Solidaritätsbekundungen, Spendenaktionen und Hilfsangebote: „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Menschen dort in unendliches Leid gestoßen. Die humanitäre Lage in der Ukraine verschlimmert sich stündlich“, heißt es vom auswärtigen Amt.
Auch im Landkreis Oberhavel wird auf die Geschehnisse in der Ukraine reagiert. Städte und Kommunen, Vereine und Institutionen sowie private Initiativen organisieren konkrete Hilfe. Ein Überblick.

Aufruf zum Sammeln für Hilfstransport

Die Hilfsbereitschaft in Hennigsdorf ist groß. Die Schüler im Puschkin-Gymnasium sammeln aktuell Geld, das Ehepaar Skala hat für 200 Euro im Conradsberg Medikamente und medizinische Geräte abgeliefert, die Hennigsdorfer Musikschule sammelt Gelder mit einem Benefizkonzert am Sonnabend, 19. März, um 15 Uhr im Stadtklubhaus.
Bürgermeister Thomas Günther brachte eine Wunschliste aus der polnischen Partnerstadt Środa Wielkopolska mit. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das ukrainische Krankenhaus in Mogilev Podolsky, das dann von der polnischen Partnerstadt aus die Transporte erhält, vor allem medizinische Hilfsmittel, warme Decken und lange haltbare Lebensmittel sowie Medikamente benötigt.
■ Das ist die Liste, die nun im zentralen Hennigsdorfer Sammelpunkt, dem Freizeitzentrum Conradsberg, zusammengetragen und verpackt wird: Schlafsäcke, Matratzen, Decken/Steppdecken, Isomatten/Schlafmatte, Reinigungsmittel und Hygieneprodukte wie Waschpulver, Waschmittel, Feuchttücher, Toilettenpapier, Shampoo, Seife, Zahnpasta und Zahnbürste, Konserven, Tee und Kaffee, Kinder/Babynahrung und Windeln und wenn möglich Blutdruckmessgeräte, Verbandsmaterial und blutstillende Medikamente
Die Spenden können dienstags bis freitags im Zeitraum von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr in der Parkstraße 39 abgegeben werden. Hier helfen zahlreiche Freiwillige beim Sortieren. Auch Fahrer für den neuen Hilfstransport, der voraussichtlich am 23. März in Richtung Polen aufbrechen wird, haben sich schon gemeldet.

Informationen zur vorläufigen Registrierung

Am Freitag, 11. März, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises: „Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, die vorerst im Landkreis Oberhavel bleiben, werden gebeten, sich im Servicepunkt Migration in der Mittelstraße 16 in Oranienburg vorläufig registrieren zu lassen.“ Der amtierende Landrat Egmont Hamelow erläutert: „Es besteht keine Pflicht zur Registrierung. Dennoch bitten wir alle geflüchteten Ukrainer, sich dort zu melden, einfach um die Hilfen besser koordinieren zu können.“
Noch immer wartet die Kreisbehörde auf weitere Verfahrensregelungen des Landes. „Auch hier hilft die vorläufige Registrierung durch den Landkreis, um die Geflüchteten kontaktieren zu können.“ Sobald die notwendigen Verfahrensregelungen vorliegen, werden registrierte Personen zu den weiteren Schritten zum Aufenthaltsrecht, Arbeitsrecht und zu Sozialleistungen beraten.
„Menschen, die in andere Regionen weiterreisen wollen, müssen sich nicht anmelden“, sagt der zuständige Sozialdezernent Matthias Kahl.

Beratung für Helfende im Mühlenbecker Land

Am Dienstag, 15. März, bietet die Gemeinde Mühlenbecker Land einen Infoabend für Helfende an, die Geflüchtete bei sich aufnehmen – ab 19 Uhr im Bürgersaal Schildow, Franz-Schmidt-Straße 3.
Aktuell sind rund 65 Personen in den vier Ortsteilen der Gemeinde untergebracht. Die große Mehrheit der Geflüchteten lebt vorerst in Wohnungen, die von helfenden Privatpersonen angeboten wurden. Noch weitere rund 70 Angebote stehen inzwischen auf der Liste von Ukrainehilfe-Koordinator Volker Agüeras Gäng.
Am Dienstag dürfen Fragen rund um das Thema Flüchtlingshilfe gestellt werden. Eine Anmeldung wäre schön, ist aber nicht zwingend nötig. „Bitte beachten Sie die Hygiene-, Abstands- und Maskenpflichten.“
Weitere Infos und Hilfsmöglichkeiten
■ Koordinierungsstelle im Mühlenbecker Land Volker
Agüeras Gäng
Telefon: 033056 434733
Mobil: 0176 - 46668792
■ Spendenkonto Mühlenbecker Land (Hilfe für geflüchtete Familien, die in unserer Gemeinde untergebracht werden)
Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe
IBAN: DE34 1605 0000 3711 0000 44
BIC: WELADED1PMB

Hinweis des Landkreises zu Sachspenden

„Wenn Sie Hilfsangebote haben, melden Sie sich bitte vorab unbedingt beim Koordinierungsteam des Landkreises“, heißt es aus der Kreisverwaltung.
Telefon: 03301 601-4800
Bei den Kleiderkammern und Tafeln seien bereits viele Spenden eingegangen, so dass die Lagerkapazitäten knapp werden. Derzeit ist noch nicht absehbar, welche Sachspenden die in Oberhavel ankommenden Geflüchteten konkret benötigen.
Oranienburger Kleiderkammer e.V
E-Mail: info@oranienburger-kleiderkammer.de
Telefon: 03301 5766867 (Donnerstag 8 bis 16 Uhr und Anrufbeantworter)
Mobil/WhatsApp/SMS: 0151 64886572 (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr)
Kleiderkammer der PuR gGmbH
Telefon: 03302 49980-152
Kleidung und Lebensmittel
Arbeitslosenverband, Mehrgenerationenhaus Bienenstock in Zehdenick
Telefon: 03307 420274
Kleiderkammer DRK Kreisverband Gransee e.V.
Telefon: 03306 796917
E-Mail: kleiderkammer@drk-gransee.de

