Union Berlin
: Fans und Promis feiern eisernes Fest in Madrid – Führungstor gegen Real

Die Fans von Union Berlin erleben einen historischen Tag in Madrid. Dabei wird schon ein erstes Führungstor gegen Real bejubelt. Prominente sind auch beim Debüt in der Champions League dabei.
Von
Frank Noack
Madrid
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  • Die Altstadt von Madrid war am Mittwoch vor dem ersten Spiel von Union Berlin in der Champions League in rot-weißer Hand. Die Fans der Köpenicker feierten ein Fußballfest vor der Partie gegen Real im Bernabeu-Stadion.

    Die Altstadt von Madrid war am Mittwoch vor dem ersten Spiel von Union Berlin in der Champions League in rot-weißer Hand. Die Fans der Köpenicker feierten ein Fußballfest vor der Partie gegen Real im Bernabeu-Stadion.

    Eduardo Parra/dpa
  • Julien Friedrich (rechts) erzielte das 1:0 für den 1. FC Union Berlin im Youth League Spiel bei Real Madrid.

    Julien Friedrich (rechts) erzielte das 1:0 für den 1. FC Union Berlin im Youth League Spiel bei Real Madrid.

    Matthias Koch
  • Der ehemalige Union-Profi Felix Kroos (Mitte) wurde in die Delegation des Vereins eingeladen. Sein Bruder Toni Kroos spielt bei Real Madrid.

    Der ehemalige Union-Profi Felix Kroos (Mitte) wurde in die Delegation des Vereins eingeladen. Sein Bruder Toni Kroos spielt bei Real Madrid.

    Matthias Koch
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Der 1. FC Union Berlin in der Champions League bei Real Madrid – die Fans der Eisernen feiern am Mittwoch einen historischen Tag in der spanischen Hauptstadt. Die MOZ hat die Eindrücke vor Ort gesammelt und berichtet über Tore, Schwarzmarkt-Tickets und prominente Union-Fans.

Den Bericht vom Spiel am Abend aus dem dem Estadio Santiago Bernabéu gibt es hier: Union Berlin verliert er in der Nachspielzeit bei Real Madrid. Die Berliner Fans erleben einen historischen Tag im Bernabeu-Stadion. Am Einlass gab es aber Ärger – und auf den Rängen einen Boykott.

Informationen über den Fan-Boykott, bei dem offenbar 300 Union-Anhänger sogar auf den Besuch um Bernabeu-Stadion komplett verzichteten, gibt es hier: Einige Fans des 1. FC Union Berlin verzichteten am Mittwoch trotz gültiger Eintrittskarte auf den Stadionbesuch bei Real Madrid. Die Vorfälle am Einlass sorgten für Frust in der Fanszene.

Am Einlass zum Bernabeu-Stadion sollen einige Anhänger des 1. FC Union Berlin Probleme mit der spanischen Polizei bekommen haben.

Diego Radamés/dpa

Die Union-Delegation in Madrid

Die rund 4000 Tickets für den Gästeblock wurden im Losverfahren unter den Union-Vereinsmitgliedern vergeben. Kostenpunkt: 53 und 63 Euro. Zudem hat der Verein mehrere Fanflieger nach Madrid organisiert. Hin- und Rückflug kosten 500 Euro pro Person. Allerdings sind auch zahlreiche Fans ohne Ticket angereist. Es gab rund 15.000 Anfragen für Tickets bei Union.

Der Verein hat zudem zwei Flieger für die Mannschaft sowie Vereinsmitarbeiter und Familienangehörige gechartert. Jeder Spieler durfte zwei Familienangehörige benennen, die auf Vereinskosten reisen. Zwei weitere Karten konnten gekauft werden.

Das historische Erlebnis in Madrid

Viele Fans waren schon am Dienstag angereist und haben sich das Real-Madrid-Museum angeschaut. Das lockt pro Jahr rund vier Millionen Besucher an. Es ist damit das am drittbesten besuchte Museum der Stadt. Der Rundgang inklusive „Panoramablick auf das Innere des Stadions“ kostet 25 Euro. Dafür darf man auch einen Blick auf die 14 Champions-League-Trophäen werfen, die Real Madrid schon gewonnen hat.

Unter den Union-Fans ist man sich beim Besuch im Museum einig: „So nah kommen wir dem Henkelpott nie wieder.“ Für die Anhänger, die ihren Verein auf einer eisernen Zeitreise in Spielen gegen Ludwigsfelde oder Eberswalde bis in die Fußball-Bundesliga und nun in die Champions League begleitet haben, ist das Aufeinandertreffen mit Real Madrid nun der unbegreifliche Höhepunkt.

