Tote in Gosen-Neu Zittau
: Bürgermeister sendet emotionale Dankesworte

Nach dem Tod einer Schülerin und eines Erziehers bedankt sich der Bürgermeister von Gosen-Neu Zittau für die große Anteilnahme und Hilfe. Einige Unterstützer hebt er besonders hervor.
Von
Christian Heinig
Gosen-Neu Zittau
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Am Campus der Docemus-Schule in Neu Zittau (Oder-Spree) läuft ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. Nach einem Messerangriff und zwei Toten wurde ein Mann festgenommen.

Ort der Trauer: Am Docemus-Campus in Gosen-Neu Zittau (Oder-Spree) sind am 27. August 2026 eine 18-jährige Schülerin und ein 30-jähriger Erzieher getötet worden. Der ehrenamtliche Bürgermeister spricht von einem „schweren Schlag“ für die Gemeinde. Bei wem er sich für die anschließende Unterstützung alles bedankt.

Dennis Lloyd Brätsch
  • Bürgermeister Frank Nakoinz dankt nach der Tat am Docemus-Campus für breite Unterstützung.
  • Die Gemeinde erhielt Hilfe von Feuerwehren, Schulen, Notfallseelsorge und Landespolitik.
  • DeLück versorgte Einsatzkräfte kostenlos mit Suppe – der Kirchenverein organisierte Gedenken.
  • Notbetreuung läuft mit Leasingkräften weiter, Eltern tragen veränderte Zeiten mit.
  • Nakoinz betont ein Zusammenrücken im Ort und rechnet mit langer Verarbeitung der Ereignisse.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mehr als zwei Wochen sind seit der Gewalttat in Gosen-Neu Zittau vergangen. An eine einfache Rückkehr zur Normalität aber ist für viele der Betroffenen und Anwohnenden nicht zu denken. Dazu zählt auch der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde, Frank Nakoinz.

„Die Ereignisse werden uns sicherlich über die nächsten Monate, wenn nicht sogar Jahre begleiten“, sagt der 54-Jährige im Gespräch. Zugleich ist es Nakoinz ein wichtiges Bedürfnis, die große Anteilnahme, die die Gemeinde in den Tagen nach dem gewaltsamen Tod der 18-jährigen Schülerin und des 30-jährigen Erziehers auf dem Docemus-Campus erfahren hat, zu würdigen.

Deshalb hat er auf Facebook eine lange Danksagung verfasst. Sie komme „von Herzen“, schreibt er. Gerichtet ist sie demnach an alle Menschen, die in den Tagen nach dem Verbrechen „durch ihre Unterstützung zum Gelingen vieler kleiner und großer Dinge beigetragen haben.“

Bürgermeister von Gosen-Neu Zittau: „Sehr geholfen“

Nakoinz nennt in seiner Dankesliste unter anderem die Einsatzkräfte aus Neu Zittau, Gosen, Hartmannsdorf, Spreenhagen, Wernsdorf, Erkner und der Stadt Königs Wusterhausen. „Seit dem 27. August 2026 stehen sie uns unkompliziert, empathisch und mit vollem Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen zur Seite.“

Der Dank des ehrenamtlichen Bürgermeisters, der selbst in der IT-Branche beschäftigt ist, richtet sich auch an die unterstützenden pädagogischen Fachkräfte aus Spreenhagen, den Schulförderverein der Grundschule Neu Zittau sowie das schulische Personal der Grundschule, das bei der Notbetreuung der Kinder unterstützt habe.

Frank Nakoinz ist seit 2024 ehrenamtlicher Bürgermeister von Gosen-Neu Zittau

Frank Nakoinz ist seit 2024 ehrenamtlicher Bürgermeister von Gosen-Neu Zittau

Frank Nakoinz

Dank gebührt auch Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann. Dieser habe die Gemeinde bei den ersten notwendigen Schritten „sehr empathisch und einfühlsam“ begleitet und dabei geholfen, Hürden zu überwinden. Später nahm er zusammen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke auch an der Trauerfeier auf dem Docemus-Campus teil.

Nakoinz erwähnt in seiner Danksagung auch den ortsansässigen Caterer DeLück. Dieser habe für die Notfallseelsorger, die Einsatzkräfte und das zusätzliche Personal in Schule, Hort und Kita an mehreren Tagen eine warme Suppe bereitgestellt – und das unentgeltlich.

Der Dank von Nakoinz, der das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters 2024 übernommen hat, gilt auch dem Kirchenverein Neu Zittau um Andreas Heibuch. Am ersten Abend habe der Verein um 20 Uhr für ein Glockenläuten gesorgt, außerdem half er bei der Vorbereitung der Trauerandacht und der späteren Trauerfeier.