Benefizkonzert im Oranienwerk

Ein Benefizkonzert zugunsten der vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen veranstaltete die Kreismusikschule Oberhavel und das Oranienburger Oranienwerk am Sonnabend, 12 März, im Oranienwerk (Kremmener Straße 43).
Sie organisieren das Benefizkonzert in Oranienburg.
Sie organisieren das Benefizkonzert in Oranienburg.
© Foto: Landkreis Oberhavel
Schülerinnen und Schüler – auch Ehemalige – Lehrende, Bands, professionelle Musikerinnen und Musiker, weitere Musikschulen und alle Musikliebhaber musizierten gemeinsam für den Frieden. Mit dabei waren auch die Musikwerkstatt Eden und die Musikschule Klang-Farbe Orange sowie Mark Wolloch, der Leiter des Konservatoriums in Kfar Jona, Oranienburgs Partnerstadt in Israel. Der Ukrainer wurde per Live-Übertragung aus Israel zugeschaltet.
Nachwuchsmusiker und Profis gestalteten auf mehreren Bühnen ein Benefizkonzert für Ukraine. Hier spielt Manfred Schmidt, Leiter der Kreismusikschule am Klavier, mit Verena Schluss am Cello.
Nachwuchsmusiker und Profis gestalteten auf mehreren Bühnen ein Benefizkonzert für Ukraine. Hier spielt Manfred Schmidt, Leiter der Kreismusikschule am Klavier, mit Verena Schluss am Cello.
© Foto: Jürgen Liebezeit
Musiziert wurde in mehreren Räumen und auch auf dem Hof. Bis etwa 22.30 Uhr gab es auf drei Bühnen nonstop Musik. „Das ist ein deutliches Zeichen für den Frieden“, sagte Kreismusikschulleiter Manfred Schmidt zum Auftakt. Sachspenden können weiterhin montags bis freitags im Oranienwerk abgegeben werden.

Geld für Hospital in der Ukraine

Insgesamt sind am Sonnabend 5.000 Euro Barspenden gesammelt worden. Der Landkreis verdoppelt die Summe auf 10.000 Euro. „ Mit dem Geld sollen nicht nur Hilfetransporte vom Oranienwerk aus finanziert werden, sondern auch ein Hospital in der Ukraine unterstützt werden.“ Das teilte Manfred Schmidt. Leiter der Kreismusikschule, zum Auftakt mit. Die Spende kommt Samaritan's Purse zugute. Dort unterstützen die Samariter bei der medizinischen Versorgung durch ein Notfallkrankenhaus in der Nähe von Lwiw in der Ukraine. Täglich werden dort mehr als 100 Patientinnen und Patienten versorgt. Das Notfallkrankenhaus hat 58 Betten, zwei Operationsräume und eine Intensivstation.
Auf der Webseite der Kreismusikschule finden alle, die am Samstag nicht dabei sein konnten, auch Informationen zu Spendenkonten.

Dolmetscher gesucht

Die Stadt Oranienburg hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet, über die Hilfsangebote für Geflüchtete aus der Ukraine gebündelt werden sollen. Zurzeit werden vor allem ehrenamtliche Dolmetscher mit ukrainischen und/oder russischen Sprachkenntnissen gesucht. Hilfsangebote bitte direkt per Mail an hilfe@oranienburg.de.

Notstromaggregat wird benötigt

Der Schwantener Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz sucht ein Stromaggregat. Es ist für die Kirchengemeinde bestimmt, mit der die Schwantener Freikirche schon seit Jahren befreundet ist. Schon in den vergangenen Tagen gingen Hilfstransporte in die Ukraine oder wurden Flüchtlinge von dort in Sicherheit gebracht. Nun fehlt ein Notstromaggregat – und zwar ein spezielles. Die Parameter dafür sind „6kw und 3phasrig“. Wer helfen kann, schickt eine E-Mail an info@plentz.de.

Runder Tisch im Mühlenbecker Land

„Hilfe gern, aber koordiniert!“, heißt es aus dem Mühlenbecker Land. Bei all dem überschwänglichen, teils aber auch hektischen Engagement hilfsbereiter Bürgerinnen und Bürger warnt Bürgermeister Filippo Smaldino: „Bitte kein Aktionismus!“ Wer helfen möchte, in welcher Form auch immer, soll sich mit Volker Agüeras Gäng von der Koordinierungsstelle im Mühlenbecker Land in Verbindung setzen. Dieser habe den Überblick und lenke jede Hilfe in die richtigen Bahnen.
Für eine bessere Abstimmung der Helfer hier vor Ort, hat die Gemeinde einen „Runden Tisch Ukrainehilfe“ eingerichtet. Dieser tagt in regelmäßigen Abständen in der Bürger- & Touristinformation Mühlenbecker Land (Mühlenbeck, Hauptstraße 7). Termine bitte telefonisch erfragen.
Koordinierungsstelle im Mühlenbecker Land
Volker Agüeras Gäng
Telefon: 033056 / 434 733

Brandenburger wollen helfen

Viele Menschen in Brandenburg fragen sich, wie sie helfen können. Nach der erfolgreichen Spendenaktion im vergangenen Sommer für die Flutopfer im Ahrtal, hat das Märkische Medienhaus gemeinsam mit der Caritas wieder eine eigene Hilfsaktion ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Brandenburg hilft Ukraine-Flüchtlingen“ sammeln wir Geld für Menschen, um die schwerste Not zu lindern.

