Wohnen in Berlin
: So steht es um die größten Neubauprojekte der Hauptstadt

In Berlin sollen zehn Großquartiere mit neuen Wohnungen entstehen. Wo wird schon gebaut, wo sind die ersten Immobilien bezugsfertig, wo ist bald Spatenstich und wo stockt es?
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Auf einer Baustelle für sozialen Wohnungsbau stehen mehrere Baukräne und Rohbauten.

Wann sind hier die Wohnungen fertig? Auf einer Baustelle in Berlin stehen mehrere Baukräne und Rohbauten. Bis in die 2030er-Jahre werden mindestens zehn neue Wohnquartiere gebaut.

Patrick Pleul/dpa
  • Berlin plant zehn Großquartiere, doch viele Projekte stocken oder starten spät.
  • Neulichterfelde: ca. 2500 Wohnungen, 1000 via degewo, >50% gefördert; Start nach Verzögerungen.
  • Neues Gartenfeld (Spandau): Spatenstich April 2024, erste Wohnungen werden vermietet.
  • Elisabeth-Aue (Pankow): B-Plan für 870 Einheiten aus, Baubeginn noch 2026, erste ab 2028.
  • Schumacher Quartier Ost: Baustart August 2026, erste 330 Wohnungen Ende 2028, ab sieben Euro/m².

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Berliner Wohnungsmarkt bleibt prekär. Laut einer Studie des Pestel-Instituts von Anfang 2026 fehlten Ende 2024 rund 56.000 Wohnungen. Um den wachsenden Bedarf zu decken, seien laut Forschungsinstitut bis 2030 jährlich etwa 16.300 neue Wohnungen notwendig.

Doch gerade bei den zehn größten vom Senat forcierten neuen Großquartieren geht es schleppend voran. Im Süden Berlins kann nun nach jahrelanger Verzögerung eines der größten Projekte mit geförderten und freifinanzierten Wohnungen für unterschiedliche Einkommensgruppen starten.

Neulichterfelde heißt das Quartier zwischen Osdorfer Straße, Landweg und den Gleisen der Anhalter Bahn. Auf der rund 36 Hektar großen Entwicklungsfläche am S-Bahnhof Lichterfelde werden rund 2500 Wohnungen entstehen, heißt es aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Degewo in Berlin: 50 Prozent geförderte Sozialwohnungen

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft degewo realisiert davon rund 1000 Wohnungen, über 50 Prozent davon würden geförderte Sozialwohnungen werden.

In Kooperation mit dem privaten Immobilienunternehmen „WÖHR + BAUER“ entstehen zude, rund 850 freifinanzierte Wohnungen sowie ein Zentrum mit Büros, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten, Schule und Kita.

Über den S-Bahnhof Lichterfelde Süd und mehrere Buslinien besteht eine Verbindung in die Innenstadt. Der Berliner Hauptbahnhof sei von dort in rund 45 Minuten erreichbar, heißt es von den Entwicklern.

Der bisherige Eigentümer, der Projektentwickler Groth Gruppe, der das Areal im Februar übergeben hat, baut noch rund 420 Reihenhäuser. „Ob diese verkauft oder vermietet werden, kann man jetzt noch nicht sagen“, erklärt Anette Mischler, Sprecherin der Groth Development GmbH.

„Das neue Quartier bedeutet ein neues Zuhause für über 5000 Menschen in Berlin“, betont Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD). Allerdings brauche man bezahlbaren Wohnraum in allen Teilen der Stadt.

Wohnungsbau in Berlin: Die Projekte im Überblick

Wie steht es also um die anderen großen Wohnprojekte, die der Senat schon seit Jahren mit Akteuren aus dem staatlichen und privaten Wohnungsbau plant? Das ist der aktuelle Stand:

  • Für das neue Stadtquartier „Elisabeth-Aue“, bei dem in Pankow rund 5000 Wohnungen entstehen sollen, liegt der Bebauungs-Plan für die ersten 870 Wohneinheiten und eine Schule für die öffentliche Beteiligung aus. Baubeginn soll noch 2026 sein, mit der Fertigstellung der ersten Wohnungen wird ab 2028 gerechnet.
  • Für das Quartier „Neues Gartenfeld“ in Spandau mit rund 3700 Wohnungen ist der Spatenstich im April 2024 erfolgt. Unter anderem will die Gewobau rund 1500 Wohnungen errichten. 90 Prozent werden gefördert, also für InhaberInnen von Wohnberechtigungsscheinen vorgehalten. Durch die Einführung des neuen WBS 220 können auch Haushalte mit mittlerem Einkommen profitieren. Die ersten Wohnungen werden schon vermietet. Ein Beispiel: Eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss mit Terrasse (45,37 Quadratmeter) wird für 694 Euro Warmmiete angeboten.
  • Für das Großprojekt „Siemensstadt Square“ mit rund 2800 Wohnungen soll laut Senatsverwaltung in den kommenden Wochen der Rahmenplan beschlossen werden. Aus der Praxis weiß man, dass es danach drei bis fünf Jahre dauert, bis die ersten Bagger rollen. Aber vielleicht hilft hier das kürzlich beschlossene „Schneller-Bauen-Gesetz.“
  • Der Baustart für das Quartier „Buch Am Sandhaus“ in Pankow mit rund 2700 Wohnungen soll noch 2026 erfolgen. Mit der Fertigstellung der ersten Wohnungen wird nach 2027 gerechnet.
  • Sieben Euro pro Quadratmeter im Schumacher-Quartier

  • Im Blankenburger Süden, ebenfalls in Pankow, sind sogar 8600 Wohnungen geplant. Der Grundsatzbeschluss des Senats ist für 2026 vorgesehen. Die ersten Wohnungen sind dort wohl nicht vor 2030 bezugsfertig.
  • Neues Stadtquartier Blankenburger Süden

    Der Blankenburger Süden in Berlin-Pankow ist mit rund 160 Hektar eines der größten städtebaulichen Entwicklungsgebiete Berlins.

    Sebastian Gollnow/dpa
  • Im Schumacher Quartier Ost in Reinickendorf auf einem Teil des ehemaligen Flughafens Tegel sind 5000 Wohnungen geplant. Der Baustart erfolgt laut Senatsverwaltung im August 2026. Fertig sein sollen die rund 330 Wohnungen in den vier- bis sechsgeschossigen Häusern Ende 2028. Laut degewo wird die Hälfte davon für Menschen mit Wohnberechtigungsschein ab sieben Euro pro Quadratmeter angeboten. Auch die Bebauungspläne für weitere 1040 Wohnungen sowie für den geplanten Bildungscampus seien laut Verwaltung inzwischen rechtskräftig.
  • Das neue Wohnquartier „Am Teichberg“ in Karow Süd (Pankow) soll der Stadt bis zu 2500 neue Wohnungen bringen. Allerdings ist gerade mal das Wettbewerbsverfahren in Vorbereitung. Der Baustart wird daher frühestens 2029 erwartet.
  • Für das neue Viertel „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz, ebenfalls in Pankow, mit rund 2500 Wohnungen wird der Bebauungsplan gerade ausgearbeitet. Dazu sei man in „fortlaufenden Abstimmungen zu arten- und naturschutzrechtlichen Themen“, heißt es aus der Senatsverwaltung.
  • Ärger um die geschützte Kreuzkröte, aber auch andere Differenzen sorgen dafür, dass das Projekt „Pankower Tor“ in der Nähe des S-Bahnhofs Pankow auch nach 16 Jahren noch in der Bearbeitung des ersten Bauplanes steckt. Möbelmogul Kurt Krieger will dort nicht nur weitere Filialen, sondern auch rund 2500 Wohnungen bauen.

Für das Großprojekt „Neulichterfelde“ in Berlin-Lichterfelde sollte der Baustart 2016 erfolgen. Doch verschiedene Gutachten, komplizierte Naturschutzauflagen, aber auch ein überraschender Fund original erhaltener Baracken für Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg sorgten für Verzögerung.

Das Entwicklungsgebiet zwischen der Thermometersiedlung und der Landesgrenze zu Brandenburg liegt größtenteils auf dem Gelände des ehemaligen US-Truppenübungsplatzes „Parks Range“. Nach Abzug der Truppen wurde es ab 1994 zu einer artenreichen Weidelandschaft entwickelt, von der rund 90 Hektar trotz Wohnbebauung erhalten bleiben sollen.

Newsletter für Wohnungs-Interessenten für Berlin

Es gibt derzeit kein verbindliches Datum für die Bezugsfertigkeit der ersten Wohnungen, erklärt Anette Mischler, Sprecherin der Groth Development GmbH. Das Gleiche gelte für die Miethöhen. Interessenten – egal ob für eine Mietwohnung oder eine Kaufwohnung – könnten sich in einen Verteiler für einen Newsletter aufnehmen lassen und würden rechtzeitig über Bewerbungsmöglichkeiten informiert.