Auf dieser interaktiven Karte zeigen wir Ihnen, wie stark die Regionen vom Fischsterben in der Oder und dessen Ursachen betroffen sind:
+++ 17:04 Öko-Katastrophe an der Oder – geht das Fischsterben in MOL weiter? +++
Der Deichverband Oderbruch und das Technische Hilfswerk haben im reaktivierten Alt-Oderarm Weihrauch bei Seelow tote Fische eingesammelt. Die Debatte um Ursachen und Folgen der Umwelt-Katastrophe wird indes konkreter.
+++11:03 Uhr Platzeck fordert: Weiteres Fischsterben an der Oder muss verhindert werden+++
Der frühere Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) fordert angesichts des Fischsterbens in der Oder langfristige Konsequenzen für den Erhalt des Flusses. „Ich hoffe es sehr, dass nicht die Ursachen aufgeklärt werden, sondern dass vor allen Dingen alles getan wird, um Wiederholungen zu verhindern“, sagte Platzeck der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist ja nicht ausgeschlossen.“ Der frühere Umweltminister, der als Krisenmanager beim Oder-Hochwasser vor 25 Jahren bundesweit bekannt wurde, sagte: „Wer der Oder ein bisschen verbunden ist - und das bin ich -, dem tut das sehr weh.“
Am Montag wollen Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) und ihre polnische Amtskollegin Anna Moskwa beim Deutsch-Polnischen Umweltrat in Bad Saarow (Brandenburg) unter anderem über die weitere Aufklärung des Fischsterbens sprechen und darüber, wie sich der Zustand der Oder verbessern kann.
+++6:00 Uhr Umweltministerin rechnet mit langfristigen Schäden für Oder +++
Die Bundesumweltministerin Steffi Lemke erwartet für den von einer Umweltkatastrophe betroffenen deutsch-polnischen Grenzfluss Oder langfristige Schäden. Ob die Oder sich wieder vollständig erholen werde, lasse sich noch nicht sagen, so die Grünen-Politikerin im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). „In der Oder als Ökosystem entstand weit größerer Schaden als das Fischsterben allein“, so Lemke. Die ersten Untersuchungsergebnisse ließen befürchten, dass es gravierendere Schäden geben könnte.
„Die Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt“, sagte Lemke. Dennoch würde sie das Fazit ziehen, dass es sich um eine menschengemachte Gewässerverschmutzung handele - „vermutlich in Kombination mit der Hitze, die niedrige Wasserstände und hohe Wassertemperaturen verursachte“, so die Ministerin.
26. August
+++ 14:24 Bürgerinitiative in Kienitz will Buhnenbau von Polen am Fluss stoppen +++
Anwohner der Oder wollen mit einer Petition und einer Kunstaktion zur Rettung von Flora und Fauna am Fluss beitragen. Wie man sich daran beteiligen kann.
+++11:02 Westpommern verlängert Bade- und Angelverbot in der Oder +++
Wegen des Fischsterbens in der Oder hat die polnische Woiwodschaft Westpommern das ursprünglich bis zum 25. August verhängte Bade- und Angelverbot bis auf Weiteres verlängert. Das Verbot gelte nicht für das Stettiner Haff, schrieb Verwaltungschef Zbigniew Bogucki am Donnerstagabend auf Twitter. Dort seien keine toten Fische entdeckt worden, sagte Bogucki der Nachrichtenagentur PAP. Auch auf der deutschen Seite des Stettiner Haffs gelte kein Angel- und Badeverbot.
+++ 11:00 Was die Oderkatastrophe für Angler bedeutet +++
Von den Auswirkungen der Oder-Katastrophe sind vor allem auch Angler betroffen. Mitglieder des Kreisanglerverbandes Angermünde-Schwedt müssen auf gemeinsames Angeln verzichten. Welche Alternativen gibt es in Angermünde?
+++ 06:00 Uhr Schwedt sucht Lösung für den gebeutelten Tourismus +++
Während sich auf beiden Seiten der Oder über die Schuldigen und Ursachen des Fischsterbens gestritten wird, suchen Touristiker in Schwedt nach Wegen aus der Krise.
