Bombe in Oranienburg: Blindgänger bestätigt, erste Bewohner evakuiert

In Oranienburg hat sich eine metallischer Gegenstand als weitere Bombe entpuppt. So geht es jetzt weiter. (Symbolfoto)
Michael Helbig- In Oranienburg wurde bei der Suche in der Adolf-Damaschke-Straße 11 eine Anomalie entdeckt.
- Am Montag, 10. August, soll feststehen, ob es sich um einen Blindgänger handelt.
- Bestätigt sich der Verdacht, gilt ein 100-Meter-Sicherheitsbereich – Anwohner würden evakuiert.
- In Lehnitz wird am Mittwoch, 2. September, eine gefundene Bombe entschärft; 4700 Menschen müssen raus.
- Oranienburg investiert jährlich bis zu drei Millionen Euro in Kampfmittelsuche; Bauvorhaben brauchen Nachweise.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Oranienburg lebt in ständiger Unsicherheit. Bemerkbar macht sich das für viele im Alltag nicht. Doch die noch 200 bis 250 im Boden vermuteten Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg haben Auswirkungen.
Nicht nur sind sie für die Stadt ein Finanzfaktor, immerhin gibt sie jedes Jahr bis zu drei Millionen Euro für die Kampfmittelsuche aus. Auch Unternehmen, die sich erweitern, oder Familien mit Grundstück, die bauen wollen, merken es. Sie benötigen für ihre Bauvorhaben immer eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung.
Anwohnerinnen und Anwohner sind direkt betroffen. Sie müssen fast schon regelmäßig ihre Häuser und Wohnungen verlassen, wenn ein weiterer Sprengkörper entschärft oder kontrolliert gesprengt wird. Der nächste Termin ist für Mittwoch, 2. September, angesetzt.
Wurde noch eine Bombe in Oranienburg gefunden?
Eine Bombe im Ortsteil Lehnitz wird unschädlich gemacht. 4700 Menschen müssen evakuiert werden. Der Bahnverkehr wird eingestellt, der S-Bahnhof Lehnitz liegt im Sperrkreis. Von der Bombenentschärfung in Borgsdorf eine Woche zuvor – am Mittwoch, 26. August – ist Oranienburg kaum betroffen. In dem in Oranienburg-Süd liegenden Teil des Sperrkreises wohnen keine Personen. „Es handelt sich vorwiegend um Waldgebiet“, so die Stadt.
Dafür hat sich am Montag, 10. August, entschieden, ob mitten in Oranienburg eine weitere, möglicherweise explosive Bombe gefunden wurde. Bei dem metallischen Gegenstand war unklar, ob es sich wirklich um einen Blindgänger handelt.
Gefunden wurde die Anomalie bei der systematischen Kampfmittelsuche in der Adolf-Damaschke-Straße 11. Dabei handelt es sich um ein unbebautes Grundstück der Stadt Oranienburg.

Auf diesem Grundstück in Oranienburg liegt eine weitere Bombe. Mehr als 50 Menschen mussten am Montag, 10. August, evakuiert werden.
Stadt Oranienburg/Kerstin KlausDer Gegenstand im Boden wurde im Auftrag des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) mit dem UltraTEM-Verfahren abgeklärt. Damit können metallische Gegenstände im Erdreich unter anderem mittels Elektromagnetik genauer untersucht werden. „Es ermöglicht den Fachleuten, die bereits vorliegenden Messergebnisse weiter auszuwerten und die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, ob es sich um einen Bombenblindgänger handelt“, teilt die Stadt mit.
Die Stadtverwaltung informierte am Montagvormittag über das Ergebnis der Prüfung: Bei der Anomalie handelt es sich um eine Bombe. „Auf Empfehlung des KMBD wurde mit sofortiger Wirkung ein Sperrbereich mit einem Radius von 100 Metern rund um den Fundort des Bombenblindgängers eingerichtet“, so Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer.
53 Personen, die dort ihren festen Wohnsitz haben, mussten bereits am Morgen evakuiert werden. „Außerdem liegen Wochenend- und Gartengrundstücke in dem Bereich“, so Fehlauer. Die Zugänge zum gesperrten Bereich werden durch Sicherheitskräfte eines von der Stadt Oranienburg beauftragten Wachschutzunternehmens kontrolliert. Die Sicherheitskräfte sind an sechs Positionen eingesetzt.
Hier liegt in Oranienburg die nächste Bombe:
So geht es nach dem Fund der Bombe in Oranienburg weiter
Damit die evakuierten Menschen schnellstmöglich – wahrscheinlich am Mittwoch, 12. August – wieder in ihre Häuser kommen, wird eine Splitterschutzwand aus Containern um den Fundort errichtet, um im Fall einer unbeabsichtigten Detonation Metallteile und Bombensplitter abzufangen. In Lehnitz waren und sind das 28 Überseecontainer. Nach der Bestätigung mussten in Lehnitz rund 30 Menschen evakuiert werden. Zwei Tage später konnten sie zurück in ihre Häuser.
Wann die Bombe an der Adolf-Damaschke-Straße entschärft wird, steht noch nicht fest. „Die Stadt Oranienburg und der KMBD werden sich gemeinsam auf einen Zeitplan zur Freilegung und Bergung der Bombe verständigen“, so Fehlauer. Der Blindgänger in Lehnitz wurde am 18. Mai gefunden, die Entschärfung ist am 2. September.