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Löwenberger Land richtet Spendenkonto ein

„Der Zusammenhalt von Privatpersonen, der Gemeinde und der Kirche ist immens“, sagt Bürgermeister Bernd-Christian Schneck, „die Spendenbereitschaft ist der Wahnsinn“. Auf vielfachen Wunsch der Menschen aus dem Löwenberger Land hat die Gemeinde nunmehr ein eigenes Spendenkonto eingerichtet. „Sie wollen, dass das Geld nachvollziehbar eingesetzt wird“, sagt Schneck. Das könne er garantieren, aber nicht jeden Einzelfall berücksichtigen, bittet er um Nachsicht. „Wir setzen das Geld da ein, wo es benötigt wird“, so Schneck.

Löwenberg

Hennigsdorf: Bürgermeister bringt Spenden nach Polen

Die Hilfsbereitschaft der Hennigsdorf ist riesengroß. Schon reichen die Pakete nicht mehr im Begegnungszentrum Conradsberg. Hier werden vor allem noch Lebensmittel in Konserven, Medikamente (Schmerzmittel, Fiebersaft für Kinder) und Verbandsmaterial benötigt.
Und unkompliziert hilft die Firma Klöde Kartonagen GmbH aus dem Gewerbegebiet Nord in Hennigsdorf. Mit einem Blick in die Halle war klar: 1000 Kartons kommen den Sammlern und Helfern rund um Jennifer Burczyk zugute, Fachdienstleiterin für Familie, Jugend und Integration. Am Mittwoch (9. März) wird Bürgermeister Thomas Günther selbst gemeinsam mit drei weiteren Mitstreitern aus dem Rathaus Hennigsdorf die Hilfsgüter in die polnische Partnerstadt Środa Wielkopolska, die die Ladung dann weiter in ein Militär-Krankenhaus in Kiew über die ukrainische Partnerstadt Mogilev Podolsky schickt, bringen.
Wer noch spenden möchte, kann das am Dienstag (8. März) von 9 bis 18 Uhr in der Parkstraße 39 abgeben.

Stadt Zehdenick richtet Hotline für private Flüchtlingsunterkünfte ein

Am 9. März hat die Stadtverwaltung Zehdenick auf die Welle der Hilfsbereitschaft reagiert und direkte Ansprechpartner benannt: „Die Stadt Zehdenick bedankt sich bei allen, die in unterschiedlicher Art und Weise bisher geholfen haben. Neben Sach- und Geldspenden werden auch Unterkünfte gesucht. Wer kann in Zehdenick für ukrainische Bürgerinnen und Kinder Unterkünfte zur Verfügung stellen (Art der Unterkunft, Belegungszahl)? Wer hat eventuell bereits beim Landkreis Unterkünfte in Zehdenick angeboten? Bitte auch der Stadtverwaltung mitteilen. Wer beherbergt in Zehdenick eventuell bereits geflüchtete ukrainische Staatsbürger? Bitte der Stadtverwaltung mitteilen. Die Stadt Zehdenick bedankt sich für Ihre Rückmeldungen per Mail oder Telefon: d.wendland@zehdenick.de, Telefon: 03307 4684117, u.kupsch@zehdenick.de, Telefon 03307 4684231“, heißt es in der Mitteilung.

Sammelstellen in Gransee und Zehdenick

Die Kommunen des Mittelzentrums Gransee, Zehdenick und Fürstenberg/Havel haben gemeinsam mit dem Kreisverband Gransee des Deutschen Roten Kreuzes eine koordinierte Spendenaktion zur humanitären Unterstützung der Menschen in der Ukraine sowie derer, die sich aktuell auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung befinden, ins Leben gerufen. „Diese Menschen brauchen jetzt gezielte Hilfsmaßnahmen. Die Initiatoren wollen helfen – gemeinsam mit Ihnen –, das unendliche Leid in dieser schweren Zeit zu mindern“, heißt es in einer Mitteilung der Regionalentwicklungsgesellschaft Regio Nord dazu.
● Geldspenden werden erbeten, um die noch intakte Infrastruktur in der Ukraine und den durch den Krieg betroffenen Nachbarstaaten nicht durch Einzelaktionen wie privat organisierte Spendenkonvois zu überlasten. Die Spendengelder würden im Rahmen eines gezielten Soforthilfeprojekts für die Stärkung der Einsatzfähigkeit des ukrainischen Roten Kreuzes sowie für umfassende Hilfsmaßnahmen zur Aufnahme und Versorgung der Menschen, die sich auf der Flucht befinden, zur Verfügung gestellt.
DRK, Kreisverband Gransee
IBAN:
DE49 1009 0000 1113 4930 00
Verwendungszweck:
Ukraine Hilfe Oberhavel Nord
● Mit Sachspenden kann ebenfalls geholfen werden. Für die Ausstattung der Menschen, die im Norden des Landkreises Oberhavel untergebracht werden, werden Kleidung (auch Baby- und Kinderbekleidung), Medikamente (Fiebermittel, Erkältungsmittel), Lebensmittel (Nudel, Reis, Konserven, Kindernahrung usw.), Decken, Schlafsäcke, Bettwäsche, Handtücher sowie Windeln und Babypflege benötigt.
Diese Spenden können immer samstags von 10 bis 15 Uhr in Gransee, Rudolf-Breitscheid-Straße 75 (Friedrich Wilhelm Passage) und in Zehdenick in der ehemaligen Havelland-Grundschule, Hospitalstraße 1, abgegeben werden. Für Fürstenberg befindet sich eine vergleichbare Sammlung in Vorbereitung.