25. August
+++ 18:54 Uhr Seit Öffnung der Oder-Zuleiter sterben auch Fische in der Alten Oder +++
Seitdem der Landkreis Märkisch-Oderland die Zuleiter der Oder wieder öffnen ließ, sterben nun auch die Fische in der Alten Oder. Speziell bei Quappendorf hat sich viel angestaut. Wann wird dort aufgeräumt?

Kein Badeverbot im Stettiner Haff mehr

+++ 20:00 Uhr Kersdorfer Schleuse im Oder-Spree-Kanal bei Briesen öffnet Tore – gestrandete Boote wieder frei +++
Seit zwei Wochen harren Bootsführer vor der Kersdorfer Schleuse, die wegen des Fischsterbens in der Oder geschlossen ist, aus. Wie die Männer jetzt endlich nach Hause schippern können.
+++ 15:54 Uhr Deutschland und Polen wollen gemeinsam über Fischsterben beraten +++
Bundesumweltministerin Steffi Lemke will sich mit ihrer polnischen Amtskollegin Anna Moskwa über die Umweltkatastrophe an der Oder beraten. Das Thema werde bei dem schon länger geplanten deutsch-polnischen Umweltrat am kommenden Montag diskutiert, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Eilsleben in Sachsen-Anhalt. Neben der weiteren Aufklärung wolle man darüber sprechen, wie die Oder regeneriert werden und ein besserer ökologischer Zustand erreicht werden könne.
+++ 11:01 Uhr Minister: Badewarnungen im Stettiner Haff aufgehoben +++
Anwohner und Touristen können im Stettiner Haff wieder ohne Beschränkungen Baden gehen. Alle Warnungen in diesem Zusammenhang seien aufgehoben, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag am Rande eines Pressegesprächs in Mühlengeez. Man habe weder in den analysierten Fischen noch im Wasser Bedenkliches gefunden. Einzelheiten sollen am Nachmittag bekannt gegeben werden. Das Umwelt- und das Gesundheitsministerium hatten nach dem Fischsterben in Polen vor dem Baden im Stettiner Haff gewarnt, weshalb es Kritik aus der Tourismusbranche gab.
+++ 10:04 Uhr Viele Landtiere könnten verschont bleiben +++
Ob Eisvogel, Seeadler oder Otter: Im Gebiet der Oder sind eine ganze Reihe seltener und geschützter Arten heimisch. Das massive Fischsterben bedeutet Experten zufolge für viele aber bisher keine Gefahr: „Nach bisherigen Erkenntnissen sind nur kaltblütige Tierarten betroffen, wie Fische, Muscheln und Schnecken“, sagt Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks Unteres Odertal. Zu den sogenannten kaltblütigen Tieren gehören Fische, Amphibien und Reptilien, nicht aber Vögel und Säugetiere.

Riesige Teppiche toter Schnecken am Ufer der Oder

Neben Hunderten Tonnen toter Fische, die entlang der Oder bereits geborgen wurden, seien in Ufernähe nun auch riesige Teppiche toter Wasserschnecken zu beobachten, so Treichel. Auch viele tote Muscheln treiben demnach an die Wasseroberfläche. „Wir gehen davon aus, dass Fischotter jetzt auch Kadaver oder gerade sterbende Fische gefressen haben. Es gibt aber keine Funde von toten Exemplaren“, so Treichel.
„Ornithologen haben zwei tote Kormorane und fünf tote Enten gefunden. Es ist aber nicht erkennbar, dass es da einen ursächlichen Zusammenhang zum Fischsterben gibt“, ergänzt Christian Wolter vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.
+++ 09:43 Uhr Wind verbreitet giftige Goldalge - Gefahr auch für die Spree? +++
Salz scheint sie zu brauchen, aber Hitze nicht unbedingt. Die Goldalge aus der Oder hat auch in Norwegen schon Fischsterben ausgelöst. Welche Rätsel sie den Forschern aufgibt.
24. August
+++ 18:37 Uhr: Pegel der Spree in Beeskow plötzlich gestiegen+++
Ohne weitere Niederschläge ist der Spreepegel in Beeskow unterhalb der Schleuse innerhalb von acht Stunden um neun Zentimeter gestiegen. Der Fluss ist wieder in Bewegung. Was das bedeutet.
