Mercedes-Benz in Ludwigsfelde: Brandenburg sieht Unsicherheit für Autobauer

Mercedes-Benz will die Serienproduktion des Sprinters in Ludwigsfelde auslaufen lassen (Archivbild).
Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa- Mercedes-Benz beendet die Sprinter-Produktion in Ludwigsfelde bis Ende 2029.
- 2.000 Beschäftigte betroffen; Zukunft des Werks ab 2030 noch unklar.
- E-Sprinter-Produktion wird nach Polen verlagert.
- Brandenburg fordert Ausgleich und setzt auf neue Van-Modelle und E-Van-Kompetenzzentrum.
- IG Metall und Politiker kritisieren Pläne; Aktionstag am 13. September geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Brandenburger Landesregierung sieht Unsicherheiten für die Zukunft der Sprinter-Serienproduktion von Mercedes-Benz in Ludwigsfelde. Der Autobauer erklärte: „Das Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde fertigt aktuell die offenen Baumuster des Sprinter und E-Sprinter - so lange, wie die Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden hiernach besteht.“
Zuvor teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) in einer Antwort auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion mit: „Das Unternehmen beabsichtigt, die Serienproduktion von Sprinter-Modellen am Standort Ludwigsfelde bis Ende 2029 auslaufen zu lassen.“ Dieser Sachstand ergebe sich übereinstimmend aus Gesprächen der Landesregierung mit allen Beteiligten der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite.
Mercedes-Benz in Ludwigsfelde: Beschäftigungssicherung bis 2029
Zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat wurde nach Angaben der Landesregierung eine Beschäftigungssicherung bis einschließlich Dezember 2029 verhandelt. „Für die Zeit ab 2030 gibt es noch keine Lösung, die eine vollständige Kompensation für die auslaufende Produktion auf konstantem Beschäftigungsniveau bieten könnte“, hieß es vom Ministerium. „Hintergrund dieser zeitlichen Begrenzung ist die geplante Verlagerung der Produktion von E-Sprinter-Modellen nach Polen.“
Mercedes-Benz verwies darauf, dass das Unternehmen im Mai 2023 eine Neuordnung zu Vans kommuniziert habe. „Seitdem sind wir im Austausch mit unseren Sozialpartnern, um die vereinbarten Zukunftsbilder gemeinsam umzusetzen“, teilte Mercedes mit. Inzwischen sei im Werk in Ludwigsfelde eine sogenannte Anlauffabrik für die Elektro-Plattform Van.EA etabliert worden. „Weitere Optionen werden in Abstimmung mit den Sozialpartnern geprüft.“
Der Autobauer hatte im Mai 2023 angekündigt, dass er beim Geschäft mit Transportern seine Kosten deutlich reduzieren will, um die Wettbewerbsfähigkeit im Hinblick auf Kosten zu steigern und bei Elektromobilität führend zu sein.
Mercedes-Benz in Ludwigsfelde: Brandenburg will Ausgleich
Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ über die Einschätzung der Landesregierung berichtet. In Ludwigsfelde stellen rund 2.000 Beschäftigte Sprinter mit offenen Baumustern her. Mercedes-Benz bietet Sprinter mit fossilen Brennstoffen und Elektroantrieb - es gibt Werke in Ludwigsfelde, Düsseldorf und Charleston (USA).
Die Brandenburger Landesregierung dringt auf einen ausreichenden Ausgleich einer möglichen wegfallenden Produktion. Sie „sieht weiterhin Zukunftschancen für das moderne Werk in Ludwigsfelde mit seiner qualifizierten und hoch motivierten Belegschaft“.
Die IG Metall will für das Werk kämpfen. „Wir wollen das nicht so hinnehmen“, sagte der Erste Bevollmächtigte in Ludwigsfelde, Tobias Kunzmann. Am Samstag, 13. September, sei ein Aktionstag geplant. Der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum rief Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf, die Zukunft des Werks zur Chefsache zu machen.
