Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Die Pandemie und ihre Folgen hatten Oranienburg auch in diesem Jahr im Griff, schränkten das Leben ein, sorgten für Absagen und Schließungen. Dennoch ist viel passiert im zu Ende gehenden Jahr. Wir blicken zurück und liefern eine Auswahl von Ereignissen zwischen Januar und Dezember in Oranienburg.

Januar: 20 Jahre Schlossmuseum

Im Januar feiert das Schlossmuseum das 20-jährige Bestehen – pandemiebedingt ohne Fest und Gäste. Seit 2001 zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Oranienburg Kunst aus den Sammlungen Friedrich I. und zeitgenössische Möbel. Anlässlich des runden Geburtstages des Museum wird die einzige original erhaltene Stuckdecke des Schlosses in der Porzellankammer aufgefrischt.
Das Regionalcenter Oberhavel der Industrie- und Handelskammer hat vorübergehend eine neue Adresse in der Rungestraße. Denn das Amtshauptmannshaus musste kurzfristig geräumt werden. Die historische Decke ist baufällig. Im April wirbt IHK-Präsident Peter Heydenbluth für ein Haus der Wirtschaft, das am Schlossplatz entstehen könnte.

Februar: Anklage gegen 100-Jährigen

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin erhebt Anklage gegen einen 100-jährigen ehemaligen Wachmann des KZ Sachsenhausen. Der Prozess beginnt im Oktober in Brandenburg an der Havel. Mit einem Ende wird im Januar gerechnet. Der Angeklagte, inzwischen 101 Jahre alt, bestreitet, jemals im Lager gewesen zu sein. Die Aktenlage spricht dagegen.
Der späte Wintereinbruch sorgt auch in Oranienburg endlich mal wieder für Winterfreuden: Auf den Havelwiesen, dem Lehnitz- und Grabowsee sind bei eisiger Kälte Schlittschuhläufer unterwegs.
Es steht zwar keine Wahl an, aber der Oranienburger Toni Aschersleben meldet sich als parteiloser Bürgermeisterkandidat. Er sei vom Amtsinhaber enttäuscht, erklärt der frühere Laesicke-Unterstützer, der fest entschlossen ist, einiges besser machen zu wollen. Wenige Wochen zuvor hatte der CDU-Stadtverordnete Christian Howe dem Bürgermeister noch mit einer „Amtsenthebung“ gedroht.

März: Sorgen der Woba

Im Untersuchungsausschuss zur Oranienburg Holding spricht Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski von Verzögerungen beim Bau neuer Wohnungen. Grund: Die Woba müsse zu viel Geld als Umlage an die Holding abführen. Im November beschließen die Stadtverordneten dann aber, den dritten Bauabschnitt in der Weißen Stadt vorzuziehen. Baubeginn ist nun im kommenden Jahr. Allerdings müssen andere Bauvorhaben laut Wirtschaftsplan der Holding noch einige Jahre warten.
Hilfe für Gewerbetreibende: Die Stadt Oranienburg legt einen Corona-Hilfsfonds über 100.000 Euro auf, der zunächst von Vereinen und Institutionen genutzt werden kann, dann aber auch auf Geschäfte ausgeweitet wird.
Oranienburg feiert die Frauenwoche im März online: mit einem abwechslungsreichen Programm und vielen Superheldinnen.
Orafol expandiert und legt trotz Pandemie Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn vor. In Oranienburg will das familiengeführte Unternehmen 85 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion investieren. Für eine neue Halle wird die Straße An den Dünen überbaut. Die Stadtverordneten haben den notwendigen Bebauungsplan beschlossen. Im April verkündet Orafol die Übernahme des US-Konkurrenten Nupro.
In Süd sorgt ein Polizeieinsatz für Gesprächsstoff. Anwohner der Oberhofer Straße blockieren mit ihren geparkten Autos einen städtischen Grünstreifen, um die Pflanzung neuer Bäume zu verhindern.
Archäologische Grabungen auf dem Gelände des KZ Oranienburg an der Berliner Straße führen zu neuen Erkenntnissen dieses ersten in Preußen eingerichteten KZ. Derzeit wird die Neugestaltung des Gedenkortes geplant.