Brandenburg lockert Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw

Ab sofort können Lkw in Brandenburg auch ohne eine gesonderte Ausnahmegenehmigung an Sonn- und Feiertagen unterwegs sein, wenn sie Hilfsgüter im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine transportieren. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 26. Juni. Verkehrsminister Guido Beermann sagte am Freitag: „Zur Unterstützung der in die angrenzenden Länder geflüchteten ukrainischen Bevölkerung ist dringend Hilfe geboten. Mit der befristeten Ausnahmegenehmigung wollen wir sicherstellen, dass Hilfsgüter schnell und unkompliziert dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“
Der Landesbetrieb Straßenwesen und die zuständigen unteren Straßenverkehrsbehörden wurden über die Allgemeine Ausnahmegenehmigung informiert, das Innenministerium wurde gebeten, die Polizei zu unterrichten. Dasselbe gilt für das Bundesamt für Güterverkehr. Auf diese Weise sollen überflüssige Kontrollen vermieden werden.
Ab sofort ist bei Hilfsgütertransporten, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stehen, wie folgt zu verfahren:
  • Für den Transport innerhalb Brandenburgs ist die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gemäß §§ 30 Absatz 3, 46 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 StVO nicht erforderlich.
  • Die Ausnahme gilt auch für Leerfahrten, die im direkten Zusammenhang mit der Ziffer 1 stehen.
  • Soweit bei Beförderungen in andere Bundesländer eine Ausnahmegenehmigung erforderlich ist, muss diese dort eingeholt werden.

Landkreis schickt Güter nach Polen

Ein vom Landkreis Oberhavel organisierter Hilfsgütertransport für die Ukraine startete am Montagmorgen, 7. März, in Richtung Biala Podlaska, Oberhavels langjährigen polnischen Partnerlandkreis. Mit der Unterstützung der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH (AWU) und der Oberhavel Holding Besitz- und Verwaltungs- mbH (OHBV) stellt der Landkreis Oberhavel Betten, Isomatten, Verbandsmaterial,Lebensmittel und Hygieneartikel zur Verfügung. Biala Podlaska benötigt die Unterstützung, da bereits zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine in der Region angekommen sind.
Diese Hilfsgüter werden am Montag in Richtung Biala Podlaska gefahren.
Diese Hilfsgüter werden am Montag in Richtung Biala Podlaska gefahren.
© Foto: Landkreis Oberhavel

Velten richtet Hotline ein

Nach den Worten von Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) gilt es, den Menschen in und aus der Ukraine ganz praktisch zu helfen. „Auch in Velten laufen die Vorbereitungen auch Hochtouren, um mögliche Flüchtlinge aufnehmen zu können.“ Die Stadt habe eine Koordinierungsstelle eingerichtet, „die Hilfsbereitschaft ist groß in der Ofenstadt“. Wer helfen möchte, könne sich melden.
Die Stadt Velten hat eine zentrale Telefonnummer eingerichtet, an die Anfragen zum Thema gerichtet werden können. Von 10 bis 16 Uhr werden hier zudem Kontakte vermittelt: 03304 379189.

Kremmen hilft

In der Touristeninformation im Kremmener Scheunenviertel herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Es werden Hilfsgüter angenommen, die für die ukrainischen Flüchtlinge nach Polen gebracht werden. „Was die Menschen dort jetzt brauchen, das sind Essen, Seife Shampoo und Hygieneartikel, maximal noch Decken.“ Geplant ist, dass in der Touristeninformation am Freitag, 4. März, von 7.30 bis 18 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr noch Spenden abgegeben werden können.

Demonstration in Oranienburg

„Als Freie Demokraten stehen wir hinter der Ukraine. Um dies deutlich zu machen und um zu zeigen, dass wir diesen Völkerrechtsbruch nicht akzeptieren werden, wollen wir gemeinsam auf die Straße gehen“, heiß es in einer Mitteilung von Uwe Münchow, Kreisvorsitzender der FDP Oberhavel.

Oranienburg

Unter dem Motto „Solidarität mit der Ukraine, Frieden in Osteuropa, Modernisierung der Bundeswehr“ gehe es am Sonnabend, 5. März, um 10 Uhr vom Platz vor der Kreisverwaltung in Oranienburg (Adolf-Dechert-Straße 1) zum Oranienburger Schloss. Dort sprechen die Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg sowie Jan Maaß aus Neuglobsow, der als Mitglied im FDP-Landesfachausschuss Europa und Internationales und dort im Arbeitskreis Osteuropa tätig ist und in der Ukraine unter anderem OSZE-Wahlbeobachter war.