+++ 15:05 Uhr: WWF warnt vor weiterem Fischsterben in der Oder+++
Umweltschützer in Deutschland und Polen haben angesichts sinkender Sauerstoffwerte vor einem weiteren Fischsterben in der Oder gewarnt. „Der Zersetzungsprozess von toten Fischen und Weichtieren, die nicht abgefischt werden konnten und auf dem Grund der Oder liegen, hat begonnen“, sagte Finn Viehberg vom WWF Deutschland.
Damit komme es zu einer weiteren Belastung des Flusses. Denn wird organisches Material wie tote Fische zersetzt, entsteht Ammonium. In dem ohnehin mit starken Salzwerten belasteten Fluss wandelten sich die Ammoniumionen in Ammoniak um, so Viehberg weiter. „Dies ist eine tödliche Falle für jene Fische, die noch leben.“ Infolge des Sauerstoffmangels und der Ammoniakvergiftung beobachten Experten vom WWF Polen neue tote Fische im unteren Teil der Oder - von Gryfino bis nach Stettin.
+++10:13 Uhr Immer weniger Wasser im Oder-Spree-Kanal – irritierende Aussage vom zuständigen Amt +++
Der Wasserstand im Oder-Spree-Kanal sinkt auch nach den Regentagen immer weiter. Was sind die Ursachen und welche Maßnahmen werden ergriffen? Vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt gibt es irritierende Antworten.
+++7:20 Uhr: Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) verteidigt Entscheidung zum Einsammeln der toten Fische+++
Hat die Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) angemessen auf die Umweltkatastrophe reagiert oder unnötig Helfer in Gefahr gebracht? Die AfD äußert Kritik, der OB verteidigt sich.
+++6:00 Uhr: Eine Chronologie der Umweltkatastrophe in Frankfurt (Oder)+++
Aufmerksame Angler waren die ersten, die vor genau zwei Wochen Alarm schlugen und tote Fische bei Frankfurt (Oder) meldeten. Wie ging die Stadtverwaltung mit der Umweltkatastrophe um? Die Ereignisse im Zeitraffer.
23. August 2022
+++ 17:04 Uhr: Wie viele Fische starben tatsächlich?
Das Fischsterben in der Oder beschäftigte am Dienstag den Brandenburger Landtag. Dabei wurden zum Teil schockierende neue Erkenntnisse deutlich.
+++ 16:05 Uhr: Großer Teil des Fischbestandes in der Oder gestorben
Durch die Umweltkatastrophe in der Oder sind nach Schätzungen des Instituts für Binnenfischerei zwischen 25 und 50 Prozent der Fische getötet worden. Das seien etwa 200 bis 400 Tonnen, sagte der wissenschaftliche Direktor, Uwe Brämick, am Dienstag im Umweltausschuss. Er erklärte dazu: „Beim Fischsterben findet man nicht jeden toten Fisch, wir müssen davon ausgehen, dass zwei- bis viermal so viel Fische gestorben sind, wie geborgen und entsorgt worden sind.“ Brämick zufolge leben rund 50 Arten in der Oder, 14 seien nach Beprobungen gefunden worden und davon alle Größen, berichtete er.
+++ 14:46 Uhr: Berufsfischer hoffen auf Erholung der Oder binnen drei Jahren
Nach dem massiven Fischsterben in der Oder könnte sich der Bestand nach Einschätzung von Berufsfischern in zwei bis drei Jahren wieder erholen. Zu hoffen sei, dass hinter dem Fischsterben eine nur kurzfristig giftige Substanz stehe und sich diese nach und nach verdünne, sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands Brandenburg-Berlin, am Dienstag in Berlin. Dann könnte sich das Leben im Fluss erholen.
Dettmann verwies darauf, dass neben sehr vielen toten Fischen auch lebende Krebse, Schnecken und Muscheln in der Oder gefunden worden seien. Das Fischsterben hatte Ende Juli in Polen begonnen und war Anfang August auch in Deutschland aufgefallen. Noch immer sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Im Fokus steht ein von Algen produziertes Gift. Nach Dettmanns Schätzung sind inzwischen mehr als 200 Tonnen Fisch verendet.
