Brücke in Spandau
: Marodes Bauwerk – so soll die neue Schulenburgbrücke aussehen

Die Schulenburgbrücke am Südhafen in Spandau ist in die Jahre gekommen und soll in den nächsten Jahren ersetzt werden. Jetzt gibt es erste Pläne zum Neubau der Brücke.
Von
Kai Wielert
Spandau
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Südhafen Spandau - Schulenburgbrücke vor Neubau

Ein Neubau soll die marode Schulenburgbrücke in Berlin-Spandau ersetzen. Es gibt mehrere Varianten für die neue Brücke.

Kai Wielert
  • Die marode Schulenburgbrücke in Spandau wird durch eine neue, höhere Brücke ersetzt.
  • Baukosten betragen 98 Millionen Euro, größtenteils durch Bundesmittel finanziert.
  • Baustart ist nicht vor 2028, Bauzeit 4-6 Wochen Sperrung.
  • Drei Brückenvarianten, bevorzugt: Variante drei wegen geringerer Baukosten.
  • Keine Parkplätze auf der neuen Brücke, dafür breite Geh- und Fahrradwege.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Schulenburgbrücke am Südhafen ist alt und verrostet. Mit über 100 Jahren hat sie ihr Lebensende erreicht – wie so viele Brücken in Deutschland. In den nächsten Jahren soll die Stahlkonstruktion im Zuge des Umbaus am Südhafen durch einen Neubau ersetzt werden.

Der Ausbau des Südhafens ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Hauptstadt. Insgesamt 98 Millionen Euro sollen in das Projekt fließen, zum Großteil finanziert durch Fördermittel des Bundes. Einen „schlafenden Riesen“ nannte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) den zweitgrößten Hafen. Durch den Umbau sollen Güter vermehrt über die Schiene und das Wasser transportiert werden.

Baustart für Neubau der Brücke in Spandau nicht vor 2028

Auf einer digitalen Infoveranstaltung wurde im Dezember 2024 der aktuelle Planungsstand der einzelnen Teilprojekte vorgestellt. Obwohl der tatsächliche Baustart noch einige Jahre entfernt liegt (nicht vor 2028), hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt einen ersten Entwurf zum Neubau der Schulenburgbrücke vorgestellt.

Visuialisierung der Schulenburgbrücke in Spandau am Südhafen

So könnte der Neubau der Schulenburgbrücke in Berlin-Spandau einmal aussehen. Parkplätze soll es auf der neuen Brücke nicht mehr geben.

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

Die aktuelle Brücke befindet sich in keinem besonders guten Zustand. Die 1909 errichtete Stahlkonstruktion weist laut Senatsverwaltung unter anderem Risse in den Widerlagern und viel Rost am Überbau auf. Zudem liege die Lastbeschränkung mit 18 Tonnen gefährlich niedrig.

Alte Brücke am Südhafen Spandau kann schwere Lkw nicht tragen

Bei durchschnittlich 1,5 Tonnen pro Auto und mehreren Parkplätzen direkt auf der Brücke übersteigt schon ein erhöhtes Verkehrsaufkommen diese Grenze. Schwere Lkw sollten erst gar nicht über die Brücke fahren, was die Transportmöglichkeiten des Hafens einschränkt. Daher soll die neue Brücke deutlich mehr Last tragen können.

Besonders wichtig für die Vorhaben der landeseigenen Berliner Handels- und Lagerhausgesellschaft (Behala) ist aber die Höhe der Brücke. Für größere Containerschiffe ist die über 100-Jahre alte Brücke aber zu flach. Der Neubau soll nun höher angelegt werden, um den geplanten Transport von Gütern über Spree und Havel zu unterstützen.

Der Neubau soll steiler werden als die alte Brücke

Aktuell wird das Projekt rund um die Schulenburgbrücke noch geplant. Wie genau sie aussehen soll, steht also nicht fest. Im Gespräch sind drei verschiedene Varianten, von denen eine bevorzugt wird.

Alle Varianten sollen etwa fünf Meter hoch sein und eine etwas stärkere Steigung aufweisen. Besonders für den Fuß- und Radverkehr wird es also anstrengender, die Brücke zu überqueren. Varianten eins und zwei unterscheiden sich lediglich durch die Position des Brückenbogens.

Der Bogen mit 120 Metern Spannweite liegt in Variante eins auf der Brücke auf, bei Variante zwei liegt er etwas unter dem Brückenboden. Variante drei wird laut Senatsverwaltung aktuell bevorzugt. Grund dafür seien geringere Kosten beim Bau und der Instandhaltung sowie eine geringere Steigung als bei Varianten eins und zwei. Dafür sei die Gründung etwas aufwendiger.

Variante drei hat eine geringere Spannweite von 104 Metern und wirkt insgesamt etwas kürzer, da das Fundament am Ufer weiter herausragt. Dabei wird aber auch der Platz unter der Brücke am Land weniger.

Südhafen Spandau - Schulenburgbrücke vor Neubau

Die Parkplätze sollen auf dem Neubau der Schulenburgbrücke wegfallen und durch beidseitig durch Fahrradwege ersetzt werden.

Kai Wielert

Alle Varianten sollen möglichst eine barrierefreie Rampe auf der Westseite bekommen, um auf die Hermann-Oxfort-Promenade direkt am Havelufer zu gelangen. Ob diese wirklich kommt, ist aber laut Senatsverwaltung noch nicht geklärt.

Der Verkehr auf der neuen Brücke wird ebenfalls erneuert. Bisher konnte auf der Schulenburgbrücke parken werden. Neu: Auf dem Neubau werden alle Stellplätze wegfallen. Stattdessen soll es breite Gehwege und eigenständige Fahrradwege geben.

Für die Bauzeit hat die Senatsverwaltung gute Nachrichten für Pendler verkündet: Während des Baus wird die Brücke nur für eine relativ kurze Zeit von vier bis sechs Wochen gesperrt sein. Das liegt an der geplanten Bauweise.

In Phase eins wird die neue Brücke größtenteils fertig neben die alte Schulenburgbrücke gebaut und temporär mit der Straße verbunden. Danach wird die Bestandsbrücke nach und nach abgebaut.

Ist das alte Konstrukt verschwunden, beginnen die vier bis sechs Wochen Sperrung. Dabei wird die neue Brücke auf den Platz der alten verschoben und finalisiert. Danach ist sie voll befahrbar. Einen genauen Zeitplan gibt es bisher nicht, aktuell soll mit dem Brückenbau 2028 begonnen werden.

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