in Neue Mühle sind teilweise löchrig und zu mehr als der Hälfte mit Gras überwachsen. Der Zustand ist überraschend, da die Strecke von Neue Mühle bis Kablow auch Teil des Dahme-Radwegs von Berlin-Köpenick zur Quelle der Dahme ist.

Viel Gras auf dem Radweg am Ortseingang von Zernsdorf. Für Fußgänger und Radler nebeneinander ist hier nicht viel Platz.
Till EichenauerAb dem Ortsschild Zernsdorf gibt es dann auf beiden Seiten der Friedrich-Engels-Straße schmale Randstreifen auf den Gehwegen. Im Ortskern verschwinden dann jedoch die Randmarkierungen auf beiden Seiten. Da man als Radfahrer ab 10 Jahren laut Straßenverkehrsordnung die Straße benutzen muss, wird es hier ungemütlich.
Sabine, eine junge Mutter aus Zernsdorf, ist trotzdem recht zufrieden mit den Fahrradwegen in ihrem Ort: „Gerade in Richtung KW ist es gut. Mit meinen zwei Kindern fahre ich dann auf dem Gehweg.“ Heute ist sie mit den beiden vierjährigen Zwillingen auf dem Rad unterwegs. „Aber wenn ich alleine in die Stadt fahre, dann wechsle ich schon auf die Straße“, so die Zernsdorferin.

Ein Junge auf dem Rad- und Gehweg in Zernsdorf. Gerade am Nachmittag sind viele Kinder mit dem Fahrrad auf dem Schulweg.
Till EichenauerAuf dem letzten Abschnitt der Strecke nach dem Abbiegen auf die Kablower Chaussee gibt es wieder nur ein „Radfahrer-frei“-Schild auf dem Gehweg, der bis Kablow auch noch von Radlern aus beiden Richtungen genutzt wird.

Der Radweg von Zernsdorf nach Kablow muss Radfahrer aus beiden Richtungen aufnehmen.
Till EichenauerAuch in Kablow selbst gibt es nur einen Radweg auf einer Seite der Straße für beide Fahrtrichtungen. Hier ist der Weg aber in weiten Teilen etwas breiter als in Zernsdorf und gut gepflegt.
Fazit: Die meiste Zeit gibt es auf der Strecke von Königs Wusterhausen nach Kablow einen Radweg, der ist es aber oft ein beengter Streifen auf dem Gehweg, manchmal sogar mit Gegenverkehr. Immer wieder sind die Wege zudem überwachsen und in schlechtem Zustand. Gerade im östlichen Bereich der Ortsdurchfahrt von Zernsdorf scheint die Strecke – gerade für Kinder – insgesamt zu eng und zu gefährlich.

Viele Radfahrer nehmen auf der Strecke des Dahme-Radwegs zwischen Königs Wusterhausen und Kablow lieber die Straße als den Radweg, obwohl es in den Alleen manchmal eng werden kann.
Till EichenauerAusblick: Ob Verbesserungen auf der Route zwischen Bahnhof KW, Zernsdorf und Kablow geplant sind, wird sich zeigen. Wir fragen die zuständigen Stellen an und stellen die Ergebnisse dann in unserem Abschluss-Text zusammen.
MOZ.de testet die Radwege zum Bahnhof KW - alle Serien-Teile im Überblick
1. Die allgemeine Radwege-Situation in der Stadt
2. Vom Bahnhof über Niederlehme nach Wernsdorf
3. Vom Bahnhof nach Zernsdorf und Kablow
4. Vom Bahnhof nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee
5. Vom Bahnhof nach Zeesen
6. Vom Bahnhof nach Senzig
7. Die Radstrecken in der Innenstadt
8. Ausblick: An welchen Stellen es Verbesserungen geben könnte
Sind Sie auch mit dem Fahrrad in KW oder den Ortsteilen unterwegs? Was erleben sie dort, wo geht es gut voran, wo liegen Probleme? Schreiben Sie uns an: Marlene.Wetzel@moz.de
