Radweg in Königs Wusterhausen: Die Strecken in der Kernstadt im Test

Vieler KWer nutzen den Weg am Nottekanal, um sich in der Innenstadt von Königs Wusterhausen mit dem Rad zu bewegen.
Marlene Wetzel- Radwege in Königs Wusterhausen wirken lückenhaft und oft ungeschützt vom Autoverkehr.
- Entlang Storkower, Potsdamer, Cottbusser, Berliner Straße gilt meist Gehweg „Rad frei“ in Schritttempo.
- Luckenwalder Straße: teils getrennter, teils benutzungspflichtiger Radweg, stellenweise verwirrende Führung.
- Kreuzungen wie Schloßplatz und Bahnhofsumfeld haben keine klare Radverkehrsführung und sind konfliktreich.
- Wohngebiete meist ohne Radwege, häufig Tempo 30 – Markierungen beginnen und enden teils abrupt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Innenstadt von Königs Wusterhausen sind die Parkplätze, auf denen Autos gratis länger als vier Stunden stehen dürfen, rar. Schon frühmorgens ist hier alles dicht. Das ist vor allem für Pendler, die in KW arbeiten, und für Pendler aus den Ortsteilen, die ihr Auto am Bahnhof stehen lassen möchten, um mit dem Zug etwa nach Berlin zur Arbeit zu fahren, ein Problem.
Würden mehr Menschen mit dem Rad statt mit dem Auto in die Stadt fahren, könnte sich die Situation entschärfen. Damit sie das tun, braucht es allerdings gute Radwege. Deshalb haben wir in den vergangenen Wochen getestet, wie die Radwege in die Ortsteile sind.
Der Vollständigkeit halber haben wir uns auch die Radwege in der Kernstadt Königs Wusterhausen angeschaut. Vor allem zu wichtigen Institutionen, wie dem Achenbach-Krankenhaus, Ämtern, und dem Rathaus. Aber auch zu einigen Wohngebieten. Dabei haben wir vor allem getestet, ob die Radwege vom Auto- und Fußverkehr getrennt und geschützt sind, ob das Radwegenetz lückenlos und dicht ist und ob man gefühlt sicher und bequem fahren kann.
Radwege entlang der „dicken Straßen“ von KW
Einige Radwege in Königs Wusterhausen haben wir bereits ausführlich in den vergangenen Texten geschildert, weil sie Teil der Strecken in die Ortsteile sind. Siehe Verlinkungen im Infokasten am Ende dieses Textes.
Radwege entlang der „dicken Straßen“ von KW, der Storkower, der Potsdamer, der Cottbusser Straße und der Berliner Straße (bis zum Schulweg) gibt es genau genommen keine. Radfahrer werden hauptsächlich über die größtenteils engen Gehwege mit „Rad frei“-Regelung geleitet. Bedeutet für sie: Schrittgeschwindigkeit fahren.
Ähnliches gilt für die Brückenstraße, eine ebenfalls „dicke Straße“, die zum Achenbach-Krankenhaus, zum Oberstufenzentrum des Landkreises Dahme-Spreewald, zum Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, zu einigen Ämtern des Landkreises und nach Wildau führt. Auch hier ist der Gehweg für Räder freigegeben. Mit dem Unterschied, dass ein Teil des Wegs streckenweise rot gepflastert ist – eine optische Kennzeichnung für Radverkehr.

„Rad frei“ auf Gehwegen ist die häufigste Regelung für Radfahrer in König Wusterhausen. Auf der Brückenstraße machen rote Pflastersteine auf dem Gehweh auf sie aufmerksam.
Marlene WetzelDer gemeinsame Geh- und Radweg führt immer wieder zu Konflikten mit den Fußgängern, wie wir beobachtet haben. Zudem fiel auf, dass viele Radfahrer, die zu den Testzeitpunkten unterwegs waren, auf der falschen Seite fuhren.
Benutzungspflichtiger Radweg auf Luckenwalder Straße
Eine weitere „dicke Straße“ in KW, die Luckenwalder Straße, unterscheidet sich von den vier anderen insofern, als es streckenweise einen vom Gehweg getrennten Radweg gibt. Dieser ist auch von der Straße getrennt. Streckenweise gibt es auf der Luckenwalder sogar einen benutzungspflichtigen Radweg. Dort ist die Straße besonders eng, während Geh- und Radweg sowie die Grünfläche mit Bäumen gemeinsam rund fünf bis sechs Meter breit sind.
Am unteren Ende der Luckenwalder Straße dürfen Radfahrer dann wieder auf dem Gehweg mitfahren – und zwar in beide Richtungen.