+++ 12:45 Uhr: Mehr als 280 illegale Abflüsse in die Oder
Im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder hat Polens Wasserbehörde nach eigenen Angaben 282 Abwasserabflüsse ohne aktuelle wasserrechtliche Genehmigung entdeckt. Es werde derzeit geklärt, von wo aus diese Leitungen zur Oder gelegt wurden und wem sie gehören, sagte der designierte neue Chef der Wasserbehörde, Krzysztof Wos, am Dienstag. In 57 Fällen sei bereits die Polizei informiert worden.
+++ 09:50 Uhr Oder-Fischsterben ist Thema im Brandenburger Landtag +++
Wegen des Fischsterbens in der Oder trifft sich der Umweltausschuss im Brandenburger Landtag zu einer Sondersitzung. Am Dienstag (14.00 Uhr) berichtet das Landesumweltministerium in Potsdam über die bisherigen Erkenntnisse. Außerdem sollen mehrere Experten zu Wort kommen, darunter Vertreter des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei, des Naturschutzbunds (Nabu) Brandenburg und des Landesfischereiverbands Brandenburg/Berlin. Bis zum Samstag wurden in Polen und Deutschland rund 200 Tonnen Fischkadaver eingesammelt.
Montag, 22. August
+++ 16:48 Uhr: Gipfeltreffen in Brandenburg wegen Streit mit Polen?
Die Regierungen in Warschau und Berlin machen sich gegenseitige Vorwürfe, anstatt die Ursachen für das Fischsterben in der Oder gemeinsam aufzuklären. Jetzt vereinbarten beide Länder einen Umweltgipfel in Brandenburg.
+++ 15:51 Uhr: Forscher sehen Verdacht gegen Algengift erhärtet
Im Rätsel um das massive Fischsterben in der Oder verdichten sich aus Sicht des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie die Hinweise, dass die Tiere an einem von Algen produzierten Gift verendet sind. Das starke Wachstum der Alge, die eigentlich im Brackwasser gedeiht, gehe wiederum auf einen Salzeintrag in den Fluss zurück, sagte Forscher Tobias Goldhammer am Montag.
Erste Tests an Fischeiern mit dem Oderwasser hätten die tödliche Wirkung bestätigt. „In der Indizienkette ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Algenblüte ursächlich ist für dieses Fischsterben.“ Endgültig erwiesen sei das aber noch nicht.
Wichtig sei zudem, dass die Algenblüte kein natürliches Ereignis sei, sondern auf menschliche Einflüsse zurückgehe, nämlich auf die erhöhte Salzfracht im Flusswasser. Woher das Salz stamme, sei derzeit nicht nachzuweisen. Auch spielten vermutlich weitere Faktoren eine Rolle, darunter das Niedrigwasser und eine erhöhte Wassertemperatur, sagte Goldhammer.
+++13:43 Uhr: Umweltministerium weist „Fake News“-Vorwurf aus Polen zurück
Die Bundesregierung hat polnische Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder zurückgewiesen. „Wir bedauern, dass es zu dieser Bewertung von polnischer Seite gekommen ist“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums.
Mittlerweile gebe es mehrere organische und anorganische Substanzen, die dafür verantwortlich sein könnten, sagte der Sprecher weiter. „Es scheint sich da wirklich um einen Chemie-Cocktail zu handeln. Keine dieser Substanzen hat nach unseren bisherigen Erkenntnissen allein zum Fischsterben geführt.“ Es könnte sich um ein „multi-kausales Ereignis“ handeln.
„Von keiner Seite und zu keiner Zeit wurde in Deutschland aber behauptet, dass die Pestizide allein ursächlich für das Fischsterben gewesen seien. Dass entsprechende Laborergebnisse vom polnischen Umweltministerium jetzt als Schuldzuweisung verstanden wurden, ist bedauerlich.“
+++ 13:16 Uhr Polen: Deutschland setzt zu wenige Barrieren für tote Fische ein
Polens Regierung hat bemängelt, dass deutsche Behörden nur wenige Ölsperren zum Auffangen der massenweise verendeten Fische in der Oder aufgestellt haben. „Hier stellt sich wirklich die Frage, warum wir auf polnischer Seite bereits 29 Ölsperren errichten konnten, in denen Fische gefangen werden, während auf deutscher Seite trotz unserer Bitten darum bisher nur drei solcher Barrieren errichtet wurden“, sagte Vize-Außenminister Szymon Szynkowski vel Sek am Montag dem öffentlich-rechtlichen Sender Polskie Radio.