Oranienburgs Feuerwehr unterstützt Kameraden in der Ukraine

Durch den Krieg in der Ukraine stehen auch die Feuerwehren, Rettungsdienste sowie der Katastrophenschutz vor Ort unter einer gewaltigen Belastung. Die Oranienburger Feuerwehr beteiligt sich deshalb an einer Hilfsaktion, bei der über die Freiwilligen Feuerwehren im Land Polen und den Brandenburger Landesfeuerwehrverband dringend benötigte Ausrüstung und Geräte in die Ukraine gebracht werden. Das teilte die Stadt am Freitag, 4. März, mit.
Unter der Koordination von Stadtbrandmeister Sven Marten wurden bereits Materialien zusammengestellt, die noch heute nach Falkensee transportiert werden, um von dort nach Polen und weiter in die Ukraine gebracht zu werden. Unter anderem stellt Oranienburgs Feuerwehr Atemschutzanschlüsse, Handschuhe, Helme, Arbeitsanzüge, Lungenautomaten, Einwegkittel, Verbandstücher, Kleidung, Druckschläuche, Haltegurte und vieles mehr in einem Wert von rund 73.000 Euro zur Verfügung.
Bürgermeister Alexander Laesicke: „In dieser Woche ist sowohl in der Stadtverwaltung als auch in der Zivilgesellschaft vieles angelaufen, das den Menschen in der Ukraine helfen soll.“ Die zur Verfügung gestellte Ausrüstung führe zu keiner nennenswerten Lücke in den Lagerbeständen der Feuerwehr.

Wie weiter mit Hilfsangeboten und Nachfragen?

Der Landkreis Oberhavel kann selbst kurzfristig in vorhandenen Unterkünften bis zu 200 Menschen unterbringen. „Hierfür können wir Unterkünfte in der Dr.-Heinrich-Byk-Straße in Oranienburg herrichten. Ebenso prüfen wir mögliche zusätzliche Kapazitäten in den Wohnheimen unserer Oberstufenzentren“, so der amtierende Landrat Egmont Hamelow.
Die Bürgermeister und der Amtsdirektor der Städte und Gemeinden sind gebeten worden, weitere Möglichkeiten abzuwägen, Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. „Wir bedanken uns außerdem für Hilfsangebote, die uns bisher schon erreicht haben", so Hamelow. Private Anbieter, die Möglichkeiten zur Unterbringung Geflüchteter sehen, können sich an den Landkreis wenden, der die Angebote bei Bedarf koordiniert“, so Hamelow.
Hierfür wurde ein Koordinierungsteam eingesetzt, das die Hilfsangebote aus dem gesamten Landkreis bündelt und in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden die Unterbringung und Versorgung der ukrainischen Flüchtlinge organisiert.
● Hilfsangebote und Nachfragen können an die folgende E-Mail-Adresse oder telefonisch gerichtet werden an:
Telefon: 03301 601-4800
Mehr als einhundert private Hilfsinitiativen haben sich seit Montag beim Landkreis gemeldet und Wohnraum für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine oder Sachspenden angeboten. „Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen. Wir bedanken uns herzlich für all diese Angebote, die zeigen, dass die Menschen in dieser schwierigen Zeit über die Grenzen hinaus zusammenstehen“, sagte Egmont Hamelow.

Landkreis organisiert Hilfsgütertransport

Der amtierende Landrat Egmont Hamelow hat mit den polnischen Partnerlandkreisen Kontakt aufgenommen. „Es hat sich gezeigt, dass in Biala Podlaska derzeit tatsächlich viele Flüchtlinge ankommen und eine Bleibe benötigen. Die Menschen geben die Hoffnung auf eine schnelle Lösung nicht auf und möchten daher so nah wie möglich an der ukrainischen Grenze untergebracht werden.“
Oberhavel habe hierfür seine sofortige Unterstützung zugesagt. Anfang der kommenden Woche wird ein Hilfsgütertransport in Richtung Biala Podlaska fahren, kündigt Hamelow an. Mit der Unterstützung der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH (AWU) und der Oberhavel Holding Besitz- und Verwaltungs- mbH (OHBV) stellt der Landkreis Oberhavel Betten, Isomatten, Verbandsmaterial, Lebensmittel und Hygieneartikel zur Verfügung.

Welche Hilfe in Schwante geleistet wird

Der Anruf von Entertainer Frank Zander kam unerwartet, doch die Bäckerei Plentz reagierte sofort. Zander hatte einen Rundruf bei Freunden und bekannten Unternehmern in der Region gestartet, ob sie bei der Versorgung der Flüchtlinge aus der Ukraine helfen können. Für die Bäckerei Plentz war die Frage schnell beantwortet, wie Alexander Plentz sagt: „Na klar! Was braucht ihr? Wie können wir helfen?“ So wurde bei der Bäckerei Plentz eine nächtliche Sonderschicht in der Backstube eingelegt, um Brot und Pfannkuchen zu backen. Die Esswaren sollen an der Grenze für die Versorgung der ankommenden Flüchtlinge genutzt werden.

So koordiniert das Mühlenbecker Land

Oberhavel bereitet sich darauf vor, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen. Die ersten Geflüchteten sind auch im Mühlenbecker Land bereits angekommen. Die Gemeinde sucht private Unterkünfte und richtet ein Spendenkonto ein. Wer eine private Unterkunft anbieten kann, setze sich bitte mit unserer Ukrainehilfe-Koordinierungsstelle in Verbindung:
● Koordinierungsstelle im Mühlenbecker Land
● Telefon: 0151 1097 1265
Zusätzlich richtete die Gemeinde ein Sonderkonto zur Unterstützung der geflüchteten Familien im Mühlenbecker Land ein. Dieses Spendengeld wird ausschließlich dafür verwendet, den Geflüchteten hier vor Ort zu helfen. Da noch nicht abzusehen ist, welche Hilfe sie wirklich benötigen werden, bittet die Gemeinde auf Sachspenden zu verzichten.
● Spendenkonto Mühlenbecker Land: (Hilfe für geflüchtete Familien, die in unserer Gemeinde untergebracht werden)
● Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe
● IBAN: DE34 1605 0000 3711 0000 44
● BIC: WELADED1PMB

