Wohnung in Königs Wusterhausen
: 110 neue Wohnungen in Plattenbausiedlung geplant

Der Hauptausschuss in Königs Wusterhausen hat über die Anwendung des Bauturbos für neue Wohnungen auf einer Bauruine abgestimmt. Die Entscheidung fällt knapp aus.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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So könnten die neuen Wohnungen in Königs Wusterhausen aussehen. Warum die Art der Begrünung im Bauausschuss kritisiert wurde.

So könnten die neuen Wohnungen in Königs Wusterhausen aussehen. Warum die Art der Begrünung im Bauausschuss kritisiert wurde.

Visualisierung ardoris GmbH
  • Hauptausschuss lehnte Vorbescheid für 110 Wohnungen in Königs Wusterhausen ab.
  • Geplant waren vier Häuser mit fünf Geschossen und 110 Tiefgaragenstellplätzen.
  • Pro: Bauruine weg, keine neue Versiegelung – Contra: Infrastruktur, Höhe, Begrünung.
  • Kritik an Tiefgarage: zu wenig Wurzelraum, Dachbegrünung überzeugt nicht.
  • Mietpreise und Küchen unklar, Zielgruppe Normal- bis Besserverdienende.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Königs Wusterhausen war die allererste Kommune in Dahme-Spreewald, die den Bauturbo angewendet hat. Nachdem die Stadtverordneten in diesem Zusammenhang über den Bau einiger Einfamilienhäuser entscheiden mussten, soll nun ein Projekt umgesetzt werden, für das der Bauturbo tatsächlich gedacht ist: Schnell möglichst viele Wohnungen bauen.

Investoren möchten die einstige Konsumkaufhalle in der Bettina-von-Arnim-Straße in Königs Wusterhausen abreißen und Wohnungen bauen. Fünf Geschosse sollen die vier Wohnhäuser im Plattenbauviertel haben. Geplant sind 110 Wohnungen, sowie 110 Tiefgaragenstellplätze. Nachdem der Bauausschuss positiv darüber abgestimmt hatte, das Vorhaben im Bauturbo zu verwirklichen, diskutiert am 13. August 2026 der Hauptausschuss.

Mike Groß, Geschäftsführer des beauftragten Architektenbüros ardoris GmbH, spricht von einer Aufwertung. „Bauruinen verschwinden und die Versiegelung neuer Bauflächen wird vermieden“, sagt er. Die Wohnungen sollen ein bis vier Zimmer und größtenteils Balkone haben. Ob Einbauküchen zur Ausstattung gehören, sei bisher nicht klar.

Diese Argumente sprechen gegen die neuen Wohnungen

Im Bauausschuss wurde das Vorhaben gelobt und mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung empfohlen. Zu klären sei noch, ob das Abwassernetz mit dieser Anzahl neuer Wohnungen belastbar sei.

Im Hauptausschuss an diesem Donnerstagnachmittag (13.8.) stellt Baudezernent Christopher Eichwald klar, dass es sich um einen Vorbescheid handelt. Über den Bauantrag selbst müsste an einem anderen Tag noch einmal im Hauptausschuss entschieden werden.

Bauruinen verschwinden und die Versiegelung neuer Bauflächen wird vermieden.
Mike Groß
Geschäftsführer ardoris GmbH

Bezüglich des Bauturbos sei noch nicht alles geregelt worden, stellt Eichwald klar. Falls der Ausschuss jetzt zustimme, müsste im Zweifel ein Richter entscheiden, ob alles so umgesetzt werden müsse, wie im ersten Entwurf. Es sollten deshalb Zwischenabstimmungen darüber getroffen werden, was im Bauantrag festgelegt werde. Zum Beispiel über die Anzahl und Kosten der Stellplätze.

Die Argumente, die im Hauptausschuss vorgetragen werden, sprechen überwiegend gegen den Bau der Wohnungen: Die Infrastruktur sei am Limit, die geplante Begrünung reiche nicht aus, die Bebauung mit fünf Stockwerken wäre zu hoch. Die Verdichtung solle nicht weiter vorangetrieben werden, sagt zum Beispiel Christian Lazarus-Möbus von der CDU. Es gibt aber auch Gegenstimmen. Dass an „diesem unschönen Ort“ etwas gebaut wird, begrüßen die meisten Stadtverordneten.

Knappe Entscheidung im Hauptausschuss Königs Wusterhausen

Mit 5 Ja-Stimmen, 5 Gegenstimmen, 2 Enthaltungen wird der Antrag zum Vorbescheid schließlich abgelehnt. Das bedeutet, dass der Bauturbo zunächst nicht umgesetzt wird.

Mit der Frage, wie das Projekt weitergehe, falls der Bauturbo abgelehnt werde, habe man sich nicht beschäftigt, teilt Mike Groß im Vorfeld mit. Er gehe davon aus, dass der Bauturbo genehmigt werde. Wäre alles optimal gelaufen, hätte 2026 noch die Baugenehmigung eingeholt werden und der Bau in der zweiten Hälfte von 2027 beginnen können. Ganz so schnell wird es jetzt nicht gehen. Das Architekturbüro geht von einer Bauzeit von 2,5 Jahren aus.

Kritik gab es vor allem zur „Begrünung“: Geplant ist, durch die erdüberdeckte Tiefgarage auf dem Grundstück mehr Freifläche für Begrünung nutzen zu können. Dort könnten dann aber keine größeren Bäume Wurzeln schlagen. Auch eine mögliche Begrünung des Dachs konnte die Bedenken nicht zerstreuen.

Mike Groß sagt, dass es dazu noch detaillierte Abstimmungen mit der Stadt geben werde. Er erwähnt aber auch, dass auf zwei unmittelbar angrenzenden Grundstücken eine „umfangreiche Begrünung“ vorhanden sei. „Es ist zudem auch unser Anspruch, etwas Nachhaltiges zu errichten“, sagt er.

Was sollen die Wohnungen in Königs Wusterhausen kosten?

Wie viel es kosten wird, die Wohnungen zu bauen, und auch mögliche Mietpreise konnte der Geschäftsführer noch nicht nennen. In Königs Wusterhausen stehen noch viele neue Wohnungen leer, zum Beispiel am Darwinbogen und am Nottekanal. Auch deshalb gab es im Hauptausschuss der Stadt Bedenken.

„Selbstverständlich haben wir uns auch Gedanken zur Zielgruppe unserer künftigen Mieter gemacht“, sagt er. Es seien keine Luxuswohnungen geplant, günstig werde es vermutlich trotzdem nicht. „Wohnungen im einfachen Standard gibt es im Umfeld vermutlich schon genügend.“ Man wolle eine gute „städtebauliche Durchmischung“ mit Normal- und Besserverdienenden in dem Gebiet erreichen.

Die Mietpreise sollen „marktgerecht, um zügig vermieten zu können“ sein, so Groß. Leerstände würden weder der Stadt, noch dem Bauherrn nützen.