„Unvorstellbar viel hat in dieser Zeit auch unser Pfarrer Schwarz geleistet“, betont Nakoinz. Er habe beraten, organisiert und umgesetzt. Auch für ihn und sein Team sei die Situation außerordentlich belastend gewesen. „Dennoch waren sie jederzeit für uns da und haben uns mit ihrer Arbeit, ihrer Menschlichkeit und ihrer seelsorgerischen Begleitung sehr geholfen“, schreibt Nakoinz.

Ebenfalls auf der Dankesliste sind: „das Führungstrio“ des Sozialausschusses der Gemeinde, die Mitarbeitenden des Amtes Spreenhagen, die Bürgermeisterin von Spreenhagen, der schulpsychologische Dienst, die Notfallseelsorge aus den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland sowie die benachbarte Kita Gosen und die Docemus-Privatschule, mit denen man sich den Campus an der Berliner Straße teilt.

Notbetreuung für Kinder: Nakoinz schreibt Brief an Landrat

Nakoinz erwähnt in seiner Dankesbotschaft auch die umliegenden Gemeinden und deren große Anteilnahme. Im Besonderen nennt er die Stadt Königs Wusterhausen. Sie habe mit pädagogischem Personal in der Kita und im Hort unterstützt. Aus der Region KW stammt auch der getötete Erzieher. Er war dort unter anderem als Torwart beim Fußballklub Grün-Weiß Deutsch Wusterhausen aktiv.

Ein großer Dank von Nakoinz richtet sich außerdem an die gesamte Elternschaft. „Die Eltern haben sich gemeinsam auf die veränderten Betreuungszeiten eingestellt und tragen diese trotz ihrer eigenen persönlichen und teilweise sehr schwierigen Umstände mit“, schreibt Nakoinz. Damit würden sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass man weiterhin eine verlässliche Notbetreuung anbieten könne.

Laut Nakoinz werde der Hort der Grundschule von rund 120 Kindern besucht. Hinzu kommen 70 weitere Kinder in der nahe gelegenen Kita, in der der getötete Erzieher ebenfalls beschäftigt war. Die Belegschaft vor Ort bekomme wegen der belastenden Ereignisse Unterstützung. „Die Kollegen, die zurückkommen wollen, können es probieren“, sagt Nakoinz. Zusätzlich habe man sogenannte Leasingkräfte organisiert, „um den Notbetrieb garantieren zu können“. Er spricht von einem finanziellen Kraftakt für die kleine 3500-Einwohner-Gemeinde. Daher habe er auch den Landrat von LOS in einem Brief um Unterstützung gebeten.

Gedenken an Opfer: „Gefühl des Zusammenrückens“

Sowohl vor der Docemus-Schule als auch vor der benachbarten Grundschule erinnern weiterhin Blumen und Kerzen an die beiden Opfer der Messerattacke. Der Erzieher wurde beim Versuch, der Schülerin zu helfen, getötet. Beim Täter (19) soll es sich um den Ex-Freund der 18-Jährigen handeln. Gegen ihn wird nun wegen zweifachen Mordes ermittelt.

Ob es weitere Gedenkformate geben wird, kann Bürgermeister Nakoinz noch nicht sagen. „Wir schauen, wie sich die nächsten Tage und Wochen gestalten“, sagt er. Mit den betroffenen Familien befinde man sich im Austausch.

„Es ist wichtig, dass wir die Unterstützung nicht einfach hinnehmen.“
Frank Nakoinz
Ehrenamtlicher Bürgermeister in Gosen-Neu Zittau

Die Taten selbst bezeichnet Nakoinz als „schweren Schlag“ für die Gemeinde. Es sei wirklich schwierig, damit umzugehen. Auch deshalb wollte er mit seiner Danksagung via Social Media ein Zeichen setzen. „Es ist wichtig, dass wir die Unterstützung nicht einfach hinnehmen“, sagt er. Man sei froh darüber.

In den vergangenen Tagen habe er ein beispielloses Zusammenrücken im Ort und der Region erlebt – dies gebe allen Kraft.

In seinem Post schreibt Nakoinz am Ende, dass man wisse, dass „wir sehr lange brauchen werden, um das Geschehene zu verarbeiten und zu lernen, damit zu leben“. Dennoch sei man überzeugt: „Wenn wir dieses Gefühl des Zusammenrückens in unseren Herzen bewahren und weiterhin so wertschätzend, verständnisvoll und empathisch miteinander umgehen, werden wir auch dieses für uns alle so dunkle Kapitel gemeinsam bewältigen.“