Politik in MOL: Landrat von Märkisch-Oderland will Sacharbeit statt Ideologie

Seit 30 Jahren besteht der Schüleraustausch zwischen der 7. Schule in Brest und dem Seelower Gymnasium. Das gefällt nicht allen politischen Akteuren in Deutschland und Weißrussland. Zum Kreisempfang in Trebnitz stellten junge Teilnehmer das diesjährige Projekt vor.
Ulf Grieger- Landrat Gernot Schmidt lehnt eine „Brandmauer“ im Kreistag MOL ab und setzt auf Sacharbeit.
- Er betont Schüleraustausch mit Belarus seit 30 Jahren und pflegt Kontakte nach Osteuropa.
- Trotz Haushaltsproblemen sieht er den Landkreis positiv und verweist auf gelöste Krisen.
- Daseinsvorsorge sichern: Rettungsdienst und Kliniken erfordern gemeinsame Lösungen.
- Beim Jahresempfang wurden engagierte Bürger und Kulturschaffende aus Märkisch-Oderland geehrt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Kreistag Märkisch-Oderland gibt es keine Brandmauer, auch nicht zur AfD. Mit diesem Satz hat Landrat Gernot Schmidt (64/SPD) die Gäste des Jahresempfangs aus Politik, Kultur und Wirtschaft in der Bildungsstätte Trebnitz bei Seelow nicht mehr überrascht. Denn dies ist seit Längerem gelebte Praxis in der Kreispolitik.
Schmidt würdigte die seit 30 Jahren stattfindenden Schüleraustausche zwischen Belarus und Seelow. Diese reihen sich ein in die zahlreichen Sonderwege, mit denen sich Märkisch-Oderland bei der Lösung von Problemen nicht von Ideologien, sondern vom Ergebnis demokratischen Austauschs leiten lässt. Märkisch-Oderland habe immer nach geeigneten Lösungen gesucht, erinnerte der Landrat an die Corona-Pandemie, die Afrikanische Schweinepest und den Umgang mit Flüchtlingen.
Trotz der aktuellen Haushaltsprobleme zeichnete der Landrat ein optimistisches Bild der Entwicklung des 200.000-Einwohner-Landkreises. Man habe bislang die Schwierigkeiten gemeinsam gelöst und werde das auch in Zukunft tun. Mit Stolz verwies er darauf, dass es gelungen sei, an der Spitze der Kreisverwaltung einen Generationswechsel zu schaffen.
In Strausberg Demokratie verteidigt
Schon traditionell lud der Kreis zum Jahresempfang nach Trebnitz ein, um den Akteuren von Politik, Kultur und Wirtschaft die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung zu geben. Die Letschiner Musikerin Heike Matzer sorgte mit ihren Liedern für eine stimmungsvolle Umrahmung des Empfangs, der vor allem von der Rede des Landrates geprägt war.
Wobei Gernot Schmidt keinen Zweifel aufkommen ließ, dass es trotz des Umstandes, dass es keine Brandmauer im Kreistag zur AfD bei der Lösung von Sachfragen gibt, nicht doch prinzipielle Standpunkte in der Auseinandersetzung gibt.
Er machte auch deutlich, dass kleinbürgerliche Unbildung, gepaart mit kapitalistischer Gier, eine Gefahr für die Welt darstelle.
Rückblickend auf das Jahr dankt Schmidt den Strausberger Stadtverordneten, die mit ihren Beschlüssen die Bürgermeister-Neuwahl ermöglicht und das Vorgehen des Kreises MOL unterstützt haben. „Die Demokratie muss verteidigt werden“, betonte der Landrat.
Besondere Verantwortung von Märkisch-Oderland
Eine Sonderrolle nehme Märkisch-Oderland auch immer ein, wenn es um das Verhältnis zu den Völkern Osteuropas geht. Auf dem Areal des Landkreises gibt es eine große Anzahl von Kriegsgräberstätten. „Wir haben uns verpflichtet, über den Gräbern der Gefallenen keine Tagespolitik zu machen“, erinnerte der Landrat. Und er betonte, dass die schweigende Mehrheit der Bevölkerung diese Haltung des Landkreises MOL auch mitträgt.
Das wird immer wieder deutlich, insbesondere bei Veranstaltungen an den Gedenkstätten in Kienitz, Seelow oder Lebus, wo es entgegen den Vorstellungen von einigen Vertretern der Bundesregierung immer auch zu wichtigen Begegnungen mit Vertretern der osteuropäischen Länder und der deutschen Bevölkerung kommt.
Daseinsvorsorge sichern
Gernot Schmidt wies darauf hin, dass in der Bevölkerung Ängste dazu geschürt würden, dass die Daseinsvorsorge künftig nicht gewährleistet werden könne. Dabei sprach er auch das Thema Rettungsdienst an, bei dem sich niemand aus der Lösungssuche herausziehen könne, indem er die Verantwortung einseitig auf die Kommunen zuschiebt.
Beim Thema Krankenhaus zeigte sich der Landrat dankbar, dass bei allen Fraktionen im Kreistag die Bereitschaft da ist, alles für die Stabilisierung des Klinikverbundes in Märkisch-Oderland zu tun. Auch dabei hätte eine Brandmauer nicht helfen können.
Es sei diese gemeinsame konstruktive Suche nach Lösungen, die ihn optimistisch stimme, auch die nächsten Aufgaben im Kreis meistern zu können. Tatsächlich hatte es insbesondere bei den Haushaltsdebatten und bei der Frage nach der Investitionspolitik oder der drängenden Frage des Wasserhaushalts immer auch den Willen gegeben, zu Lösungen zu kommen, die den Menschen vor Ort helfen und die nicht nur ideologische Vorgaben bedienen.
Engagierte Oderländer geehrt
Schon traditionell ehrten Kreistagspräsident Kay Juschka und Landrat Schmidt engagierte Oderländer aus Anlass des Kreisempfangs. Dazu gehörte auch Lutz Hackert, langjähriger Vorsitzender des Jagdverbandes Märkisch-Oderland. Ihm wurde vor allem für die gute Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest gedankt. Inge Clausonet und ihr Mann aus Müncheberg wurden geehrt, weil sie seit mehr als zehn Jahren im Willkommenskreis aktiv sind und Flüchtlingsfamilien unterstützen.
Geehrt wurde auch Dirk Riekers. Am 10. Juni 2026 wurde Dirk Rieckers, der seit 33 Jahren im Vorstand der Sparkasse Märkisch-Oderland sitzt, in den Ruhestand verabschiedet. Eine Ehrung gab es zudem für Musiklehrerin Sandra Yvonne Hoffmann: Die Musikpädagogin ist die Leiterin der privaten Musikschule VivaMusica. Deren Unterrichts- und Einzugsgebiet liegt vorwiegend im Berliner Raum (Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn und Lichtenberg). Unter ihrer Leitung werden dort unter anderem die „VivaMusiKids“ ausgebildet.









