Am 19. Juli 2021, also nur wenige Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, erfolgte der erste Spendenaufruf. Die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau baten gemeinsam mit dem Landkreis Märkisch-Oderland und den Gemeinden Letschin und Wriezen um Unterstützung für Menschen, die durch das Hochwasser fast alles verloren hatten. Das Versprechen der Aktion „Wir helfen“ war, schnelle und direkte Hilfe zu leisten. Die Oderflut von 1997 spielte auch eine Rolle. Eine Region, die damals aus ganz Deutschland viel Unterstützung erhalten hatte, wollte sich nun revanchieren.
Dass die Menschen in Brandenburg am Ende mehr als 957.000 Euro spenden, hätte am Anfang jedoch niemand für möglich gehalten. Im September schloss sich noch das PCK Schwedt der Aktion an. Die dortige Belegschaft hatte sofort nach der Katastrophe mit dem Sammeln begonnen. Durch einen Zuschuss der PCK-Geschäftsführung waren es insgesamt 21.500 Euro, die auf dem Spendenkonto des Landkreises Märkisch-Oderland eingingen und nun verteilt werden können.

Bislang wurden 911.000 Euro an insgesamt elf Projekte ausgezahlt

Von der gesamten Spendensumme sind bereits 911.000 Euro an elf konkrete Projekte in der Flutregion geflossen, zum Beispiel an die Angehörigen der bei der Katastrophe ums Leben gekommenen Feuerwehrleute, den Winzerverein Ahrwein und den SC Rhein-Ahr Sinzig, dessen komplette Sportanlage zerstört wurde. Die Spendenempfänger zeigten sich immer wieder überwältigt von der Hilfsbereitschaft in Brandenburg.

Frankfurt (Oder)

In der Zeitung „Trierischer Volksfreund“ schilderte in dieser Woche die Leiterin des Jugendtreffs Ehrang-Quint die Reaktionen auf die Großspende. „Wir waren hier alle sprachlos“, sagte Ruth Nohl. „Mitarbeitende, Jugendliche, Eltern. 100.000 Euro, das ist so eine große Summe! Wir sind dafür so dankbar! Auch dank dieser Spende werden wir alles an Inventar und Elektrogeräten kaufen können, was uns durch die Flut verloren gegangen ist.“

Weil jeden Tag noch Spenden eingehen, bleibt das Konto zunächst weiter geöffnet

Abschlusstermin für die Spendenaktion war eigentlich der 30. September. Aber Thomas Berendt, der Sprecher des Landkreises Märkisch-Oderland, berichtet, dass die Spendenbereitschaft einfach nicht abreißt. „Es kommt nach wie vor jeden Tag Geld rein. Mal sind es 25, mal 250 Euro. So lange das so bleibt, halten wir das Spendenkonto geöffnet“, sagt Berendt. In der kommenden Woche werden sich die Initiatoren der Spendenaktion zusammensetzen und darüber entscheiden, welche weiteren Projekte in der Flutregion mit den verbleibenden Geldern bedacht werden.
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