Wensickendorf spendet

Die Familie Bergmann hat alle Wensickendorfer zu Spenden aufgerufen. „Dem schließt sich der Ortsbeirat gerne an“, teilte Ortsvorsteher Heinz Ließke mit. Benötigt werden insbesondere, Schlafsäcke, warme Unterziehwäsche, Arbeitsschuhe, Funkgeräte, Taschenlampen, warme Kleidung speziell für Kinder, Konserven und vieles andere mehr. Die Spenden können am Freitag, 4. März, ab 10 Uhr im Seniorenclub Wensickendorf an der Dorfstraße 56 abgegeben werden. Helfer sind ebenfalls erwünscht. Benötigt werden auch Kisten und Pakete um die Spenden zu verpacken. Bereits am Sonnabend werden die Spenden zur ukrainischen Grenze gebracht.

Zentrale Kontaktdaten für Ukrainehilfe in Hohen Neuendorf

Um Anfragen, Angebote und Hilfegesuche im Zusammenhang mit der Unterstützung für die ukrainische Bevölkerung effizient zu koordinieren, hat auch die Stadt Hohen Neuendorf eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Diese ist zu erreichen unter:
● Telefon: (03303) 528-290
Vorbereitend sucht die Stadt derzeit insbesondere Menschen, die perspektivisch als Sprachmittler zur Verfügung stehen würden (Ukrainisch, Russisch). Interessenten werden gebeten, sich mittels der oben genannten Kontaktdaten an die Stadtverwaltung zu wenden.
„Wir bemühen uns, halbwegs vorbereitet zu sein, auf eine Situation, die wir nicht kennen“, sagte Alexander Tönnies, der Erste Beigeordnete der Stadt. Auch Angebote und Nachfragen nach privaten Unterkünften würden in der Stadt in die entsprechenden Bahnen gelenkt. „Wir erleben eine große Hilfsbereitschaft“, so Tönnies. Sach- und Geldspenden sollten eher nicht in Hohen Neuendorf abgegeben werden. Die Stadt hat auf ihrer Internetseite eine Übersicht mit zentralen Anlaufstellen erstellt, um Doppelstrukturen möglichst zu vermeiden. Diese bietet Helferinnen und Helfern eine erste Übersicht und wird fortlaufend aktualisiert.

Unterstützung für Partnerstadt

Am Sonntag sind Lutz Tornow und Rene Smolarski von den Feuerwehren der Stadt Hohen Neuendorf mit einem Transporter samt Anhänger in Richtung Polen aufgebrochen. Geladen hatten sie Hilfsgüter, die in der 760 Kilometer entfernten polnischen Partnerstadt dringend benötigt werden. Denn auch dort kommen Flüchtlinge aus der Ukraine an. „Der Bürgermeister bat uns um Hilfe“, sagte Bürgermeister Steffen Apelt, der sich vor der Abfahrt für den Einsatz der besonderen Art bei der Feuerwehr und deren drei Fördervereine bedankte. Mit an Bord ist auch ein Notstrom-Aggregat, dass die Feuerwehr Bergfelde als Reserve im Depot hatte.
Hilfe für Janow Podlaski: Von Hohen Neuendorf ging am Sonntag ein Hilfstransport in die polnische Partnerstadt
Hilfe für Janow Podlaski: Von Hohen Neuendorf ging am Sonntag ein Hilfstransport in die polnische Partnerstadt
© Foto: Jürgen Liebezeit

Hennigsdorf sammelt Spenden für Stadt und Krankenhaus

Bürgermeister Thomas Günther (SPD) ruft alle Einwohnenden von Hennigsdorf auf, sich an zwei von der Stadt organisierten beziehungsweise unterstützten Spendenaktionen zu beteiligen. Alles Gespendete wird zentral im Gemeinschaftszentrum Conradsberg gesammelt. Wo was wann abgegeben werden kann.

Hilfsaktion aus Löwenberg

Mit zwei Transportern fahren Anatolii Panasenko und sein Bruder Andrei von Löwenberg aus an die ukrainisch-polnische Grenze. Dort nehmen sie die geflüchtete Familie ihrer ukrainischen Mitarbeiter auf. Weitere Transporte sollen folgen. Unterstützt werden sie von der Gemeinde Löwenberger Land. Die hat spontan eine zentrale Anlaufstelle in Löwenberg geschaffen, um Hilfsangebote aufzunehmen und zu organisieren. Zum Text

Thomas Schenk will von Oranienburg an die Grenze fahren und helfen

Thomas Schenk bittet um Spenden. Er will von Oranienburg zur polnisch-ukrainischen Grenze fahren und dort Menschen auf der Flucht helfen.

