Katrin Lange (SPD)
: Brandenburgs Innenministerin erklärt ihren Rücktritt

Katrin Lange, Innenministerin in Brandenburg, legt ihr Amt nieder. Die Entscheidung folgt auf heftige Kritik und Rücktrittsforderungen nach der Entlassung des Verfassungsschutzchefs Jörg Müller.
Von
Antonio Riether,
dpa
Potsdam
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Die Innenministerin Katrin Lange (SPD) erklärt bei einer Pressekonferenz in Potsdam ihren Rücktritt.

Die Innenministerin Katrin Lange (SPD) erklärt bei einer Pressekonferenz in Potsdam ihren Rücktritt.

picture alliance/dpa/Michael Bahlo
  • Innenministerin Katrin Lange tritt zurück.
  • Lange entließ Verfassungsschutzchef Jörg Müller.
  • Druck und Rücktrittsforderungen führten zu ihrem Schritt.
  • Lange verkündete Rücktritt in Pressekonferenz mit Ministerpräsident Dietmar Woidke.
  • Hintergrund: Konflikt über AfD-Einstufung durch Müller.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Brandenburgs Innenministerin Katrin Lange (SPD) tritt von ihrem Amt zurück. Nachdem sich am Freitag (16. Mai) bereits Hinweise auf einen Rücktritt verdichtet hatten, verkündeten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Lange die Entscheidung im Rahmen einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in der Staatskanzlei Potsdam.

Lange war in den vergangenen eineinhalb Wochen mächtig unter Druck geraten. Die 53-Jährige ordnete am 6. Mai die Entlassung des Chefs des brandenburgischen Verfassungsschutzes Jörg Müller an, da dieser sie angeblich zu spät über die Einstufung des AfD-Landesverbandes als gesichert rechtsextrem informiert habe.

Katrin Lange (SPD) tritt als Innenministerin zurück

Offiziell hatte Lange den Schritt zunächst damit begründet, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr gewährleistet sei. Es gab jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihrer Darstellung – und nach mehreren Medienberichten Hinweise, dass sie vorher informiert worden war, aber die Hochstufung der Landes-AfD habe bremsen wollen. Das wies Lange stets zurück, doch sie geriet in Erklärungsnot.

Die Entlassung des parteiübergreifend für seine Arbeit geschätzten Müller führte schließlich zu Rücktrittsforderungen von mehreren Seiten. Auch innerhalb der eigenen Partei war der Druck zuletzt immer größer geworden.

„Der notwendigen Geschlossenheit möchte ich nicht im Wege stehen“, sagte Lange in der Erklärung zu ihrem Rücktritt. „Land und Leute erwarten Lösungen. Sie wollen, dass die Politik arbeitet und nicht streitet. Dafür sind Zusammenhalt und Stabilität nötig in Koalition und Fraktion“, fügte sie hinzu. Der Politik werde sie dennoch treu bleiben: „Ich werde meine Arbeit als SPD-Abgeordnete im Land fortsetzen“.

„Katrin Lange hat mehr als zehn Jahre in unterschiedlichen Positionen erfolgreich für Brandenburg Verantwortung übernommen. Sie ist im Land geschätzt für ihre Kompetenz und den großen persönlichen Einsatz für das Wohl der Menschen. Dafür gilt ihr mein außerordentlicher Dank und die große Anerkennung der Landesregierung“, wurde Woidke auf der Pressekonferenz zitiert.

Katrin Lange galt als Anwärterin auf Woidke-Nachfolge

Das Amt der Innenministerin trat die 53-Jährige vor rund fünf Monaten nach der Landtagswahl 2024 an. Zuvor war sie Finanzministerin in Brandenburg. Lange wurden vor der Affäre große Chancen eingeräumt, Brandenburgs Ministerpräsidenten Woidke zu beerben. Sie galt als seine Vertraute und ist seine Stellvertreterin an der Spitze der Landes-SPD.

Lange war bereits Staatssekretärin im Infrastrukturministerium und Innenministerin, bis sie 2019 als Ministerin das Finanzressort übernahm. Nach der Landtagswahl 2024 führte sie dann das wichtige Innenressort.