Technikmuseum Berlin: Schwebebahn bis Müllroboter - Kinder zeigen Stadt der Zukunft

Dieses runde Häuschen könnte überall in der Stadt aufgebaut werden, wo Wohnungen gebraucht werden. Das Ecocapsule verfügt neben Schlaf- und Kochgelegenheit über eine Toilette und versorgt sich selbst mit Wasser und Strom.
SDTB/Ériver Hijano- Das Deutsche Technikmuseum zeigt „SuperCity 3000“: Eine Sonderschau von Kindern für Kinder.
- 60 Grundschüler entwickelten Stadtvisionen zu Klima, Natur, Versorgung, Wachstum und Gemeinschaft.
- Zentrale Ideen: Müllroboter „Rob“, Hochbahn über Grünflächen, Tier-Sprachhaus und mobile Mini-Häuser.
- Gezeigt werden auch reale Prototypen wie Ecocapsule, PAL-V und Wohnboxen von Little Homes Köln e.V.
- Laufzeit bis zum 27. Juni 2027 – Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt, Online-Ticket nötig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Technikmuseum in Berlin merkt man sofort, dass Ferien sind. Zahlreiche Familien mit kleinen und großen Kindern schlendern durch die Gänge und Ausstellungsräume und bestaunen Oldtimer, Eisenbahnen und das Space Shuttle.
Ganz am Ende der Ladestraße, einem zusätzlichen Ausstellungbereich an der Möckernstraße in Berlin-Kreuzberg, wurde zusätzlich zu den rund 4000 Exponaten in unterschiedlichsten Ausstellungsbereichen eine neue Sonderschau unter dem Namen „SuperCity 3000“ eröffnet.
Das Besondere: Sie wurde von Kindern für Kinder entwickelt. 60 Grundschüler haben ein halbes Jahr gemeinsam mit Museumsmitarbeitern in freiwilligen Nachmittags-AGs Visionen für ihre Stadt der Zukunft ausgetüftelt.
Müll in Berlin ist bei Kindern großes Thema
Die fantasievollen Stadtmodelle, die sie dazu fertigten und die nun das Herzstück der Ausstellung bilden, werfen dabei vor allem ein Schlaglicht auf die Probleme der Stadt.
Eines ist die Verschmutzung. Maja hat deshalb „Rob, den Müllroboter“ entwickelt. „Er sammelt den Müll, packt ihn in seinen Rucksack und verarbeitet ihn zu Strom“, erläutert die Fünftklässlerin in einer der Video-Sequenzen, in denen die Kids ihre Modelle den Museums-Besuchern präsentieren.
„Inzwischen ist richtig viel Müll auf der Straße, und die Putzkräfte kommen auch nicht immer überall hinterher“, erklärt Maja ihre Intention.
Ihr Stadtmodell, auf dem „Rob“ Verpackungsreste und Flaschen von Asphalt und Wiesen sammelt, hat das Mädchen noch mit einer Art Hochbahn angereichert. „Die schwebt über einer Parklandschaft. Denn es gibt echt wenig Grünflächen“, findet Maja.
Ein Friedhof für Roboter
Ihre Mitschüler haben für die Müllsammler der Zukunft sogar einen „Roboter-Friedhof“ angelegt. Gleichberechtigung wünschen sich die Kinder aber auch zwischen Menschen und Tieren. Für Hunde, Katzen, Vögel und Füchse soll es in der Stadt der Zukunft genug Platz geben. Und dazu auch ein Haus, in dem Menschen die Sprache der Tiere verstehen können und umgekehrt, wünscht sich die elfjährige Sila.
Schon heute leben 90 Prozent der Kinder in Deutschland in Stadtgebieten, im Jahr 2050 werden es über 70 Prozent der Weltbevölkerung sein. Um diese Entwicklung auch als Chance zu begreifen, lautet das Motto der Ausstellung: „Die Zukunft ist offen, wir können sie mitgestalten!“.
An dem Museums-Projekt haben 60 Kinder aus vier Schulen in Kreuzberg, Lichtenberg, Neukölln und Moabit beteiligt. Auch der Wohnungsmangel in Berlin scheint viele schon in jungem Alter zu beschäftigen. So baute einer der Teilnehmer statt eines Wolkenkratzers gleich einen „Atmosphären-Kratzer“, in dem die Menschen 20 Kilometer über den Wolken leben.
Geht es nach der Fantasie der Kinder, kann man künftig unter Wasser wohnen und in einem klimatisierten mobilen Mini-Hotel in die Arktis wie auch in die Wüste reisen.
Fluganzug mit Notbatterie
Um von A nach B zu kommen, haben Toni und Alfons zudem einen Fluganzug kreiert. Der funktioniere mit Flügeln und Düsen an den Schuhen, werde mit Sonnenenergie betrieben und habe natürlich auch eine Notbatterie, erklären die beiden Freunde.
Auf Rollen steht das „Small House" von Hollie und Helene. „Unsere Häuser sind dafür da, dass darin Obdachlose wohnen können und sie damit immer dorthin fahren, wo sie hinfahren wollen.“

