Am Ende war es ein ganz klarer Sieg der SPD in Brandenburg. Die Sozialdemokraten um Olaf Scholz konnten in der Mark sämtliche Wahlkreise erobern. Bei der Wahl vor vier Jahren hatte noch die CDU die Nase vorn. Nach der Auszählung der Ergebnisse in den zehn Bundestagswahlkreisen, die im Land Brandenburg liegen (Wahlkreise 56 – 65), gab Landeswahlleiter Bruno Küpper in der Nacht das folgende vorläufige amtliche Ergebnis für das Land Brandenburg bekannt:
Die Wahlbeteiligung erhöhte sich leicht auf 75,6 Prozent (2017: 73,7 Prozent). Brandenburg liegt damit erneut leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 76,6 Prozent der Wahlbeteiligten. Die höchste Wahlbeteiligung in Brandenburg wurde in Kleinmachnow mit 89,7 Prozent registriert, die geringste wenige Kilometer weiter, ebenfalls in Potsdam-Mittelmark im Dorf Gräben, wo nur 38,6 der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.
Diese 25  Abgeordneten vertreten Brandenburg im neu gewählten Bundestag

Bundestagswahl Brandenburg Diese 25 Abgeordneten vertreten Brandenburg im neu gewählten Bundestag

Keine Verstöße gegen die Verordnung und keine Schlangen

Landeswahlleiter Bruno Küpper berichtete am Montag auf einer Pressekonferenz, dass es keine Berichte über Verstöße gegen die Corona-Umgangsverordnung bei der Bundestagswahl in Brandenburg gab. Auch über Schlangen vor den Wahllokalen gab es hierzulande nicht und die Wahllokale konnten überall pünktlich geschlossen werden, sagte Küpper ohne die Zustände in Berlin direkt anzusprechen. Die erwartete Verdopplung der Briefwahl ereignete sich nicht. Küpper führte das auf eine Entspannung der Corona-Pandemie zurück, was viele Brandenburger dazu bewegte, doch direkt ihre Stimme abzugeben. Trotzdem stieg der Anteil der Briefwähler von 21,5 Prozent auf 35,1 Prozent.
Die Zahl der gültige Erststimmen liegt bei 1.527.701 (ungültig 21.840). Gültige Zweitstimmen: 1.529.575 (ungültig 19.966)

Software bewährt sich

Eine erstmals eingesetzte neue Wahlsoftware habe sich ebenfalls bewährt. Als Herausforderung habe sich wie erwartet die geringe Größe mancher Wahlbezirke erwiesen, sagte Küpper. So war ein Stimmbezirk in der Prignitz bereits um 18.20 Uhr ausgezählt. Weil andere Bezirke dort noch kleiner waren und die Urnen wegen einer Änderung des Wahlgesetzes in andere Wahllokale transportiert werden mussten, lag der zuletzt ausgezählte Stimmbezirk ebenfalls im Wahlkreis 56 in der Prignitz. Dort war erst 1.29 Uhr Schluss. Der erste komplett ausgezählte Wahlkreis war der in Elbe-Elster um 22.11 Uhr.

In den Wahlkreisen siegten folgende Bewerber:

Wahlkreis 57 (Uckermark – Barnim I): Stefan Zierke (SPD) mit 29,6 Prozent
Wahlkreis 58 (Oberhavel – Havelland II): Ariane Fäscher (SPD) mit 26,3
Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland – Barnim II): Simona Koß (SPD) mit 24,7 Prozent
Wahlkreis 63 (Frankfurt (Oder) – Oder-Spree): Mathias Papendieck (SPD) mit 28,0 Prozent
Wahlkreis 64 (Cottbus – Spree-Neiße): Maja Wallstein (SPD) mit 27,6 Prozent

Diese Abgeordneten ziehen über die Liste ein

CDU: Vier Abgeordnete

Jens Koeppen – Uckermark
Uwe Feiler – Oberhavel
Jana Schimke – Dahme-Spreewald
Knut Friedrich Alexander Abraham – Elbe-Elster

AfD: Fünf Abgeordnete

Spitzenkandidat Alexander Gauland
René Springer – Potsdam
Steffen Kotré – Dahme-Spreewald
Norbert Kleinwächter – Dahme-Spreewald
Hannes Gnauck – Uckermark

Grüne: Zwei Abgeordnete

Annalena Baerbock – Potsdam
Michael Kellner – Uckermark

Linke: Zwei Abgeordnete

Christian Görke – Potsdam (Wahlkreis Cottbus/Spree-Neiße)
Anke Domscheit-Berg – Oberhavel

FDP: Zwei Abgeordnete

Linda Teuteberg – Potsdam
Friedhelm Boginski – Barnim

Gültige Zweitstimmen

Die gültigen Zweitstimmen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien (in der Klammer die Vergleichszahl für die Bundestagswahl 2017):
CDU 15,3 Prozent (2017: 26,7 Prozent)
AfD 18,1 Prozent (2017: 20,2 Prozent)
SPD 29,5 Prozent (2017: 17,6 Prozent)
DIE LINKE 8,5 Prozent (2017: 17,2 Prozent)
FDP 9,3 Prozent (2017: 7,1 Prozent)
GRÜNE/B 90 9,0 Prozent, (2017:5,0 Prozent)
Tierschutzpartei 2,6 Prozent (2017:1,8 Prozent)
Die PARTEI 1,3 Prozent (2017: 1,3 Prozent)
FREIE WÄHLER 2,6 Prozent (2017: 1,2 Prozent)
NPD 0,3 Prozent (2017: 0,9 Prozent)
DKP 0,1 Prozent (2017: 0,2 Prozent)
ÖDP 0,2 Prozent ( 2017:0,2 Prozent)
MLPD 0,1 Prozent (2017:0,1 Prozent)
die Basis 1,5 Prozent (2017: -)
Die Humanisten 0,1 Prozent (2017: -)
PIRATEN 0,4 Prozent (2017: -)
Team Todenhöfer 0,2 Prozent
(2017: -)
UNABHÄNGIGE 0,6 Prozent (2017: -)
Volt 0,3 Prozent (2017: -)
Wie viele Kandidaten ingesamt künftig aus Brandenburg in den neuen Bundestag einziehen werden, ist bislang noch nicht klar. Die endgültige Verteilung der Sitze auf die Landeslisten der Parteien nach ihrem Zweitstimmenanteil erfolgt im Laufe des Tages durch den Bundeswahlleiter.