April: Neuer Parkplatz an der Rungestraße

Die Mehrheit der Stadtverordneten will den Gewerbetreibenden der Innenstadt einen Parkplatz schenken, damit mehr Kundschaft kommt. Dafür soll die Brache an der Rungestraße kurzfristig hergerichtet werden - eigentlich noch vor dem Weihnachtsgeschäft. Ob aus der Stellfläche für 70.000 Euro noch etwas wird, steht in den Sternen. Die Woba hat als Eigentümerin längst interessierte Investoren, die dort Wohnungen und einen Supermarkt mit Dachgarten bauen wollen.

Oranienburg

Die Hamburger TAS-Gruppe gibt auf und verkauft den alten Speicher, behält aber die neu gebauten 264 Wohnungen drumherum. Zuvor hatten auf Initiative des Stadtverordneten Thomas Ney (Piraten) fast 1600 Unterzeichner die Eigentümer zum Erhalt des Speichers aufgefordert. TAS zog die Klage auf Abrissgenehmigung zurück. Die neue Eigetümerin heißt Reinvesta Immobilien GmbH und verspricht den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes.
Der denkmalgeschützte Speicher wird verkauft und bleibt damit erhalten.
Der denkmalgeschützte Speicher wird verkauft und bleibt damit erhalten.
© Foto: Klaus D. Grote
Der Haushalt für das laufende Jahr wird erst im April beschlossen. Um die Ausgaben gibt es heftige Gefechte. Immerhin muss sich Oranienburg keine großen finanziellen Sorgen machen. Vor allem dank zweier großer Gewerbesteuerzahler gibt es trotz Corona keinen Einbruch bei den Einnahmen. Im November stehen wegen Steuernachzahlungen sogar plötzlich insgesamt 26 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Der Haushalt für 2022 ist da schon beschlossen.

Mai: Neue Wohnungen in der Weißen Stadt

Sebastian Welzel wird am 1. Mai neuer Referent des Bürgermeisters und damit bereits der dritte Sprecher von Alexander Laesicke.
Die ersten Mieter ziehen in die neuen Woba-Wohnungen in der Weißen Stadt ein. 80 Wohnungen werden dort vermietet. Zwei weitere Bauabschnitte folgen. Ab Mai 2022 sollen die 56 Wohnungen des zweiten Bauabschnitts vermietet werden.
Die ersten neuen Woba-Wohnungen in der Weißen Stadt sind bezogen.
Die ersten neuen Woba-Wohnungen in der Weißen Stadt sind bezogen.
© Foto: Klaus D. Grote
Im Untersuchungsausschuss wird bekannt, wie viel Holding-Chef Alireza Assadi im Jahr verdient. Weil er als Geschäftsführer von Holding und Stadtwerken bezahlt wird und auch noch Boni bekommt, beträgt das Jahresgehalt bis zu 450.000 Euro. Selbst Stadtverordnete reiben sich die Augen. Von den ausgehandelten Verträgen wussten sie nichts. Der Untersuchungsausschuss empfiehlt später Vertragsänderungen.
Der AfD-Stadtverordnete Bodo Radtke tritt nach einer Verurteilung wegen Volksverhetzung zurück. Nachfolger wird Bernd Domke.

Juni: Wird das Trinkwasser knapp?

