Union Berlin jubelt in Kiel
: Tom Rothe überrascht Ex-Verein mit dem falschen Fuß

Union Berlin feiert nach dem 2:0-Sieg in der Fußball-Bundesliga seinen beiden Youngster Aljoscha Kemlein und Tom Rothe. Hier sind die Stimmen zum Spiel.
Von
Frank Noack
Kiel
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1. BL Holstein Kiel - 1. FC Union 2024/25: Fußball, Herren, 1. Bundesliga, Saison 2024/2025, (7. Spieltag), Holstein Kiel - 1. FC Union Berlin (0:2), v. l. Nicolai Remberg (Holstein Kiel), Tom Rothe (1. FC Union Berlin), Steven Skrzybski (Holstein Kiel) nach Abpfiff, 20.10. 2024, Foto: Matthias Koch

Tom Rothe (links) vom 1. FC Union Berlin hat gut lachen. Im Duell mit seinem Ex-Club Holstein Kiel steuerte Rothe eine Vorlage und ein Tor zum 2:0-Auswärtssieg bei.

Matthias Koch
  • Union Berlin siegt 2:0 gegen Holstein Kiel in der Bundesliga.
  • Youngsters Tom Rothe und Aljoscha Kemlein glänzen mit Tor und Vorlage.
  • Rothe überrascht Ex-Verein Kiel mit starkem rechten Fuß.
  • Trainer und Spieler von beiden Teams äußern sich zum Spielverlauf.
  • Erster Auswärtssieg für Union Berlin seit acht Monaten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ausgerechnet die beiden Youngsters im Team haben den 1. FC Union Berlin zum 2:0 (1:0)-Auswärtssieg bei Holstein Kiel in der Fußball-Bundesliga geschossen. Es war der erste Erfolg in der Fremde für die Eisernen aus Köpenick seit acht Monaten und saisonübergreifend nach insgesamt acht Spielen.

Beim ersten Tor in der 18. Minute legte der 19 Jahre alte Tom Rothe für den 20-jährigen Aljoscha Kemlein auf. In der umkämpften Schlussphase macht Rothe mit dem 2:0 (89.) im Duell gegen sein Ex-Team dann alles klar.

Logisch: Die Augen der 15.034 Zuschauer waren am Sonntag im Holstein-Stadion natürlich in erster Linie auf Tom Rothe und seine Rückkehr an die Kieler Förde gerichtet. In der vergangenen Saison war die Leihgabe von Borussia Dortmund mit Kiel in die Bundesliga aufgestiegen. Im Sommer wechselte Rothe zu Union Berlin.

Im Grunde genommen kannte Holstein Kiel die Stärken und Schwächen von Tom Rothe also sehr genau. Was man in Kiel bis zum Sonntag offenbar nicht wusste: Der Linksverteidiger kann auch mit dem rechten Bein ganz gut umgehen. Die Flanke zum Führungstor durch Kemlein produzierte Rothe nämlich nicht mit seinem starken linken Fuß, sondern mit rechts.

Tom Rothe erwischte seinen Ex-Verein sozusagen mit dem falschen Fuß und sorgte damit durchaus für eine Überraschung. „Ohne ihm zu nahezutreten: Die Flanke mit seinem schwachen rechten Bein hat er in der vergangenen Saison bei uns sonst wo hingehauen. Und heute geht sie halt genau auf den Kopf“, staunte Holstein-Kapitän Timo Becker. „Eigentlich kann er es besser mit links“, schmunzelte auch Trainer Bo Svensson.

Ein Extralob für die beiden Youngster Tom Rothe und Aljoscha Kemlein gab es von Unions Abwehrchef Kevin Vogt: „Ich freue mich für die Jungs. Beide haben ein gutes Spiel gemacht. Je mehr Selbstvertrauen sie haben, umso mehr verändert sich auch ihre Art des Spiels. Das tut der Mannschaft gut.“

Stimmen der Trainer von Union Berlin und Holstein Kiel

Bo Svensson (Union Berlin): „Wir sind glücklich über den Sieg. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und kaum etwas zugelassen. Mit Beginn der zweiten Halbzeit hat Kiel einige Dinge umgestellt, da haben wir unnötige Konter zugelassen. Aber man hat auch gesehen, dass wir einen Torwart haben. Dennoch hätte das Spiel kippen können. Mitte der zweiten Halbzeit war es ein enges Spiel.“

Marcel Rapp (Holstein Kiel): „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Der zweite Angriff war bereits ein Tor. In der ersten Halbzeit war das insgesamt zu wenig von uns, zu wenig Energie und auch zu wenig in den Zweikämpfen. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Sie war viel griffiger in den Zweikämpfen. Dennoch tut die Niederlage natürlich weh.“

Reaktionen der Spieler von Union Berlin und Holstein Kiel

Tom Rothe (Union Berlin): „In erster Linie freue ich mich über die drei Punkte. Wir haben hier ein gutes Spiel gemacht und über die vollen 90 Minuten konzentriert verteidigt. Aber natürlich habe ich Kiel nicht vergessen und wünsche dem Klub nur das Beste. Aber jetzt bin ich Unioner und deswegen gebe ich alles für einen Sieg. Es macht momentan sehr viel Bock, mit der Truppe auf dem Platz zu stehen.“

Aljoscha Kemlein (Union Berlin): „Ich freue mich in erster Linie darüber, dass wir gewonnen haben. Aber ich freue mich natürlich auch über mein erstes Profitor. Wir sind gut ins Spiel reingekommen. Mit dem Tor zum 1:0 ist es dann ein bisschen leichter geworden. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine Phase, wo wir nicht so den Zugriff hatten. Wir haben es aber als Mannschaft gut weg verteidigt.“

Kevin Vogt (Union Berlin): „Wir sind glücklich heute. Es war ein tolles Auswärtsspiel von uns. Mir hat die Art und Weise gefallen. Das war ein sehr erwachsener Auftritt von uns. Wir waren mental immer da.“

Timo Becker (Holstein Kiel): „Das war sehr harte Kost heute. Wir waren in der 18. Minute nicht wach, dann klingelt es halt hinten. Dann läufst du wieder einem Rückstand hinterher. Das ist in der Bundesliga nicht so leicht.“

Steven Skrzybski (Holstein Kiel): „Niederlagen sind nie schön. Egal, ob gegen meinen Ex-Verein oder einen anderen Club. Wir müssen ganz schnell daran arbeiten, die Anzahl der Gegentore zu reduzieren und möglichst selbst mal in Führung gehen. Es war schön, dass mich die Union-Fans nach dem Schlusspfiff so gefeiert haben. Ich musste mich schnell umdrehen, sonst hätte ich eine Träne vergossen. Jeder weiß, was mir der Verein bedeutet.“

1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25