Bundestagswahl 2021
: Diese 25 Abgeordneten aus Brandenburg ziehen in den neu gewählten Bundestag ein

Die Wähler in Brandenburg haben entschieden: die Direktmandate in den Wahlkreisen sind vergeben und auch über die Landeslisten der Parteien sind Politiker aus Brandenburg in den Bundestag eingezogen. Wer sind die neuen oder alten Gesichter aus der Mark?
Von
Ulrich Thiessen,
Mathias Hausding
Potsdam
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SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gewann sicher seinen Wahlkreis 61 mit 34,0 Prozent.

Wolfgang Kumm/dpa

Am Ende war es ein ganz klarer Sieg der SPD in Brandenburg. Die Sozialdemokraten um Olaf Scholz konnten in der Mark sämtliche Wahlkreise erobern. Bei der Wahl vor vier Jahren hatte noch die CDU die Nase vorn. Nach der Auszählung der Ergebnisse in den zehn Bundestagswahlkreisen, die im Land Brandenburg liegen (Wahlkreise 56 — 65), gab Landeswahlleiter Bruno Küpper in der Nacht das folgende vorläufige amtliche Ergebnis für das Land Brandenburg bekannt:

Die Wahlbeteiligung erhöhte sich leicht auf 75,6 Prozent (2017: 73,7 Prozent). Brandenburg liegt damit erneut leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 76,6 Prozent der Wahlbeteiligten. Die höchste Wahlbeteiligung in Brandenburg wurde in Kleinmachnow mit 89,7 Prozent registriert, die geringste wenige Kilometer weiter, ebenfalls in Potsdam–Mittelmark im Dorf Gräben, wo nur 38,6 der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Keine Verstöße gegen die Verordnung und keine Schlangen

Landeswahlleiter Bruno Küpper berichtete am Montag auf einer Pressekonferenz, dass es keine Berichte über Verstöße gegen die Corona–Umgangsverordnung bei der Bundestagswahl in Brandenburg gab. Auch über Schlangen vor den Wahllokalen gab es hierzulande nicht und die Wahllokale konnten überall pünktlich geschlossen werden, sagte Küpper ohne die Zustände in Berlin direkt anzusprechen. Die erwartete Verdopplung der Briefwahl ereignete sich nicht. Küpper führte das auf eine Entspannung der Corona–Pandemie zurück, was viele Brandenburger dazu bewegte, doch direkt ihre Stimme abzugeben. Trotzdem stieg der Anteil der Briefwähler von 21,5 Prozent auf 35,1 Prozent.

Die Zahl der gültige Erststimmen liegt bei 1.527.701 (ungültig 21.840). Gültige Zweitstimmen: 1.529.575 (ungültig 19.966)

Software bewährt sich

Eine erstmals eingesetzte neue Wahlsoftware habe sich ebenfalls bewährt. Als Herausforderung habe sich wie erwartet die geringe Größe mancher Wahlbezirke erwiesen, sagte Küpper. So war ein Stimmbezirk in der Prignitz bereits um 18.20 Uhr ausgezählt. Weil andere Bezirke dort noch kleiner waren und die Urnen wegen einer Änderung des Wahlgesetzes in andere Wahllokale transportiert werden mussten, lag der zuletzt ausgezählte Stimmbezirk ebenfalls im Wahlkreis 56 in der Prignitz. Dort war erst 1.29 Uhr Schluss. Der erste komplett ausgezählte Wahlkreis war der in Elbe–Elster um 22.11 Uhr.