Das Spiel in der Youth League

Durch die Qualifikation der Union-Profis für die Champions League ist auch die U19 der Köpenicker in der europäischen Youth League dabei. Dabei gab es am Mittwochnachmittag bei der knappen 1:2-Niederlage zumindest einen Teilerfolg. Beim 1:0 durch Julien Piet Friedrich konnten die etwa 50 anwesenden Union-Fans zumindest das erste Führungstor gegen Real Madrid bejubeln.

Das Spiel fand im Estadio Alfredo di Stefano auf dem weitläufigen Trainingsgelände des Vereins in der sogenannten Real-Madrid-Stadt im Stadtteil Valdebebas statt. Unter den Zuschauern waren unter anderen Union-Gechäftsführer Oliver Ruhnert und Jenifer Zietz, Sportliche Leiterin der Frauenmannschaft. Vor dem Anpfiff wurde die Vereinshymne „Hala Madrid“ gespielt, gleich danach gab es „Eisern Union“-Rufe.

Der Fanmarsch der Unioner

Die Anhänger der Köpenicker trafen sich für den Fanmarsch zum Spiel im Bernabeu-Stadion auf dem Puerta del Sol im Zentrum Madrids. Das Motto lautete: „Alle in Rot.“ Und MOZ-Reporterin Josephine Japke, die als Union-Anhängerin mit nach Madrid gereist ist, berichtet: „Die Altstadt ist komplett in Rot – und alle sind total entspannt. Eigentlich herrscht in Spanien auf öffentlichen Plätzen Alkoholverbot, aber die Polizei schaut heute nicht so genau hin.“

Das Aufeinandertreffen mit den Fans von Real Madrid sei sehr freundschaftlich, so die Reporterin. Sie beschreibt: „Man merkt, dass sie gar nicht so richtig wissen, wer Union Berlin ist. Aber sie freuen sich mit den Fans von Union, weil sie spüren, dass das heute etwas ganz Besonderes für uns ist.“ Alle seien super freundlich und geben den Berlinern ein fröhliches „Vamos“ mit auf dem Weg zum Stadion.

Viele Union-Fans waren ohne Tickets nach Madrid gereist und versuchten auf dem Schwarzmarkt ihr Glück. Kurz vor Spielbeginn lag dort der Preis für eine Eintrittskarte je nach Kategorie zwischen 200 und 400 Euro.

Die Prominenten beim Spiel gegen Real Madrid

Das Debüt des 1. FC Union in der Königsklasse wollten sich auch einige Prominente nicht entgehen lassen. Dass Ex-Unioner Felix Kroos mitreiste, war abzusehen. Aber obwohl sein Bruder Toni bei Real spielt, reiste der jüngere Kroos mit der Union-Delegation und zeigte sich bei den Fans der „Eisernen“ am Puerta del Sol. Torsten Mattuschka, der inzwischen bei Sky als Experte die 2. Bundesliga kommentiert, kam ebenfalls mit seinen Freunden in die spanische Hauptstadt, um mit seinem Herzensverein das historische Ereignis zu erleben.

Außerdem in Madrid dabei war Pro-Sieben-Star Klaas Heufer-Umlauf, der mit seinen Kollegen Jakob Lundt und Thomas Schmidt vom Podcast „Baywatch Berlin“ vom befreundeten Toni Kroos zum Spiel eingeladen war. Weil Real Madrid ohnehin viele Stars und Sternchen anzieht, wurden am Abend weitere Prominente zum Spiel erwartet. Beispielsweise Tennis-Ikone Rafael Nadal. Laut „Sport-Bild“ gilt der Edelfan der Königlichen als zukünftiger Präsidentschaftskandidat bei Real.

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

  • Real Madrid – 1. FC Union Berlin; Mittwoch, 20. September 2023, 18:45 Uhr
  • 1. FC Union Berlin – SC Braga; Dienstag, 3. Oktober 2023, 18:45 Uhr
  • 1. FC Union Berlin – SSC Neapel; Dienstag, 24. Oktober 2023, 21:00 Uhr
  • SSC Neapel – 1. FC Union Berlin; Mittwoch, 08.11.2023, 18:45 Uhr
  • SC Braga – 1. FC Union Berlin; Mittwoch, 29. November 2023, 21:00 Uhr
  • 1. FC Union Berlin – Real Madrid; Dienstag, 12. Dezember 2023, 21:00 Uhr

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

  • Sven Michel (32, FC Augsburg)
  • Paul Seguin (28, FC Schalke 04)
  • Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)
  • Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)
  • Levin Öztunali (27, Hamburger SV)
  • Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)
  • Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)
  • Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)
  • Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)
  • Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)
  • Niko Gießelmann (31, vereinslos)
  • Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)
  • Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)
  • Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)
  • Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)
  • Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)
  • Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)