Einen benutzungspflichtigen, von der Straße und dem Gehweg abgetrennten Radweg gibt es in Königs Wusterhausen kaum. Eine Ausnahme: die Luckenwalder Straße.
Marlene WetzelStadtdeinwärts fällt auf der Höhe der Erich-Weinert-Straße eine besondere Geh- und Radwegpflasterung auf: Fußgänger und Radfahrer müssen hier denselben Weg benutzen. Gleichzeitig befindet sich in der Mitte des Weges eine Linie aus roten Pflastersteinen.

Einen gemeinsamen Weg für Radfahrer und Fußgänger gibt es entlang der Luckenwalder Straße.
Marlene WetzelKurz vor der Gerhart-Hauptmann-Straße teilt sich der Weg in einen für Radfahrer benutzungspflichtigen Radweg und einen Weg, der genauso aussieht, wie der vorherige gemeinsame Geh- und Radweg. Auf den ersten Blick ist das verwirrend: Welche Regelung hat hier Vorrang? Zudem ist nicht ersichtlich, warum es hier plötzlich einen eigenen Radweg gibt, besonders, weil er kurz darauf wieder zu einem gemeinsamen Geh- und Radweg wird.

Links oder rechts lang mit dem Rad? Das Schild weist nach links. Aber warum?
Marlene WetzelStatt der Luckenwalder Straße nutzen viele KWer auch den Weg am Nottekanal entlang in beziehungsweise aus der Innenstadt heraus. Dabei handelt es sich wieder um einen Gehweg, der für Räder in beide Richtungen freigegeben ist. Dieser ist ungefähr gute zwei Meter breit.
Die Brückenstraße stößt auf die Gerichtsstraße, an der auch das Amtsgericht von Königs Wusterhausen liegt. Hier gibt es stadtaus- und stadteinwärts stückweise einen eigenen, vom Gehweg abgetrennten Radweg, der breit genug ist, um hier entspannt zu fahren, und stückweise einen Gehweg mit „Rad frei“-Regelung.
Von der Gerichtsstraße aus kommt man auch zu verschiedenen Ämtern. Im Amt-Areal sind allerdings keine Regelungen für Radfahrer zu finden.
Die Radverkehrsführung auf der Schloßstraße
Über die Gerichtsstraße, die dann zum Schloßplatz wird, kommt man über die Schloßstraße zum Rathaus. Die Kreuzung Schloßplatz/Schloßstraße/Potsdamer Straße/Berliner Straße selbst hat keine Radverkehrsführung, etwa Markierungen, Piktogramme oder Radaufstellstreifen, die Fahrradfahrern das Queren über die Kreuzung erleichtern, und erweist sich als neuralgischer Punkt.
Vom Schloßplatz aus kommend, gibt es Markierungen für Radfahrer auf der Straße, die bis zur Kreuzung Eichenallee/Schloßstraße/Luckenwalder Straße/Cottbusser Straße reichen. Der Radweg ist aber nicht abgetrennt und ungeschützt vom Autoverkehr.
Auf der Gegenseite gibt es streckenweise Markierungen für Radfahrer auf der Straße, einen vom Auto- und Fußverkehr abgetrennten Radweg, und wieder Markierungen auf der Straße.
Vor den Kreuzungen Eichenallee/Schloßstraße/Luckenwalder Straße/Cottbusser Straße und Schloßstraße/Bahnhofstraße/Nottekanal selbst, warten die Autos auf dem Radweg. Auch an dieser Kreuzung gibt es keine Radverkehrsführung.