Aktion im Grünen-Wahlkreisbüro

Die beiden bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Thomas von Gizycki und Heiner Klemp nehmen in ihrem Wahlkreisbüro Sachspenden entgegen. Gebraucht werden aktuell: Gut erhaltene Isomatten, Schlafsäcke, warme Decken, Kissen, Verbandsmaterialien/Erste-Hilfe-Kästen und Hygieneartikel. Außerdem noch mindestens drei Monate haltbare Lebensmittel mit folgender Priorität: Haferflocken, Rosinen, Knäckebrot, Margarine, Reis, Nudeln, Tee, Gebäck, Schokolade.
Die Spenden können zu folgenden Zeiten im Wahlkreisbüro in der Sachsenhausener Str. 1a in Oranienburg abgegeben werden: Freitag, 4. März, Montag, 7. März bis Mittwoch, 9. März: von 10 bis 16 Uhr und Donnerstag, 10. März von 10 bis 20 Uhr sowie nach Vereinbarung per E-Mail an boettcher@thomasvongizycki.de (Charlott Böttcher) oder telefonisch unter 03301 5717328. Die Sachspenden werden dann gebündelt an die Ukrainehilfe-Lobetal oder einen Berliner Sammelpunkt übergeben, von wo aus sie in die Ukraine transportiert werden.

In Germendorf starten drei Busse mit 30 Tonnen Hilfsgütern

Die Familien zweier Mitarbeiter aus der Ukraine herauszuholen, das war die Idee von Stefan Lösch. Der Betriebsleiter der Firma OBE Oberhavel Bus Express GmbH, Oranienburg, sendete am Sonntag (27. Februar) eine Nachricht mit der Frage nach Unterstützung an alle seine Telefonbuchkontakte. Von der Spendenbereitschaft ist die Firma überwältigt. Auf dem Rückweg will sie Menschen aus der Ukraine in Sicherheit bringen.

Gebete in Gransee

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Gransee lädt jeden Donnerstag (ab 3. März) um 17:30 Uhr in der St. Marien-Kirche Gransee zu Friedensgebeten ein.

Die Stadt Zehdenick setzt ein Zeichen für den Frieden

Die Initiative „Zehdenick leben“, die evangelische Kirchengemeinde und die Initiative Innenstadtentwicklung rufen alle Zehdenickerinnen und Zehdenicker auf, ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Die stille Kundgebung findet am Donnerstag, 3. März ab 17.30 Uhr auf dem Marktplatz statt. Jede und jeder ist eingeladen, bunte und fantasievolle Plakate, Transparente oder auch nur eine Kerze mitzubringen. Redebeiträge außer einem Wort des neuen Bürgermeisters Lucas Halle (SPD) sind nicht geplant. Zu 18 Uhr ertönt die große Glocke der Stadtkirche und lädt herzlich zum Friedensgebet in der Kirche ein.

SV Zehdenick 1920 sammelt bis Sonntag Hilfsgüter

Auch der SV Zehdenick 1920 hat in Zusammenarbeit mit der Firma Oberhavel-Bus-Express eine Spendenaktion für die Menschen in der Ukraine gestartet. Bis Sonntag, 6. März, können täglich von 8 bis 12 Uhr am Eingang Adolf-Mann-Platz des Havelsportplatzes in Zehdenick Spenden abgegeben werden. Dringend benötigt werden haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken, ISO-Matten, Wasser, Babynahrung,Windeln, Gaskocher, Konservendosen, Verbandssachen, Medikamente. Kleidung wird hingegen nicht benötigt, weist der Vereinsvorstand auf seiner Facebook-Seite hin. Die Abholung der Spenden erfolgt am Sonntag mit einem Sonderbus.

Soforthilfe für Geflüchtete – so hilft Oberhavel

Städte und Kommunen bereiten sich auf die Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Die Bürgermeister und der amtierende Landrat von Oberhavel stimmten sich ab. Was ist geplant? An wen wenden sich private Anbieter? Der Landkreis Oberhavel schob einen Soforthilfefonds an.

Gigantische Spendenbereitschaft auch in Oberhavel - so kann geholfen werden

Maryna Kruschel stammt aus der Ukraine. Sie hat zu einer Spendenaktion aufgerufen. Viel Geld ist bereits geflossen. Nun geht es um Bekleidung und Dinge des täglichen Bedarfs.

Glockengeläut und Friedensgebete

Der Kirchenkreis Oberes Havelland schließt sich dem von der Landeskirche unterstützten Aufruf der "Europäischen Vereinigung der Dombau-, Münsterbau- und Bauhüttenmeister e.V." an. Pfarrer Peter Krause aus Sachsenhausen, zugleich stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises, ruft alle Gemeinden am Donnerstag, 3. März, ab 12 Uhr zu einem siebenminütigen Glockengeläut auf.
Zugleich wird zu den Friedensgebeten und vielfältigen Aktionen im Kirchenkreis eingeladen, die am Abend und in den kommenden Tagen stattfinden.
Seit 25. Februar gibt es tägliche Friedensgebete in verschiedenen Gemeinden. Schon seit Wochen wurde zu wöchentlichen Andachten eingeladen, wie zum Beispiel in Zehdenick oder Großwoltersdorf.
Die nächsten Termine:
Am Mittwoch, 2. März, um 18 Uhr gibt es ein Friedensgebet in der Ev. Kirche Großwoltersdorf (immer mittwochs und samstags) und in der Ev. Stadtkirche Zehdenick (werktäglich).
Am Donnerstag, 3. März, um 17.30 Uhr wird zum Friedensgebet in die St. Marien Gransee (immer donnerstags) eingeladen.
Eine Friedensmahnwache wird am Samstag, 5. März, um 16 Uhr in Himmelpfort veranstaltet.
Der am Freitag (4. März) stattfindende Weltgebetstag wird sich in besonderer Weise der Situation in der Ukraine widmen und die Menschen dort in die Gebete einschließen, teilt der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises, Stefan Determann, mit. Der Weltgebetstag ist eine internationale Basisbewegung von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, sind Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche eingeladen, um gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit zu beten und zu handeln.
Am Donnerstag, 3. März, organisiert die Evangelische Kirchengemeinde Bergfelde-Schönfließ eine Sammelaktion für Sachspenden. Die Spenden werden von 14 bis 18 Uhr in der Bergfelder Kirche angenommen.

