Fußball Bundesliga
: Mutig und gefährlich – Union Berlin besiegt Borussia Dortmund

Mit einem starken Heimauftritt besiegt der 1. FC Union Berlin den Favoriten Borussia Dortmund. In der Bundesliga gelingt dem Team von Trainer Svensson ein offensives Achtungszeichen.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund: 05.10.2024, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund, 6. Spieltag, An der Alten Försterei. Unions Yorbe Vertessen (l) jubelt mit den Mannschaftskollegen um Rani Khedira (r) über seinen Treffer zum 2:0. Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Der 1. FC Union Berlin zeigte gegen Borussia Dortmund in der ersten Halbzeit die offensiv bisher beste Leistung unter Trainer Bo Svensson. Nach der Pause wurde es eine Abwehrschlacht im Stadion an der Alten Försterei in Berlin.

Andreas Gora/dpa

Der 1. FC Union Berlin hat mit dem 2:1 (2:0) gegen das Bundesliga-Topteam Borussia Dortmund am Samstag ein offensives Achtungszeichen gesetzt. Kevin Vogt (25./Foulelfmeter) und Yorbe Vertessen (45.) erzielten die Tore zum dritten Heimsieg in Folge. Der Ex-Unioner Julian Ryerson (62.) traf für den BVB.

Union-Coach Bo Svensson freute sich: „Es war die beste Halbzeit, die wir gespielt haben. Weil wir umgesetzt haben, was gefordert war. Wir haben mutig gespielt.“ Mit elf Punkten stehen die Köpenicker jetzt vor dem Champions-League-Club Dortmund. Einen besseren Saisonstart in die Bundesliga gab es nur in der Saison 2022/23 (14 Punkte nach sechs Spielen) – am Ende hatte sich der 1. FC Union für die Königsklasse qualifiziert.

Bei den Eisernen gab Eigengewächs Aljoscha Kemlein sein Startelf-Debüt. Der 20-Jährige spielt seit der D-Jugend bei den Eisernen und bekam von den Fans ein besonders lautes „Fußballgott“ mit auf den Weg. Trainer Svensson erklärte zufrieden: „Er hat es gut gemacht und seine Qualitäten gezeigt. Es ist kein Geschenk, das hat er sich alles im Training verdient.“

Der Union-Coach baute die Startelf gegenüber der 0:1-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach auf zwei weiteren Positionen um. Christopher Trimmel und Yorbe Vertessen waren mit von Beginn an dabei: Janik Haberer, Andras Schäfer und Jordan Siebatcheu saßen vorerst auf der Bank.

Kevin Vogt trifft per Elfmeter

Bei den Dortmundern stand mit Maximilian Beier ein Brandenburger Junge in der Startformation von Trainer Nuri Sahin – zuvor hatte er meist nur die Joker-Rolle inne. Der Coach der Borussen sagte vor der Partie bei „Sky“: „Wir sind der vollen Überzeugung, dass er ein sehr gutes Spiel machen wird.“

Geboren in Brandenburg an der Havel war Beier bei Energie Cottbus ausgebildet worden, eher er bereits als 15-Jähriger zu 1899 Hoffenheim gewechselt war. In seiner ersten Saison für Borussia Dortmund war der 21-Jährige bei dieser Startelf-Chance sichtbar nervös. Er spielte häufig überhastet ab und verlor zudem in jener Szene den Ball, die Union zum Führungstor nutzte. Nach dem Konter wurde Benedict Hollerbach im Strafraum gefoult. Kevin Vogt verwandelte den Elfmeter rechts oben zum 1:0 (26.).

1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund

Kevin Vogt traf per Elfmeter zum 1:0 für den 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund. Es war der erste Strafstoß, den der 33-Jährige in der Bundesliga verwandelte.

Andreas Gora/dpa

Zweiter Treffer durch Yorbe Vertessen

Diese Führung hatten sich die Berliner verdient. Mit frühem Pressing und mutigem Spiel waren Tom Rothe (8.), Benedict Hollerbach (10.) und Yorbe Vertessen (12.) zuvor schon zu guten Möglichkeiten gekommen.

Die Dortmunder, die in der Champions League mit 7:1 gegen Celtic Glasgow gewonnen hatten, fanden nur schwer ins Spiel. „Es wird Tage geben wie gegen Celtic, aber es wird auch Tage geben, an denen es uns auch mal schwerer fällt“, hatte Trainer Sahin vor dem Anpfiff womöglich schon geahnt, von welcher Sorte dieser Bundesliga-Samstag sein würde.

Union spielte weiter entschlossen nach vorn, nach einer Hollerbach-Drehung rutschte Rani Khedira nur Bruchteile zu spät in dessen Eingabe (34.) Auf der Gegenseite hatte Dortmunds Torjäger Serhou Guirassy nur eine gute Möglichkeit, als er den Fuß in den Schuss von Emre Can hielt (37.). Stattdessen gelang Union der wichtige zweite Treffer: Nach einem Eckball landete der Ball an der Strafraumgrenze bei Vertessen – der Aufsetzer landete im linken Eck (45.).

Nach dem Wechsel entwickelte Dortmund mehr Druck. Nach zwei vergebenen Chancen von Maximilian Beier (55./58.) sorgte der Ex-Unioner Julian Ryerson für den 1:2-Anschlusstreffer (62.). Kurz zuvor hatte Trainer Svensson mit Kevin Vogt den Organisator der Abwehrkette ausgewechselt. Er erklärte danach: „Kevin hatte die Gelbe Karte und hat sich viele intensive Duelle mit Guirassy geliefert.“

Dortmund behielt die Spielkontrolle, Union hielt mit großem Einsatz dagegen. Nach dem offensiven Aufschwung in der ersten Halbzeit war das dann wieder klassischer Union-Berlin-Fußball in der entscheidenden Phase. Entsprechend ausgelassen wurde im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei gefeiert.

Für Dortmund ist es hingegen ein Rückschlag. Trainer Sahin erklärte enttäuscht: „Es ärgert mich maßlos, dass wir hier so eine erste Halbzeit spielen. Es ist total menschlich, dass man nicht alle drei Tage eine Topleistung bringt. Es geht aber darum, dass man alle drei Tage Ergebnisse holt.“

1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25