An der Kreuzung Schloßstraße/Bahnhofstraße/Nottekanal warten Autos auf dem Radweg darauf, dass die Ampel grün wird.
Marlene WetzelBahnhofgegend und Bahnhofstraße
Die Situation vor dem Bahnhof auf der Maxim-Gorki-Straße erweist sich als besonders brenzlig. Hier fehlt eine Radverkehrsführung, nur in Richtung Zeesen gibt es Markierungen auf dem Boden. Diese beginnen stadtauswärts fahrend aber erst „hinter“ der Bahnhofstraße.
Weil es abgesehen von den Markierungen für Radfahrer Richtung Zeesen keine expliziten Regelungen für Radfahrer gibt, müssen sie auf der Straße fahren. Doch da ist es eng: Busse der Regionalen Verkehrsgesellschaft Spreewald mbH (RVS) parken hier, Autos schieben sich in beide Fahrtrichtungen dicht an dicht aneinander vorbei – immerhin, bei Tempolimit 30.

Vor dem Bahnhof auf der Maxim-Gorki-Straße drängeln sich die Autos in beide Richtungen aneinander vorbei.
Marlene WetzelAuch auf der Storkower Straße hinter dem Bahnhof herrscht Regelchaos für Radfahrer. Was man kann und darf, ist nicht ganz klar. Schilder stehen teilweise an Stellen, wo man sie nicht gut sehen kann.
Auf der Bahnhofstraße hatte es vor der Sanierung immer wieder Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern gegeben, weil die auf dem Gehweg gefahren waren – vermutlich auch wegen des ehemaligen Kopfsteinpflasters. Ob die neue Pflasterung der Straße die Situation verbessert, wird sich zeigen.
Auf der Eichenallee etwa wirken die Regelungen für Radfahrer kunterbunt: Mal gibt es Markierungen für einen Radweg auf der Straße, mal sogar rote Pflastersteine, mal gar nichts.
Radwege in den KWer-Wohngebieten
In den Wohngebieten an der Luckenwalder Straße, Cottbusser Straße und hinter dem Bahnhof gibt es überwiegend keine Radverkehrsführung. Häufig gilt hier aber zumindest ein Tempolimit von 30. Im Wohngebiet am Kirchsteig gibt es teilweise Markierungen und Schilder für den Radverkehr. Indem sie aber mal anfangen und mal aufhören, wirkt die Radverkehrsführung hier eher chaotisch.

In Wohngebieten wie rund um die Herderstraße gibt es häufig keine Radverkehrsfürhung, aber die Tempovorgabe 30.
Marlene WetzelFazit: Die Radverkehrsführung in der Innenstadt wirkt wenig radfreundlich. Räder dürfen häufig in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg mitfahren oder auf der Straße, ohne dass es eigene, getrennte und geschützte Wege für sie gibt. Das macht das Radfahren wenig sicher und unbequem.
Auch, weil es immer wieder Lücken im Radwegenetz gibt, sodass es als wenig zusammen gedachte Radinfrastruktur erscheint. Dazu tragen auch unverständliche Regelungen bei. Besonders große Kreuzungen erweisen sich als neuralgische Punkte.
Ausblick: In einem Überblicksartikel stellen wir zusammen, ob und wo Verbesserungen auf den Radwegen geplant sind und wie die Radwege-Situation über alle Ortsteile hinweg einzuschätzen ist.
MOZ.de testet die Radwege zum Bahnhof KW - alle Serien-Teile im Überblick
1. Die allgemeine Radwege-Situation in der Stadt
2. Vom Bahnhof über Niederlehme nach Wernsdorf
3. Vom Bahnhof nach Zernsdorf und Kablow
4. Vom Bahnhof nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee
7. Die Radstrecken in der Innenstadt
8. Ausblick: An welchen Stellen es Verbesserungen geben könnte
Sind Sie auch mit dem Fahrrad in KW oder den Ortsteilen unterwegs? Was erleben sie dort, wo geht es gut voran, wo liegen Probleme? Schreiben Sie uns an: Marlene.Wetzel@moz.de
