Bombe in Oranienburg: Anomalie entdeckt, droht jetzt die nächste Evakuierung?

In Oranienburg entscheidet sich, ob hinter einem metallischen Gegenstand eine weitere Bombe steckt. Kommt 2026 eine weitere Bombenentschärung auf die Stadt zu? (Symbolfoto)
Michael Helbig- In Oranienburg wurde bei der Suche in der Adolf-Damaschke-Straße 11 eine Anomalie entdeckt.
- Am Montag, 10. August, soll feststehen, ob es sich um einen Blindgänger handelt.
- Bestätigt sich der Verdacht, gilt ein 100-Meter-Sicherheitsbereich – Anwohner würden evakuiert.
- In Lehnitz wird am Mittwoch, 2. September, eine gefundene Bombe entschärft; 4700 Menschen müssen raus.
- Oranienburg investiert jährlich bis zu drei Millionen Euro in Kampfmittelsuche; Bauvorhaben brauchen Nachweise.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Oranienburg lebt in ständiger Unsicherheit. Bemerkbar macht sich das für viele im Alltag nicht. Doch die noch 200 bis 250 im Boden vermuteten Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg haben Auswirkungen.
Nicht nur sind sie für die Stadt ein Finanzfaktor, immerhin gibt sie jedes Jahr bis zu drei Millionen Euro für die Kampfmittelsuche aus. Auch Unternehmen, die sich erweitern, oder Familien mit Grundstück, die bauen wollen, merken es. Sie benötigen für ihre Bauvorhaben immer eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung.
Anwohnerinnen und Anwohner sind direkt betroffen. Sie müssen fast schon regelmäßig ihre Häuser und Wohnungen verlassen, wenn ein weiterer Sprengkörper entschärft oder kontrolliert gesprengt wird. Der nächste Termin ist für Mittwoch, 2. September, angesetzt.
Wurde noch eine Bombe in Oranienburg gefunden?
Eine Bombe im Ortsteil Lehnitz wird unschädlich gemacht. 4700 Menschen müssen evakuiert werden. Der Bahnverkehr wird eingestellt, der S-Bahnhof Lehnitz liegt im Sperrkreis. Von der Bombenentschärfung in Borgsdorf eine Woche zuvor – am Mittwoch, 26. August – ist Oranienburg kaum betroffen. In dem in Oranienburg-Süd liegenden Teil des Sperrkreises wohnen keine Personen. „Es handelt sich vorwiegend um Waldgebiet“, so die Stadt.
Dafür entscheidet sich schon am Montag, 10. August, ob mitten in Oranienburg eine weitere, möglicherweise explosive Bombe gefunden wurde. Bei dem metallischen Gegenstand ist noch unklar, ob es sich wirklich um einen Blindgänger handelt.
Gefunden wurde die Anomalie bei der systematischen Kampfmittelsuche in der Adolf-Damaschke-Straße 11. Dabei handelt es sich um ein unbebautes Grundstück der Stadt Oranienburg.

Auf diesem Grundstück in Oranienburg liegt möglicherweise eine weitere Bombe.
Stadt Oranienburg/Kerstin KlausDer Gegenstand im Boden wurde im Auftrag des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) mit dem UltraTEM-Verfahren abgeklärt. Damit können metallische Gegenstände im Erdreich unter anderem mittels Elektromagnetik genauer untersucht werden. „Es ermöglicht den Fachleuten, die bereits vorliegenden Messergebnisse weiter auszuwerten und die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, ob es sich um einen Bombenblindgänger handelt“, teilt die Stadt mit.
Hier liegt in Oranienburg vielleicht die nächste Bombe:
Wie die SPD Oranienburg in ihrer wöchentlichen Kolumne schreibt, soll das Prüfungsergebnis am 10. August gegen 10 Uhr vorliegen. Wie geht es dann weiter?
Sollte sich der Gegenstand als Blindgänger herausstellen, greift sofort ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 100 Metern um den Fundort. Die dort lebenden Menschen werden evakuiert. Die Stadtverwaltung will die Betroffenen direkt informieren und die Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen informieren.
So geht es nach dem Fund der Bombe in Oranienburg weiter
Bestätigt sich der Verdacht, wird – wie schon in Lehnitz, wo die Bombe ebenfalls mitten im Wohngebiet gefunden wurde – eine Splitterschutzwand um den Fundort errichtet. In Lehnitz waren und sind das 28 Überseecontainer. Nach der Bestätigung mussten in Lehnitz rund 30 Menschen evakuiert werden. Zwei Tage später konnten sie zurück in ihre Häuser.
Sollte es sich an der Adolf-Damaschke-Straße um einen Blindgänger handeln, kann sich der Termin für die Entschärfung durchaus hinziehen – je nachdem, wie aufwendig etwa die Grundwasserabsenkung ist. Der Blindgänger in Lehnitz wurde am 18. Mai gefunden, die Entschärfung ist am 2. September.

