Bürgermeisterwahl Glienicke 2025
: Mobilisieren Kandidaten mehr Wähler zur Stichwahl?

Eine Stichwahl entscheidet, wer neuer Bürgermeister in Glienicke wird. Das sind im Wahlkampf-Endspurt die Taktiken von Arno Steguweit (CDU) und Uwe Klein (SPD).
Von
Jürgen Liebezeit
Glienicke
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Uwe Klein (links) und Arno Steguweit haben es in die Stichwahl für das Amt des Bürgermeister in Glienicke geschafft.

Uwe Klein (links) und Arno Steguweit haben es in die Stichwahl für das Amt des Bürgermeister in Glienicke geschafft.

Jürgen Liebezeit
  • Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Glienicke zwischen Arno Steguweit (CDU) und Uwe Klein (SPD).
  • Amtsinhaber Hans Günther Oberlack (FDP) tritt altersbedingt nicht erneut an.
  • Wahl am 12. Oktober – Beteiligung und Mobilisierung von Nichtwählern entscheidend.
  • Steguweit setzt auf Haustürgespräche, Klein auf Präsenz im Ort und soziale Medien.
  • Beide Kandidaten erhalten Unterstützung aus unterschiedlichen politischen Lagern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Glienicke bekommt einen neuen Bürgermeister, denn Amtsinhaber Hans Günther Oberlack (FDP) trat aus Altersgründen nicht mehr zu Wahl an. In die Stichwahl haben es Arno Steguweit (CDU) und Uwe Klein (SPD) geschafft. Beide buhlen nun um die Gunst der Wähler – und vor allem der Nichtwähler.

Die beiden Männer rechnen sich Chancen aus, die entscheidende Wahl am 12. Oktober zu gewinnen. Klein und Steguweit gehen von einem knappen Ergebnis aus. Wahlentscheidend könnte die Beteiligung sein.

Pessimisten schätzen, dass nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme abgeben wird. Dann gerät möglicherweise sogar das geforderte Quorum in Gefahr. Der Wahlsieger muss mindestens 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten bekommen. Das sind in Glienicke etwa 1570 Stimmen.

Beide Bürgermeisterkandidaten setzten auf direkte Gespräche

Es kommt also auf jede Stimmen an. Da sind sich beide Kontrahenten einig. Deshalb steht bis zur Stichwahl der Straßenwahlkampf im Mittelpunkt. Die Teams um Klein und Steguweit organisieren sonnabends Wahlstände im Ort, wo auch die beiden Bewerber anzutreffen sind.

Stichwahl in Glienicke: Zwischen Arno Steguweit (CDU) und Uwe Klein (SPD) entscheidet sich am 12. Oktober, wer neuer Bürgermeister in Glienicke wird. Entscheidend wird sein, wer mehr Nicht-Wähler für sich mobilisieren kann.

Stichwahl in Glienicke: Zwischen Arno Steguweit (CDU) und Uwe Klein (SPD) entscheidet sich am 12. Oktober, wer neuer Bürgermeister in Glienicke wird. Entscheidend wird sein, wer mehr Nicht-Wähler für sich mobilisieren kann.

Jürgen Liebezeit

Steguweit, der im Hauptberuf zusammen mit seiner Frau ein Weingeschäft betreibt, sucht zudem das Gespräch an der Haustür. „Das war schon vor der Hauptwahl sehr erfolgreich“, hält er an seinem Konzept fest. Er habe so erfahren, was die Menschen in Glienicke bewege und was ihnen wichtig sei. In den Gesprächen bis zum 12. Oktober will Steguweit an die Einwohner appellieren, von ihrem Wahlrecht auf jeden Fall Gebrauch zu machen.

„Noch ist nichts entschieden“, versucht der Christdemokrat, der am 21. September mit 35,5 Prozent die meisten Stimmen geholt hat, seine Anhänger zu mobilisieren. Steguweit hat auch das Wahlkampftempo etwas gedrosselt, um den Menschen nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen. So hält er sich beispielsweise bewusst bei der Kommentierung in den sozialen Medien zurück.

Uwe Klein erhielt knapp 600 Stimmen weniger als Steguweit und kam mit 26,2 Prozent in die Stichwahl. Das motiviert ihn, das Tempo hochzuhalten. Für den Sozialdemokraten ist der Bürgerkontakt enorm wichtig. Uwe Klein, der, wie seit 19 Jahren, auch beim kommenden Flohmarkt am Dorfteich wieder einen kleinen Stand aufbauen wird, setzt nicht nur auf permanente Präsens und Gesprächsbereitschaft im Ort. Dafür hat er sich extra freigenommen. „Aktuell dauert das Brötchenholen schon mal eine Stunde“, sagt Klein. Er hat auch noch einmal einen neuen Flyer in eigener Sache verteilen lassen und weitere Videos für die sozialen Medien produziert.

Steguweit und Klein werben auf ihren Plakaten für die Stichwahl

Sowohl Steguweit als auch Klein haben die meisten ihrer Plakate mit einem auffälligen Aufkleber aktualisiert. Damit weisen sie auf die anstehende Stichwahl hin, die bei vielen Glienickern nicht mehr im Blickfeld ist.

Während der 47-jährige Steguweit auf einen Generationswechsel in Glienicke setzt, führt Klein, Jahrgang 1964, seine langjährige Erfahrung und Geradlinigkeit als Kommunalpolitiker ins Feld. Beide haben aus unterschiedlichen politischen Lagern Unterstützung.

CDU-Mann Steguweit hat die FDP und die Glienicker Bürgerliste hinter sich. Ex-CDU-Mitglied Michael Breier (parteilos), der bei der Wahl acht Prozent holte, spricht sich klar für Uwe Klein aus. André Spannemann (AfD) unterstützt Klein zwar nicht direkt, hat sich aber deutlich gegen Steguweit als Bürgermeister positioniert.

„Ich möchte keine Wahlempfehlung, weder von der AfD noch von den Linken“, so Klein. Die Linken haben auch gar keine gegeben. Auch die Grünen halten sich zurück. „Ich spüre seit der Hauptwahl aber einen deutlichen Rückenwind“, so Klein, der mehr auf seinen Bekanntheitsgrad als auf sein Parteibuch setzt.

Bei der Hauptwahl am 21. September lag die Wahlbeteiligung bei 61,7 Prozent.

Fragen und Antworten zur Bürgermeisterwahl 2025 in Glienicke

Bislang sind folgende fünf Fragen, die wir allen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl 2025 gestellt haben, beantwortet worden:

19. August 2025: So viel investieren die Kandidaten in Wahlkampf
21. August 2025: Visionen für 2030 – davon träumen die Kandidaten
26. August 2025: Unter der Gürtellinie? Das sagen die Kandidaten
28. August 2025:  Das machen die Kandidaten für den Klimaschutz
1. September 2025: So bauen die Kandidaten Bürokratie im Rathaus ab
16. September 2025: Bezahlbarer Wohnraum – die Ideen der Kandidaten