Die polnische Feuerwehr sei auch bereit, diese Sperren auszuleihen oder sie auf der deutschen Seite zu errichten. Die Ölsperren werden im Fluss eingesetzt, um verendete Fische aufzufangen und zu bergen, bevor diese noch weiter flussabwärts treiben.
+++ 6 Uhr Stopp des Oderausbaus gefordert +++
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Fischsterben und den polnischen Plänen für den Oderausbau? Für die Grünen in Brandenburg auf jeden Fall. Derweil sind Aktivisten in Polen unter Druck.
Sonntag, 21. August
+++ 12:25 Uhr Kunstaktion nach Fischsterben an der Oder +++
Mit einer Kunstaktion hat die neu gegründete Bürgerinitiative „Save oder die“ auf das massenhafte Fischsterben in der Oder aufmerksam gemacht. Am Samstagabend wurde der Oder-Altarm am Ufer des Dorfes Kienitz, einem Ortsteil von Letschin im Landkreis Märkisch-Oderland, in rotes Scheinwerferlicht getaucht.
Norbert Bartel von der Bürgerinitiative sagte laut Mitteilung vom Sonntag: „Wir möchten mit dieser Lichtinszenierung zeigen, wie schlecht es um den Fluss steht, wie verletzt er ist. Wir wollen unserer Empörung, unserem Ärger, unserer Angst und Besorgtheit Ausdruck verleihen.“ Nach seinen Angaben waren mehr als 100 Menschen zu der Aktion gekommen.
Für den 4. September ruft die Bürgerinitiative zu einer Menschenkette an der Oder auf. Anwohner, Schulklassen und andere Bürger sollten mit Musikinstrumenten zu einem großen Konzert an den Fluss kommen. Der Initiative gehören nach eigenen Angaben bislang etwa 20 Menschen an.

Fischsterben birgt weiterhin Rätsel

Empfohlener Inhalt der Redaktion

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Youtube, der den Artikel ergänzt. Sie können sich diesen mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt

Sie erklären sich damit einverstanden, dass Ihnen externe Inhalte von Youtube angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

+++ 11:19 Uhr Polens Regierung spricht von „Fake News“ aus Deutschland +++
Im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder spricht Polens Regierung von Falschmeldungen aus Deutschland. „Achtung, eine weitere Fake News wird in Deutschland verbreitet!!! Pestizide und Herbizide. In Polen wurde der Stoff getestet und unterhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen, d. h. ohne Auswirkungen auf Fische oder andere Tiere, und ohne Verbindung zum Fischsterben“, schrieb Polens Umweltministerin Anna Moskwa am Samstagabend auf Twitter. Die Substanzen seien in Fischen nicht entdeckt worden, so Moskwa in einem weiteren Tweet, „Ein ungerechtfertigter Angriff auf die Landwirtschaft. Erst die Industrie, jetzt die Landwirtschaft? Was kommt als Nächstes?“
Sonnabend, 20. August
+++ 10:55 Uhr Polens Feuerwehr: Fast 160 Tonnen tote Fische geborgen +++
Die polnische Feuerwehr hat nach eigenen Angaben bislang fast 160 Tonnen toter Fische aus der Oder und einem kleineren Fluss geborgen. Insgesamt seien es 158 Tonnen, sagte die Sprecherin der Feuerwehr-Hauptverwaltung am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Großteil entfalle dabei auf die verendeten Fische aus der Oder. In Brandenburg wurden nach früheren Angaben des Umweltministeriums mindestens 36 Tonnen geborgen.
Bei dem kleinen Fluss in Polen handelt es sich um den Ner, der südlich von Lodz entspringt und in die Warthe mündet. Er hat keine Verbindung zur Oder. Seit ein paar Tagen treiben auch im Ner tote Fische. Die Ursache ist noch nicht geklärt.