Selbstgebaute Modelle zeigen im Deutschen Technikmuseum in Berlin, wie sich Schüler ihre Stadt der Zukunft vorstellen.
SDTB/Ériver HijanoDie Ausstellung ist zudem in sechs Themenbereiche unterteilt, die sich aus den Ideen der Kinder ergeben: Gemeinschaft, Klima, Natur, Versorgung, Wachstum und Weite. Dazu werden auch real existierende innovative Projekte, technische Prototypen und Architektur-Entwürfe gezeigt, die den Zukunftsideen der Kinder nahekommen.
Da kann man zum Beispiel in eine kleine Wohnbox lugen, die Little Homes Köln e.V. für Obdachlose baut und verschenkt. Bett und Minitisch gibt es auch im „Ecocapsule“ aus der Slowakei. Das eiförmige mobile Wohnhaus, das Sonnen- und Windenergie für Strom nutzt sowie Regenwasser für Dusche und Toilette sammelt, parkt ebenfalls in der Ausstellung.
Auch das orangefarbene Modell des PAL-V, eine Mischung aus Auto und Tragschrauber ist in Originalgröße ausgestellt. „Die Straßenzulassung hat das Fahrzeug schon, auf die Luftzulassung wartet der Hersteller gerade. Dubai hat schon 100 Stück bestellt“, heißt es in der Beschreibung.
Die Böcklerstraße in Kreuzberg wird dagegen in großen Bildern und Texten beschrieben. Sie wird jeden Mittwochnachmittag für den Verkehr gesperrt, damit die Kinder im Kiez mehr Raum zum Spielen haben.

In der Ausstellung „SuperCity 3000. Unsere Stadt der Zukunft“ im Technikmuseum in Berlin können Kinder in einer Art Sandkasten auch selbst aktiv werden.
SDTB/Ériver HijanoBesucher können zudem an der Zukunftsstadt mitbauen. Dafür wurde eine Art Buddelkasten mit kinetischem Sand aufgestellt. Das Material mit Silikon lässt sich ein bisschen wie feuchter Ton formen. Zusätzlich liegen allerlei Bauklötzer bereit.
Auch zu den Themen smarte Müllabfuhr oder Erdbebensicherheit laden Mitmachstationen ein. Was immer wieder auffällt, die Kids reagieren mit ihren Ideen auch auf düstere Zukunftsprognosen, besonders was das Klima angeht. „Mein Kühlzentrum ist dazu da, um sich zu kühlen, wenn später 40 Grad sind“, erklärt Laura.
Schönere Zukunft auch für die Nachfahren
Dabei geht es aber nicht nur um das eigene künftige Wohlbefinden. „Rob der Müllroboter ist für die Stadt wichtig, damit sie sauber bleibt und auch unsere Nachfahren eine schöne Zukunft haben“, betont Maja.
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
„SuperCity 3000. Unsere Stadt der Zukunft“ ist bis zum 27. Juni 2027 im Deutschen Technikmuseum in Berlin-Kreuzberg zu sehen. Die Sonderausstellung befindet sich nicht im Haupthaus an der Trebbiner Straße 9, sondern im hinteren Teil der Ladestraße, einem gesonderten Ausstellungsbereich.
Das Technikmuseum hat dienstags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr göffnet.
Der Eintritt im Deutschen Technikmuseum ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und bis zum Abschluss der regulären Schulausbildung frei. Erwachsene zahlen regulär 15, ermäßigt 9 Euro. Vorherige Online-Buchung wird empfohlen.
Bitte beachtet: Es ist trotzdem notwendig, ein Ticket der Kategorie „Eintritt frei Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren“ zu lösen.
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