Jahrzehntelang wurde in Falkensee über ein Hallenbad diskutiert, Standortfragen geklärt, Bürgerbefragungen durchgeführt. Dass am Donnerstag, 4. August 2022, Richtfest gefeiert werden konnte, hängt auch mit einer sehr engagierten Bürgerschaft zusammen. Denn nachdem man sich für den jetzigen Standort an der Seegefelder Straße entschieden hatte und die ersten drei Planungsphasen vorüber waren, stoppten die Stadtverordneten Ende 2019 aus monetären Bedenken das Großprojekt.
Erst ein im November 2020 erfolgreicher Bürgerentscheid sorgte für die Wiederaufnahme des Projekts. Was natürlich zu weiteren Verzögerungen führte. So hatte sich das Planungsbüro längst anderweitig orientiert. Nichtsdestotrotz konnten Anfang 2021 die ersten Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden. Am 17. Juni 2021 erfolgte dann, bei ebenfalls sehr heißen Temperaturen, der erste Spatenstich. Zur Grundsteinlegung am 4. November 2021 war es kalt und regnete stark. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) unkte daraufhin in seiner Begrüßungsrede, dass es zur Eröffnung wohl einen Schneesturm geben würde. Denn die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant.

Trotz Problemen liegt der Bau im Zeitplan

Damit liegt man noch einigermaßen im Zeitplan, was dem Müller zufolge nicht selbstverständlich sei. So gebe es auf dieser Baustelle, wie auf vielen anderen auch, immer wieder Probleme, Material zu bekommen, sei es, weil es Lieferverzögerungen gibt oder das gewünschte Material gar nicht mehr verfügbar ist. Zudem fallen Mitarbeiter aufgrund von Krankheit aus. Außerdem mussten einige der Ausschreibungen wiederholt werden, weil keine passenden Angebote eingegangen waren. Man habe zudem die Ausschreibungen, die auch noch später erfolgen können, zurückgestellt und hofft dann geeignete Firmen zu finden.
Mit Stand der Kostenfortschreibung von Juni 2022 wird das Hallenbad voraussichtlich 28 Millionen Euro kosten. Gründe für die Preissteigerung sind die gestiegenen Material- und Energiekosten. Zum Thema Energie mach man sich auch weitere Gedanken. So wird auf dem Flachbau, der später die Kegelbahn beherbergt, eine Photovoltaikanlage errichtet werden.
Bauleiter Detlef Heiden verlas den Richtspruch und Bürgermeister Heiko Müller schlug den letzten Nagel ins improvisierte Gebälk.
Bauleiter Detlef Heiden verlas den Richtspruch und Bürgermeister Heiko Müller schlug den letzten Nagel ins improvisierte Gebälk.
© Foto: Sandra Euent

Hallenbad energetisch eher kleines Problem für Falkensee

Die geplante Heizung des Bads wird indes erstmal nicht verändert. Man sei froh, dass man überhaupt eine Heizung habe, so Heiko Müller. Diese seien zur Mangelware geworden. Allerdings prüfe man Optionen einer späteren Nachrüstung, beispielsweise mit einer Wärmepumpe. Müller zufolge stelle auch die Heizungsanlage des Hallenbads die Stadt vor eher geringe Herausforderungen, es sei die modernste. Mehr Sorgen bereiten ihm da die anderen kommunalen Gebäude, in denen die Heizungsanlagen teilweise 25 Jahre alt sind und die auch energetisch schlecht isoliert seien.
Wie man einen letzten Nagel in ein Gebäude mit Stahlträger als Dachkonstruktion einschlägt, konnte man dann nach dem durch Bauleiter Detlef Heiden ausgebrachten Richtspruch sehen: In einen Balken, mit Schraubzwingen im Stahlträger vorübergehend befestigt, schlug der Bürgermeister den Nagel ein.