Der Wunsch Schmachtenhagens, einen Anschluss an das Trinkwassernetz der Stadtwerke zu prüfen, sorgt kurzfristig für einen Streit über die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Oranienburg. Laut Stadtwerke-Chef Alireza Assadi könnte ein Anschluss von Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf dafür sorgen, dass das Wasserwerk Sachsenhausen seine Kapazitätsgrenzen erreichen würde. Dirk Blettermann (SPD) schließt daraus, dass ab sofort keine neuen Wohnungsbauten mehr zugelassen werden dürften. Der Sturm im Trinkwasserglas beruhigt sich wieder, die Wasserversorgung ist vorerst sicher. Den Stadtwerken wäre ein Anschluss wohl bloß zu teuer. Auch nach Tiergarten werden deshalb keine Leitungen gelegt, obwohl Anwohner dort nur trübes und gesundheitsgefährdendes Brunnenwasser zur Verfügung haben.
Generationswechsel in der SPD-Fraktion: Eckhard Kuschel (76) gibt sein Mandat ab, für ihn rückt der Student Gero Gewald (24) nach, der gleichzeitig noch Mitglied des Jugendbeirats ist.
Nach dem Lockdown öffnen am 11. Juni wieder die Bäder und die Saunalandschaft der Turm-Erlebniscity. Trotz monatelanger Schließung sind die Verluste dank Corona-Hilfen und Versicherungen geringer als befürchtet. Unterm Strich schließt die SOG sogar besser ab als in normalen Jahren.
12. Juni, 3.24 Uhr: Ein lauter Knall aus Richtung Lehnitzsee weckt die gesamte Stadt auf. Die Polizei entdeckt am Tag an der Badestelle einen detonierten Mülleimer. Anwohner hatten sich wiederholt über Lärm beschwert, weil sich die Badestelle zum nächtlichen Treffpunkt entwickelt habe.
Nach 30 Jahren am OSZ verabschiedet sich Dieter Starke als Leiter des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Ulrike Neumann.
Historischer Beschluss der Stadtverordneten am 21. Juni: Das historische Rathaus von 1711 und spätere Hotel Eilers am Schlossplatz soll wiederaufgebaut werden. Trotz Streits um die Bürgerbeteiligung findet sich eine große Mehrheit für den Neubau in historischer Form, mit dem die Hoffnung auf eine Belebung der Schlossplatzbrache verbunden wird.
Die historische Postkarte zeigt das Hotel Eilers, das 1711 als Rathaus erbaut worden war.
Die historische Postkarte zeigt das Hotel Eilers, das 1711 als Rathaus erbaut worden war.
© Foto: Sammlung Schulz

Juli: Strandbad für den Lehnitzsee

Die Badestelle am Lehnitzsee, Rüdesheimer Straße, soll zu einem Strandbad ausgebaut werden. Dort soll es sauberen Sand, eine Aufsicht und vielleicht einen Kiosk geben.
Es gibt wieder ein Picknick in Weiß im Schlosspark. Nach der pandemiebedingten Absage im Vorjahr strömen fast 1000 weißgekleidete Menschen mit weißen Möbeln und Accessoires auf die Wiese hinterm historischen Schlossparkportal.
Picknick in Weiß am 7. Juli mit Sonnenschein und den Artistokraten
Picknick in Weiß am 7. Juli mit Sonnenschein und den Artistokraten
© Foto: Klaus D. Grote
Ein Mord schockiert Oranienburg. Am 15. Juli wird eine junge Mutter als vermisst gemeldet. Vier Tage später wird die 26-Jährige tot im alten SS-Bunker im Wald bei Friedrichsthal gefunden. Die Polizei sucht tagelang nach einem Motiv für die Tat und veröffentlicht schließlich Bilder der Frau, die sie kurz vor ihrem Verschwinden im Bahnhof Oranienburg zeigen. Am 27. Juli nimmt die Polizei den Ex-Freund der getöteten unter dringendem Tatverdacht in seiner Wohnung in der Haller Straße fest. Der 29-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin will im Januar Anklage erheben.
Geblieben ist von der Alten Fleischerei nur die Fassade des ehemaligen Restaurants. Dahinter plant die Volksbau-Genossenschaft nun eine kleine Kita mit 31 Plätzen. Auf dem Gelände sind acht Häuser mit 46 Wohnungen entstanden.
Die Volksbau-Genossenschaft will nach den Wohnungen auch eine Kita bauen.
Die Volksbau-Genossenschaft will nach den Wohnungen auch eine Kita bauen.
© Foto: Klaus D. Grote
Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz macht sich der Lehnitzer Lucas Fünfhaus Ende Juli in Richtung Erftkreis auf und hilft beim Aufräumen. Seine Bilder und Berichte erschüttern.

