Geschichtlich gesehen, ist Premnitz zuallererst ein Ort an der Havel. Seit 1336 ist seine Existenz schriftlich belegt. Damals handelte es sich noch um ein Fischerdorf. Infrastrukturelle Bedeutung erlangte es im Mittelalter wohl durch die Nähe zur Burg in Milow. Beide Orte waren durch den Fluss getrennt, eine Brücke gab es im 14. Jahrhundert noch nicht.

Premnitz - Milow: Brückenschlag erst 1945

Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert hatte der mächtige Erzbischof jenseits der Havel, im Magdeburgischen, das Sagen. Im 17. Jahrhundert wurde das Herzogtum Magdeburg Teil des Kurfürstentums Brandenburg-Preußen. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein bestand Fährbetrieb zwischen Milow und Premnitz.
Der erstmalige Brückenschlag erfolgte unmittelbar bei Kriegsende (1945) durch sowjetische Pontons. Auf Befehl der Siegermacht wurde  1948/49 eine Holzbrücke errichtet. Eine massive Verbindung gibt es seit 1960.

Ende des 19. Jahrhunderts den Vorläufer der Bundesstraße 102 gebaut

Indessen war Premnitz längst nach Nord und Süd hin bestens mit der Region verbunden. Seit 1886 konnte jene Chaussee gen Rathenow befahren werden, die später zur B102 ausgebaut wurde. In die Gegenrichtung erfolgte der Straßenbau gen Pritzerbe zehn Jahre später. Seit 1897 ist Brandenburg/Havel zu erreichen. 190 ging die Städtebahn in Betrieb. Premnitz hat heute zwei Bahnstationen.

Blaues Band der Havel lebte 2015 auf

Vor den infrastrukturellen Umwälzungen war das blaue Band der Havel das verbindende Element in der Region. Dementsprechende Bedeutung hatte die Binnenschifffahrt. 2015 lebte das blaue Band als Leitmotiv zur Bundesgartenschau Havelregion wieder auf. Seit 2016 werden an der Havel außerdem die jährlichen Uferfeste gefeiert. Das nächste Mal findet es vom 27. bis 29. August 2021 statt.

Auf der einen Havelseite urbanes Leben, auf der anderen Natur pur

Unabhängig davon wie stark heute Verkehrs- und Pendlerströme durch Premnitz sind, ist eines weiter gegenwärtig: Wer wie die Sechs-Meter-Galiarde am Havelufer steht, blickt ausschließlich in die Natur und fühlt sich zurückversetzt in Zeiten ohne Autos und Bahn. Der Beruf des Fischers ist zwar ausgestorben in der Stadt, doch erinnert eine Plastik am Havelufer an die Ursprünge.