Verkehr in Berlin-Spandau: Wie das Chaos am Südhafen gelöst werden soll

Die Kreuzung am Südhafen Spandau zwischen der Schulenburgstraße, dem Tiefwerderweg und Am Oberhafen ist chaotisch. Das könnte sich bald ändern.
Kai Wielert- Am Südhafen Spandau wird umgebaut, 98 Mio. Euro investiert, größtenteils Bundesmittel.
- Verkehrschaos an der Kreuzung Schulenburgstraße/Tiefwerderweg wird durch Kreisverkehr behoben.
- Fahrradfahrer und Fußgänger bekommen mehr Platz, viele Parkplätze fallen weg.
- Brücke wird erneuert, Steigung für größere Schiffe angepasst.
- Bauarbeiten starten Ende 2026, Straßenbau ab Anfang 2028.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer schon mal über die Schulenburgbrücke am Südhafen fahren musste, kennt das Problem: Die Kreuzung zwischen Schulenburgstraße, Tiefwerderweg und Am Oberhafen ist das totale Chaos. Auch Fahrprofis bekommen hier bei den Verkehrsregeln Probleme. Die Situation könnte sich aber in den nächsten Jahren verbessern, denn am anliegenden Südhafen sind große Umbauarbeiten geplant. Betroffen sind dabei auch die umliegenden Straßen.
Der Ausbau des Südhafens ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Hauptstadt. Insgesamt 98 Millionen Euro sollen in das Projekt fließen, zum Großteil finanziert durch Fördermittel des Bundes. Einen „schlafenden Riesen“ nannte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) Berlins zweitgrößten Hafen. Durch den Umbau sollen Güter vermehrt über die Schiene und das Wasser transportiert werden.
Dafür bekommt der Südhafen ein neues Gleis, welches zum Güterbahnhof Ruhleben führen soll. Das Problem für die aktuelle Straßenführung: Laut Plan kann dieses Gleis nur über den Oberhafen herangeführt werden und müsste somit über die Kreuzung am Tiefwerderweg laufen. Da dort ohnehin Bauarbeiten stattfinden müssen, soll gleich der ganze Kreuzungsbereich neu geplant werden.
Die Straßen rund um diese Brücke werden neu gebaut:
Bei einer digitalen Infoveranstaltung haben die verschiedenen Akteure des Projekts den Planungsstand vorgestellt. So auch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) mit der Straßen- und Kreuzungsplanung. Die aktuellen Entwürfe sind jedoch noch längst nicht final. Besonders bei dem Thema Parkplätze sei die Senatsverwaltung noch im Gespräch mit dem Bezirk, der hier deutlich mehr Stellplätze fordert.
Kreuzung am Südhafen in Spandau soll Kreisverkehr werden
Für die Kreuzung an der Ostseite der Schulenburgbrücke sind aktuell verschiedene Varianten im Gespräch. Bevorzugt wird laut der Senatsverwaltung ein Kreisverkehr; eine normale Kreuzung bleibt aber weiterhin möglich. Bei beiden Varianten sollen insbesondere Fahrradfahrer mehr Platz bekommen. Für Fußgänger wäre wohl der Kreisverkehr eine bessere Lösung, da hier Zebrastreifen an jeder Straßenüberquerung geplant sind.

Die Kreuzung an der Schulenburgstraße in Spandau ist heute sehr chaotisch. Das Problem soll durch einen Kreisverkehr gelöst werden.
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr. Klimaschutz und UmweltWie der Bahnübergang mit dem neuen Gleis in der Praxis funktionieren soll, ist bislang nicht klar. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass die gesamte Kreuzung ein paar mal am Tag komplett gesperrt werden muss, damit Züge einfahren können. Möglich wäre dafür ein Ampelsystem. Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala), die den Hafen und das Gleis betreibt, kündigt die Nutzung von „moderner Technik“ an, um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Was das heißt, ist noch unklar.
Bisher wird der nördliche Tiefwerderweg häufig als Abkürzung zur oder von der Ruhlebener Straße benutzt. Darüber hätten sich Anwohner zuhauf beschwert, berichtet die Senatsverwaltung. Daher soll die Straße in Zukunft von der Kreuzung abgeschnitten werden. Dazwischen ist bei beiden Varianten ein Fußgängerweg mit Grünstreifen angedacht. Eine Überfahrt für unter anderem Rettungsfahrzeuge ist aktuell noch in der Diskussion.

Alternativ könnte an der Schulenburgstraße auch eine klassische Kreuzung eingerichtet werden. Das scheint aktuell aber sehr unwahrscheinlich zu sein.
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr. Klimaschutz und UmweltWeiter in Richtung der Brücke soll auch die Schulenburgstraße erneuert werden. Dabei sollen die Bushaltestellen auf beiden Seiten vergrößert werden, zusätzlich sind eigene Fahrradstreifen zwischen den Parkplätzen und dem Gehweg geplant. Im aktuellen Entwurf fallen hier jedoch einige Parkplätze weg, da sich aktuell Stellplätze und Grünstreifen immer abwechseln sollen.
So soll die Schulenburgstraße in Zukunft aussehen:

An der Schulenburgstraße sollen Fahrradfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen. Parkplätze werden dafür aber wegfallen.
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr. Klimaschutz und UmweltAuf der Schulenburgbrücke selbst soll in Zukunft gar nicht mehr geparkt werden können. Stattdessen werden auch hier Fahrradwege angelegt. Durch den Neubau der Brücke müssen sich insbesondere Fahrradfahrer und Fußgänger auf eine etwas erhöhte Steigung gefasst machen. Die Brücke wird nämlich etwas höher als die alte, um größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.
Wieder runter von der Brücke zur Weißenburger Straße soll auch einiges passieren. Die Fahrradwege von der Schulenburgbrücke gehen auf der Weißenburgstraße weiter und enden auf beiden Seiten jeweils an der Kreuzung. Hier wird ebenso ein Großteil der Parkplätze verschwinden, ein Teil auf der nördlichen Seite der Straße bleibt aber bestehen. Zusätzlich wird die Bushaltestelle in Richtung Brücke vor die Kreuzung verlegt.
Das ist für die Kreuzung an der Weißenburger Straße geplant:

Auch die Kreuzung an der Weißenburgerstraße wird neu geordnet. Auch hier: mehr Fahrradwege, weniger Parkplätze.
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr. Klimaschutz und UmweltDa sich das gesamte Infrastrukturprojekt Südhafen noch im Planungsverfahren befindet, ist auch zu den Entwürfen nichts fest. Eine Orientierung gibt es aber schon: weniger Parkplätze, mehr Fahrradwege, Kreisverkehr. Alles andere wird sich zeigen. Bis etwas passiert, ist es auch noch eine Weile hin. Ende 2026 sollen nach derzeitigem Plan erste Leitungsverlegungen stattfinden. Erst Anfang 2028 soll mit dem Brücken- und Straßenbau begonnen werden.