August: Neuer Weltladen

Im August eröffnet der neue Weltladen in der Bernauer Straße. Auf dem Boulevard steht jetzt die zehnfache Fläche zur Verfügung. Nach dem Umzug aus dem kleinen Laden in der Lehnitzstraße sorgen Ehrenamtliche dafür, dass das Geschäft täglich öffnen kann.
Ab Frühling wurde vorbereitet, im August eröffnet: Joachim Richter-Geisler und Christiane Holzhauer freuen sich auf den neuen Weltladen.
Ab Frühling wurde vorbereitet, im August eröffnet: Joachim Richter-Geisler und Christiane Holzhauer freuen sich auf den neuen Weltladen.
© Foto: Marco Winkler
Der Holding-Untersuchungsausschuss zieht Zwischenbilanz. Der Bürgermeister sieht daraufhin alle beteiligten Personen als entlastet an.
Die Diskussionen über das Straßenausbauprogramm kochen im Sommer hoch. Drei Bürgerinitiativen gründen sich. Sie wollen den Ausbau ihrer Straßen verhindern. Am 1. September soll eine Sondersitzung des Bauausschusses Lösungen finden.

September: Polit-Talk in der Kirche

Schlagabtausch der Kandidaten: Am 1. September diskutieren die Bundestagskandidaten zur Wahl am 26. September in der Nicolaikirche. Es kommt fast zum Eklat, als AfD-Kandidat Ulrich Storm die Kirche wegen Fällen von Kirchenasyl angreift. Pfarrer Friedemann Humburg verteidigt die Hilfe
Der Untersuchungsausschuss hat Rechtsverstöße, Intransparenz und eine schwindelerregende Kostensteigerung bei der Gründung der Oranienburg Holding festgestellt. Eine Befragung des Alt-Bürgermeisters zu den Vorgängen findet nicht statt. Hans-Joachim Laesicke sagt dem Untersuchungsausschuss ab.
Nach 30 Jahren, in denen 33 Millionen Euro Fördergelder flossen, wird das Sanierungsgebiet Innenstadt aufgehoben. Die Bauverwaltung blickt mit einem Buch zurück und während einer Diskussionsveranstaltung im Schlosspark nach vorn. Die Grundlagen für neue Entwicklungsgebiete seien geschaffen worden, sagt Baudezernent Frank Oltersdorf und nennt Schlossplatz, Fischerkiez, Rungestraße sowie Kayserhafen.
Baudezernent Frank Oltersdorf (r.) und Stadtplanungsamtsleiter Christian Kielczynski blicken zurück auf 30 Jahre Innenstadtsanierung Oranienburg.
Baudezernent Frank Oltersdorf (r.) und Stadtplanungsamtsleiter Christian Kielczynski blicken zurück auf 30 Jahre Innenstadtsanierung Oranienburg.
© Foto: Klaus D. Grote
Auf Initiative des Oranienburgers Henning Schluß und des Kreisjugendrings werden gebrauchte Laptops für den Unterricht zu Hause gesammelt und fit gemacht. Mehr als 500 Geräte kommen bis zum Jahresende zusammen. Im September zeichnet der Landkreis die Initiative aus.
Henning Schluß aus Oranienburg sammelt Laptops für Kinder im Homeschooling.
Henning Schluß aus Oranienburg sammelt Laptops für Kinder im Homeschooling.
© Foto: Tilman Trebs
Das „Ny Ny Restaurant“ eröffnet im September in der Sachsenhausener Straße und wird zum Erfolg.
Die Tourismus- und Kultur gGmbH (TKO) feiert im September ihr zehnjähriges Bestehen. Die Artistokraten gratulieren mit Torte und jeder Menge Klamauk.

