Dschungelcamp in Berlin: BVG startet Reality-Show in der U-Bahn

Die BVG in Berlin startet neue Kampagne: „Ich bin ein Fahrgast – Ich steig’ gleich aus!“, heißt sie. In Anlehnung an die TV-Show Dschungelcamp.
BVG- BVG startet satirische Reality-Show „Ich bin ein Fahrgast – Ich steig’ gleich aus!“ in der U-Bahn.
- Format parodiert den Berliner Nahverkehr-Alltag mit Challenges und Klischee-Figuren.
- Sänger Oli P. und weitere skurrile Kandidaten treten in fünf Mini-Folgen gegeneinander an.
- Kritik: Fahrgäste sehen Kampagne als „nutzlosen Nonsens“ und fordern Fokus auf Kernprobleme.
- BVG verspricht Verbesserungen – Zuverlässigkeit der U-Bahn zuletzt bei 98 Prozent.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gedränge, Zugausfall, Dreck und Gefahren: „Berlin ist ein Dschungel – und der Nahverkehr ein großer Teil des Abenteuers“, geben nun auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu und nehmen sich mit der Internet-Reality- Show „Ich bin ein Fahrgast – Ich steig’ gleich aus!“ selbst auf die Schippe.
Inspiriert vom bekannten RTL-Dschungelcamp „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ wolle das landeseigene Unternehmen mit dem „humorvoll überzeichneten“ aber auch „schmerzliche realen“ Format die typischen Alltagserlebnisse in den Berliner Öffis mit einem „Augenzwinkern erzählen“, heißt es in der Ankündigung.
Zu den Kandidaten der ersten Folge gehört eine Dragqueen mit Disko-Kugel als Kopfschmuck, ein blondes Nagelstudio-Püppchen und ein Opa mit Krückstock, der sich gerne noch einmal zehn Jahre älter macht, um einen Sitzplatz zu ergattern.
Sänger Oli P. ist BVG-Dschungel-Kandidat
Die Challenge: Sich in eine übervolle U-Bahn drängen. Die Ekelprüfung: Dabei teilweise auch zwischen den Füßen der Fahrgäste über undefinierbare Flüssigkeiten auf dem Wagen-Boden robben.
Die fünf etwas übertriebenen Mini-Folgen, in denen auch noch andere Klischees wie der Langzeit-Student, die Mutter mit Migrationshintergrund, der gehetzte Manager und die verpeilte Raverin gegeneinander antreten, werden jeweils täglich um 14 Uhr freigeschaltet. Auch Sänger und Soap-Star Oli P. ist Teil der BVG-Kampagne.
Statt Sternen sammeln die Kandidaten gelbe BVG-Herzen. Die Herzen der Fahrgäste scheint das Verkehrsunternehmen mit der Real-Satire jedoch nicht zu erobern. Die Reaktionen auf den ersten Teil waren am Dienstag (9.12.) größtenteils negativ.
„Ein Schlag ins Gesicht derer, die auf die ‚Leistung‘ der BVG angewiesen sind. Für sowas ist Geld da, nicht aber für Fahrzeuge und Personal“, hat zum Beispiel ein User, der sich Jupp Anders nennt, als Kommentar unters Video geschrieben.
„Wo sind die kreativen #weilwirdichlieben Kampagnen von früher?“, fragt eine andere Userin. „Das hier ist doch nur noch absoluter Nonsens.“
BVG-Clips erinnern an Bahn-Sketsche
Uwe Schneider dagegen schreibt, dass er zwar Respekt vor der „lustigen Idee“ habe, betont aber: „Niemand fährt mit der BVG, weil er es so cool findet, sondern weil er irgendwo hin muss, und das sicher, sauber und möglichst pünktlich. Bitte konzentriert Eure Ressourcen auf Eure Kernkompetenzen“.
Andere nutzen die Kommentar-Spalte unter den Video-Clips auch, um gleich ihren persönlichen Ärger in Bus und Bahn loszuwerden: „Voll? Dann ist es wenigstens warm“, schreibt Marie Johann. „Ich erlebe täglich von vier Fahrten zwei in ungeheizten Fahrzeugen.“
Dazu fühlen sich einige Zuschauer verdächtig an die Internet-Mini-Serie der Deutschen Bahn erinnert, bei der Komikerin Anke Engelke ebenfalls versucht, gravierende Probleme satirisch aufs Korn zu nehmen. Zudem sind die sozialen Netzwerke voll von Posts privater Influencer, die den täglichen Wahnsinn im Berliner Nahverkehr in Videos und Bildern kommentieren.
„Berlin ist ehrlich – und genau das sind wir auch“, sagt BVG-Marketing-Chefin Ineke Paulsen. Mit der Show wolle man den Fahrgästen vor allem eines sagen: „Wir sehen euch, wir hören euch, und wir arbeiten jeden Tag daran, euren Weg mit uns besser zu machen.“
U-Bahn-Verkehr stabilisiert sich
So gibt es am Ende jedes der rund drei- bis vierminütigen Videos auch eine Entschuldigung und das Versprechen, die Probleme anzugehen. „Die ersten Verbesserungen zeigen, dass die Richtung stimmt“, findet BVG-Chef Henrik Falk. Seit dem Einsatz neuer zusätzlicher Züge habe sich zumindest die Lage auf den Linien U1 bis U4 deutlich stabilisiert – von rund 88 Prozent auf zuletzt 97,7 Prozent.
Laut BVG-Statistik lag die Zuverlässigkeit bei der U-Bahn in der vergangenen Woche bei 98 Prozent. Und wenn die Bahn dann doch wieder verspätet kommt, kann man sich die Wartezeit ja mit den neuen Clips vertreiben.