+++ 10.41 Uhr Landeslabor ermittelt erhöhte Pestizid-Werte im Oder-Wasser +++
Auf der Suche nach den Ursachen für das massenhafte Fischsterben in der Oder hat das Landeslabor Berlin-Brandenburg überhöhte Pestizid-Werte nachgewiesen. Bei Proben, die an der Messstelle Frankfurt (Oder) in der Zeit vom 7. bis 9. August entnommen wurden, seien hohe Konzentrationen eines Pestizids mit dem Wirkstoff 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure gefunden worden, teilte das Brandenburger Umweltministerium am Samstag mit.
Es sei aber davon auszugehen, dass die nachgewiesene Dosis nicht unmittelbar tödlich für Fische gewesen sei. Der Wirkstoff wird etwa zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt. Über die erhöhte Pestizid-Belastung berichtete der „Tagesspiegel“.
Es sei weiter davon auszugehen, dass die Umweltkatastrophe mehrere Ursachen gehabt habe, erklärte das Ministerium. Die überhöhe Konzentration des Pestizids über mehrere Tage haber abe sicherlich Auswirkungen auf Tiere Pflanzen und Mikroorganismen gehabt. Möglicherweise sei das Pestizid am Oberlauf der Oder in noch höheren Konzentrationen vorhanden und am Messpunkt Frankfurt (Oder) bereits stark verdünnt gewesen.
+++ 07:42 Für MOL-Landrat Gernot Schmidt bleibt Lage am Fluss angespannt +++
Gernot Schmidt (SPD), Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland, beurteilt die Lage am Fluss weiter als angespannt, „da viele Menschen besorgt sind, dass sich die Katastrophe weiter in die Fließgewässer des Oderbruchs ausweitet“, sagte er. Gleichzeitig erlebe er eine Welle des „tätigen Mittuns“. Das komplette Interview mit Gernot Schmidt lesen Sie hier.
+++ 06:15 Uhr Satelliten-Aufnahmen sollen bei Ursachensuche helfen +++
Zur Aufklärung des massenhaften Fischsterbens in der Oder will Mecklenburg-Vorpommern auf Satelliten-Aufnahmen setzen. Landesumweltminister Till Backhaus will so herausfinden, ob etwas in den Fluss eingeleitet wurde.
Stand Freitag, 19. August
+++ 18:17 Uhr Wasserstand im Oder-Spree-Kanal sinkt dramatisch – erste Boote liegen in Müllrose auf Grund +++
Der Wasserstand im Oder-Spree-Kanal geht seit mehr als einer Woche kontinuierlich zurück. Das hat Folgen für Anlieger. Eine für Sonnabend (20. August) geplante Veranstaltung in Müllrose musste kurzfristig abgesagt werden.
+++ 17:23 Uhr Suche nach Ursachen: Expertengruppe zu Fischsterben nimmt Arbeit auf +++
Zur Analyse der Ursachen für das massive Fischsterben in der Oder hat die angekündigte deutsch-polnische Expertenkommission ihre Arbeit aufgenommen. Wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Freitag erklärte, konstituierte sich die Gruppe am Donnerstag und führte bereits erste Gespräche. Die Taskforce war Anfang der Woche nach Beratungen beider Länder auf Regierungsebene angekündigt worden.
+++ 16:26 Uhr Lebt die Oder noch? Was Forscher und Fischer jetzt beim Probefischen im Fluss gefunden haben – mit Video +++
Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Tage angesichts der Umweltkatastrophe an der Oder gibt es vielleicht doch einen Lichtblick. Was bei ersten Untersuchungen jetzt entdeckt worden ist.
+++ 14:54 Uhr Polnischer Grünen-Politiker: „Die PiS-Regierung tötet die Oder seit Jahren“ +++
Ein Vertreter der Grünen im polnischen Parlament verdeutlicht im Interview, welches Schlaglicht die aktuelle Katastrophe auf die Umweltpolitik der Warschauer Regierung wirft und wie die Ursachen des Fischsterbens in der Oder vertuscht werden sollen. Was Kohle aus Afrika damit zu tun hat.
+++ 14:07 Uhr Backhaus: Satellitenbilder könnten Fischsterben in Oder aufklären +++
Nach Aussage von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus könnten Satellitenaufnahmen bei der Erklärung des Oder-Fischsterbens helfen. Sie könnten möglicherweise einen Eintrag in die Oder zeigen, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Ueckermünde. Er zeigte sich überzeugt, dass es zu einer Einleitung in den Fluss gekommen sei.