Oktober: Stadtfest im Herbst

Nach 25 Jahren bei der Stadt Oranienburg wechselt Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm zum Zentraldienst der Polizei. Zuvor hatte der Bürgermeister der erfahrenen Fachfrau Aufgaben entzogen. Die Stelle ist seit 1. Oktober unbesetzt.
Gute Stimmung gab es vorm Schloss auch diesmal beim Stadtfest. Dafür sorgte unter anderem die Partyband Right Now.
Gute Stimmung gab es vorm Schloss auch diesmal beim Stadtfest. Dafür sorgte unter anderem die Partyband Right Now.
© Foto: Klaus D. Grote
Pandemiebedingt wird das Stadtfest auf das erste Oktober-Wochenende verschoben und fällt eine Nummer kleiner aus. Auf dem Schlossplatz dürfen maximal 1000 Menschen gleichzeitig den Konzerten lauschen, der Rummel bleibt mini, und das beliebte Drachenbootrennen fällt ganz aus.
Bürgermeisterin Soshi Kachlon-Kidor und Bürgermeister Alexander Laesicke unterzeichnen im Orangesaal des Schlosses die Städtepartnerschaft zwischen Kfar Jona und Oranienburg.
Bürgermeisterin Soshi Kachlon-Kidor und Bürgermeister Alexander Laesicke unterzeichnen im Orangesaal des Schlosses die Städtepartnerschaft zwischen Kfar Jona und Oranienburg.
© Foto: Klaus D. Grote
Die Stadt Oranienburg unterzeichnet den Partnerschaftsvertrag mit der israelischen Stadt Kfar Jona. Zusammen mit den Gästen aus Israel wird der Stadtempfang mit Gästen auch aus Hamm und Vught gefeiert. Die Partnerstädte stehen diesmal im Mittelpunkt. Wie jedes Jahr werden Ehrenpreise für besondere Leistungen verliehen. Einer der Preisträger ist der Historiker Hans Biereigel, der für seine Forschung zum jüdischen Leben in Oranienburg und seine Unterstützung der jüdischen Gemeinde geehrt wird.
Ehrenpreis der Stadt Oranienburg 2021 für die DLRG Ortsgruppe mit Kathleen Pieper und Denny Jahn, den Historiker Hans Biereigel und den Verein Kunstraum Oranienwerk mit der Vorsitzenden Christiane Grinzewitsch. Dahinter die Laudatoren Nicole Walter-MUndt (CDU) Baudezernent Frank Oltersdorf, Finanzdezernent Christoph Schmidt-Jansa sowie Bürgermeister Alexander Laesicke
Ehrenpreis der Stadt Oranienburg 2021 für die DLRG Ortsgruppe mit Kathleen Pieper und Denny Jahn, den Historiker Hans Biereigel und den Verein Kunstraum Oranienwerk mit der Vorsitzenden Christiane Grinzewitsch. Dahinter die Laudatoren Nicole Walter-MUndt (CDU) Baudezernent Frank Oltersdorf, Finanzdezernent Christoph Schmidt-Jansa sowie Bürgermeister Alexander Laesicke
© Foto: Klaus D. Grote
Überraschung für Oranienburgs Jugendliche: Nach langem Warten auf das Jugendcafé soll der notwendige Umbau der auserwählten Räume in der Bernauer Straße plötzlich viel teurer werden, weil Lärmschutz notwendig ist. Der Bürgermeister bietet alternativ das Haus in der Sachsenhausener Straße 2 an, das aber noch eine Bauruine ist. Bei einer späteren Online-Befragung entscheidet eine Mehrheit, an den Plänen für die Bernauer Straße festzuhalten.
Im Oktober eröffnet das Theater im Werk. Damit hat Brandenburgs fünftgrößte Stadt eine eigene Bühne, die von der Theatergenossenschaft Traumschüff bespielt wird. Auf dem Programm stehen eigene Werke, außerdem gibt es Kooperationen, offene Bühnen für Talente und viele kreative Ideen, die das Oranienwerk weiter bereichern. Wermutstropen für den Standort: Im Dezember geben Thomas Schenk und Steve Kirsche die Schließung ihrer Kneipe Kellerkind zum Jahresende bekannt.
Theater im Werk: Regisseur und Schauspieler David Schellenschmidt stand zur Premiere auf der neuen Bühne im Oranienwerk.
Theater im Werk: Regisseur und Schauspieler David Schellenschmidt stand zur Premiere auf der neuen Bühne im Oranienwerk.
© Foto: Klaus D. Grote