Gransee: Strittmatter Gymnasiasten starten Sammelaktion

Eine Sammlung von Dingen des täglichen Bedarfs hat im Strittmatter Gymnnasium begonnen. Hannes Kleßny und Elias Roy gehen in die 11. Klasse und haben das Hilfsprojekt für die Ukraine mitgeplant. Hannes berichtet, dass Unruhe und Ratlosigkeit den Unterricht Anfang der Woche prägten. Wegen des Ukraine-Krieges. Eigentlich habe man nur über dieses Thema gesprochen – egal, welcher Stoff in welchem Unterrichtsfach behandelt werden sollte. „In die Köpfe ging einfach kein Lernmaterial“, sagte der Gymnasiast. Deshalb der Entschluss bei vielen Gymnasiasten, etwas zu tun. Wobei die Schüler mit den Protagonisten der Zehdenicker Hilfsaktion um Anja Steinleger in Neuhof gemeinsame Sache machen. Veronika Kleßny, die Großmutter von Hannes Kleßny in Barsdorf, erklärte auf Nachfrage, auch in Barsdorf bemühten sich die Einwohner um Hilfe für die Menschen in der Ukraine.

Löwenberger Feuerwehr und Sportler packen mit an

Fußballer aus Löwenberg weißen eine Wohnung in Löwenberg, die alte Volksbank, auch die Feuerwehr und örtliiche Firmen unterstützen die Aktion des Ortsbeirats von Löwenberg.
Fußballer aus Löwenberg weißen eine Wohnung in Löwenberg, die alte Volksbank, auch die Feuerwehr und örtliiche Firmen unterstützen die Aktion des Ortsbeirats von Löwenberg.
© Foto: Axel Klicks
Ohne lange nachzudenken, haben die unterschiedlichsten Helferinnen und Helfer sich um die rasche Sanierung einer Wohnung in Löwenberg gekümmert. Der Standort der ehemaligen Volksbank gehört der Gemeinde. In ihr können Geflüchtete aus der Ukraine unterkommen. Mitglieder der Feuerwehr und den Sportverein haben spontan ihre Unterstützung zugesagt, Wände geweißt und den alten Fußbodenbelag entfernt. Neue Dielen konnten zum Einkaufspreis besorgt werden und Handwerksbetriebe von Ortsbeiratsmitgliedern sorgten für eine funktioniernde Elektrik und mehr.
Spende für eine Unterkunft in Grüneberg. Elfriede Kloss, Marianne Reitzenstein und Heike Keeve packen mit an.
Spende für eine Unterkunft in Grüneberg. Elfriede Kloss, Marianne Reitzenstein und Heike Keeve packen mit an.
© Foto: Burkhard Keeve

Kirche Grüneberg richtet Pfarrhaus her

In Grüneberg wird die aktuell ungenutzte Pfarrwohnung für Geflüchtete vorbereitet. Hier sind es vor allem die Mitglieder des Gemeindekirchenrats, die mit anpacken und alles herrichten. Eine Grüneberger Familie spendete Teile die die Kücheneinrichtung (Anrichte, Spüle und Spülmaschine). Die Wohnung ist nach dem Auszug der ehemaligen Pfarrerin im Februar frei geworden. Der neue Pfarrer, Reinhard Kees, der für eineinhalb Jahre die Pfarrstelle übernommen hat, wohnt in Lychen.
Benefiz-Spiel: Steven Herfort (re.) von den Falkenthaler Füchsen übergibt Bürgermeister Bernd-Christian Schneck 562 Euro für die Ukrainehilfe.
Benefiz-Spiel: Steven Herfort (re.) von den Falkenthaler Füchsen übergibt Bürgermeister Bernd-Christian Schneck 562 Euro für die Ukrainehilfe.
© Foto: privat

Einnahmen aus dem Benefizspiel

Bei einem Fußball-Benefizspiel zwischen den Falkenthaler Füchsen und dem SV Zehdenick kamen am 9. März Einnahmen in Höhe von 562 Euro zusammen. Am 11. März wurde die Spende von Steven Herfort von den Falkenthaler Füchsen an Löwenbergs Bürgermeister Bernd-Christian Schneck übergeben. Mehr als 200 Zuschauer haben das Spiel der C-II-Junioren der Falkenthaler Füchse gegen die Inklusionsmannschaft des SV Zehdenicks verfolgt. Vor der Partie, die 10:2 für die jungen Füchse ausging, ließen diie Ballkinder blau-gelbe Luftballons als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine in den Himmel steigen. Am 12. März war auf den Karl-Marx-Platz in Löwenberg zu Glühwein und Bratwurst eingeladen worden. Auch hier gingen die Einnahmen aufs Spendenkonto der Gemeinde für die Ukraine. Etwa 3000 Euro kamen so zusammen.
Ein Zeichen der Solidartät mit der Ukraine war in Löwenberg am Sonnabend zu sehen.
Ein Zeichen der Solidartät mit der Ukraine war in Löwenberg am Sonnabend zu sehen.
© Foto: Löwenberger Land
Auf dieser speziellen Übersichtsseite werden alle lokalen Ukraine-Hilfsangebote zusammengefasst.
Mehr zum Krieg in der Ukraine erfahren sie in unserem Liveticker, sowie auf einer Themenseite.