„Meine Theorie lautet, es muss irgendwo zwischen Anfang Juli und Mitte Juli zu einem Eintrag gekommen sein.“ Das könne eventuell auch etwas später passiert sein. Es habe ohne erheblichen Niederschlag ein deutliches Ansteigen der Oder um 30 Zentimeter und einen starken Anstieg des Salzgehaltes gegeben. „Da muss irgendwas passiert sein, und das muss aufgeklärt werden.“
Mit Glück könnten Satellitendaten bei der Aufklärung eines solchen Ereignisses helfen, sagte Backhaus. Man wolle deshalb mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz zusammenarbeiten.

Entwarnung im Kleinen Haff

+++11:45 Uhr Umweltminister Till Backhaus gibt Entwarnung - keine Auffälligkeiten im Kleinen Haff +++
Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, hat Untersuchungsergebnisse von Proben aus dem deutschen Teil des Haffs vorgesellt. Wie Spiegel Online und der NRD berichten, habe es laut Backhaus keinerlei Auffälligkeiten gegeben. Damit gehe vom Wasser im Haff keine Gefahr aus.
+++ 11:20 Uhr Anwohner am Oder-Spree-Kanal stellen größtes Massensterben seit fast 70 Jahren fest +++
An der Einmündung des Oder-Spree-Kanals in die Oder in Eisenhüttenstadt sind im Sommer schon einige Male viele Fische gestorben. Auch in den 1960er-Jahren hatte es dort eine große Katastrophe gegeben.
+++ 10:41 Uhr Bundesumweltministerin Lemke will Betrieben helfen +++
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat den Betrieben, die vom Fischsterben in der Oder betroffen sind, Unterstützung zugesagt. Das Kabinett habe am Mittwoch besprochen, „dass wir Hilfen für die von der Katastrophe betroffenen Betriebe auf den Weg bringen werden, wenn das nötig wird“, sagte Lemke dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Zudem werde der Bund das Land Brandenburg „bei den laufenden Analysen zur Schadensursache über das Umweltbundesamt und über die Bundesanstalt für Gewässerkunde“ unterstützen. Von der Bundesanstalt erwarte sie Ergebnisse bis Ende August, sagte die Ministerin.
Die Kritik von Kommunalpolitikern entlang der Oder, der Bund habe zu spät auf die Katastrophe reagiert, wies Lemke zurück: „Als mein Ministerium von dem Fischsterben erfahren hat, haben wir sofort mit Brandenburg Kontakt aufgenommen und Unterstützung angeboten.“
+++ 07:14 Brandenburg überprüft nach Fischsterben Warn- und Meldeketten +++
Nach dem massenhaften Fischsterben in der Oder werden nach Angaben des Umweltministeriums in Brandenburg eigene Warn- und Meldeketten überprüft. Es gehe unter anderem darum, ob die bestehende Messpraxis neu bewertet und angepasst werden müsse, hieß es am Donnerstag. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hatte zuvor berichtet, das Landesamt für Umwelt habe bereits Anfang August registriert, dass sich das Wasser der Oder verändert habe. Die Behörde sei aber tatenlos geblieben, hieß es unter anderem in dem Bericht.
„Von den bis dahin in der automatisierten Messstelle in Frankfurt (Oder) gemessenen Werten allein war nicht von einem Fischsterben auszugehen“, teilte dazu eine Ministeriumssprecherin mit. Auch in der Vergangenheit hatte es ihr zufolge schon deutlich hohe Werte gegeben, die auf Salzfrachten hingedeutet, aber kein Fischsterben in der Oder ausgelöst hätten. Erhöhte Salzkonzentrationen in der Oder gibt es dem Ministerium zufolge bereits seit vielen Jahrzehnten.
Die automatische Messstation Frankfurt (Oder) verzeichnete vom 7. zum 8. August einen Anstieg der Kurven bei den Parametern Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt und Chlorophyll. Diese waren laut Umweltministerium für sich allein noch nicht interpretationsfähig. Insbesondere lieferten sie mit Blick darauf, dass die Oder ohnehin wegen des extremen Niedrigwassers, starker Hitze und hoher Wassertemperaturen unter Stress stehe noch keine direkteren Hinweise. Die Werte seien aber weiter beobachtet worden.