November: Bibliothek baut um

Aus der Stadtbibliothek am Schlossplatz wird ab Januar eine Bibliothek der Dinge. Nach dem Beschluss der Stadtverordneten zur nötigen Satzungsänderung beginnen die Vorbereitungen. Künftig können neben klassischen Medien auch Geräte wie eine Nähmaschine, Tablet und ein 3-D-Drucker gegen eine Extragebühr entliehen werden.
Zum 2. November zählt Oranienburg 47.396 Einwohner. Am 1. Januar waren es noch 46.350 Einwohner. Am 1. November 2020 lag die Zahl des Meldeamtes bei 46.095 Einwohnern. Innerhalb eines Jahres leben also 1301 Menschen mehr in der Stadt. Zum Vergleich: Ende 2008 hatte Oranienburg noch 41.577 Bewohner.
Für den Ausbau der Sachsenhausener Straße legt die Stadtverwaltung nach Ablehnung des ersten Entwurfs vier Varianten vor. Die Stadtverordneten entscheiden sich im Dezember für die Variante mit Geh- und Radweg, die getrennt voneinander und von der Fahrbahn verlaufen.
Die Deutsche Reihenhaus AG überarbeitet nach Anwohnerprotesten nun ihre Pläne für eine Siedlung östlich des Friedenthaler Wegs. Ein Teil der Eigenheime soll vergünstigt an Oranienburger abgegeben werden. Nach der Vorstellung der Pläne im November wird im Dezember die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Dezember: Freigabe Kreisverkehr

Auch in Oranienburg werden die Demonstrationen gegen die Corona-Politik größer. Im Dezember nehmen schließlich mehr als 1000 Personen daran teil. Die Proteste verlaufen eher friedlich. Bei einer Kundgebung spricht der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Galau aus Hennigsdorf.
Der Supermarkt Maxnat in der Berliner Straße kündigt die Schließung zum Jahresende an. Die alte Kaufhalle weicht einem Neubau mit Wohnungen und höchstwahrscheinlich einem neuen Maxnat-Markt.
Der Streit um die Benennung einer Straße nach Gisela Gneist flammt wieder auf, nachdem die Gedenkstätte Sachsenhausen ein Gutachten über die Namensgeberin vorgelegt hat.
Am 22. Dezember wird ein Teil des neuen Kreisverkehrs an der André-Pican-, Saarland- und Lehnitzstraße für den Verkehr freigegeben. Künftig soll es hier ohne Ampeln für alle Verkehrsteilnehmer zügiger und sicherer vorwärts gehen. Bis der neue Kreisel ganz fertig ist, kommt es 2022 nochmal zur Sperrung. Der grüne Rasen in der Mitte des Kreises soll übrigens die neue Heimat des Hammer Elefanten Hammiball werden, der zwischenzeitlich nach Leegebruch abgeschoben worden war.
Die Freigabe der Stralsunder Straße wird auf das neue Jahr verschoben. Nicht verschoben: Ende des Jahres schließt mit dem Zoohaus von Peter Strate in der Lehnitzstraße eine echte Institution.