In den Wahlkreisen siegten folgende Bewerber:

Wahlkreis 56 (Prignitz — Ostprignitz–Ruppin — Havelland I):Wiebke Papenbrock (SPD) mit 33,0 Prozent

Wahlkreis 57 (Uckermark — Barnim I):Stefan Zierke (SPD) mit 29,6 Prozent

Wahlkreis 58 (Oberhavel — Havelland II):Ariane Fäscher (SPD) mit 26,3

Wahlkreis 59 (Märkisch–Oderland — Barnim II):Simona Koß (SPD) mit 24,7 Prozent

Wahlkreis 60 (Brandenburg an der Havel — Potsdam–Mittelmark I — Havelland III — Teltow–Fläming I):Sonja Eichwede (SPD) mit SPD: 32,1

Wahlkreis 61 (Potsdam — Potsdam–Mittelmark II — Teltow–Fläming II):Olaf Scholz (SPD) mit 34,0 Prozent

Wahlkreis 62 (Dahme–Spreewald — Teltow–Fläming III — Oberspreewald–Lausitz I):Sylvia Lehmann (SPD) mit 26,5 Prozent

Wahlkreis 63 (Frankfurt (Oder) — Oder–Spree):Mathias Papendieck (SPD) mit 28,0 Prozent

Wahlkreis 64 (Cottbus — Spree–Neiße):Maja Wallstein (SPD) mit 27,6 Prozent

Wahlkreis 65 (Elbe–Elster — Oberspreewald–Lausitz II):Hannes Walter (SPD) mit 25,4 Prozent

Diese Abgeordneten ziehen über die Liste ein

CDU: Vier Abgeordnete

Jens Koeppen — Uckermark

Uwe Feiler — Oberhavel

Jana Schimke — Dahme–Spreewald

Knut Friedrich Alexander Abraham — Elbe–Elster

AfD: Fünf Abgeordnete

Spitzenkandidat Alexander Gauland

René Springer — Potsdam

Steffen Kotré — Dahme–Spreewald

Norbert Kleinwächter — Dahme–Spreewald

Hannes Gnauck — Uckermark

Grüne: Zwei Abgeordnete

Annalena Baerbock — Potsdam

Michael Kellner — Uckermark

Linke: Zwei Abgeordnete

Christian Görke — Potsdam (Wahlkreis Cottbus/Spree–Neiße)

Anke Domscheit–Berg — Oberhavel

FDP: Zwei Abgeordnete

Linda Teuteberg — Potsdam

Friedhelm Boginski — Barnim

Gültige Zweitstimmen

Die gültigen Zweitstimmen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien (in der Klammer die Vergleichszahl für die Bundestagswahl 2017):

CDU 15,3 Prozent (2017: 26,7 Prozent)

AfD 18,1 Prozent (2017: 20,2 Prozent)

SPD 29,5 Prozent (2017: 17,6 Prozent)

DIE LINKE 8,5 Prozent (2017: 17,2 Prozent)

FDP 9,3 Prozent (2017: 7,1 Prozent)

GRÜNE/B 90 9,0 Prozent, (2017:5,0 Prozent)

Tierschutzpartei 2,6 Prozent (2017:1,8 Prozent)

Die PARTEI 1,3 Prozent (2017: 1,3 Prozent)

FREIE WÄHLER 2,6 Prozent (2017: 1,2 Prozent)

NPD 0,3 Prozent (2017: 0,9 Prozent)

DKP 0,1 Prozent (2017: 0,2 Prozent)

ÖDP 0,2 Prozent ( 2017:0,2 Prozent)

MLPD 0,1 Prozent (2017:0,1 Prozent)

die Basis 1,5 Prozent (2017: -)

Die Humanisten 0,1 Prozent (2017: -)

PIRATEN 0,4 Prozent (2017: -)

Team Todenhöfer 0,2 Prozent

(2017: -)

UNABHÄNGIGE 0,6 Prozent (2017: -)

Volt 0,3 Prozent (2017: -)

Wie viele Kandidaten ingesamt künftig aus Brandenburg in den neuen Bundestag einziehen werden, ist bislang noch nicht klar. Die endgültige Verteilung der Sitze auf die Landeslisten der Parteien nach ihrem Zweitstimmenanteil erfolgt im Laufe des Tages durch den Bundeswahlleiter.