Union Berlin Bundesliga: Erleichterung in Köpenick – „Letztes Jahr viel schlechter“

Mannschaft und Fans von Union Berlin können wieder feiern: Gegen Borussia Dortmund gab es in der Saison 2024/25 in der Bundesliga bereits den dritten Heimsieg in Folge.
Andreas Gora/dpaAls Nuri Sahin, Trainer von Borussia Dortmund, nach der 1:2-Niederlage am Samstag beim 1. FC Union Berlin gefragt wurde, wie weit seine Mannschaft vom „Sahin-Fußball“ entfernt sei, lehnte der Ex-Profi ab: Es sei nicht an der Zeit, darüber zu urteilen. „Es geht weniger darum, ob wir meinen Fußball spielen. Es ärgert mich maßlos, dass wir so eine erste Halbzeit spielen“, erklärte Sahin frustriert.
Auf der Gegenseite musste Union-Coach Bo Svensson keine Frage nach dem „Svensson-Fußball“ beantworten, die Antwort hatte seine Mannschaft zuvor vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei gegeben. Der Heimsieg gegen das Champions-League-Team war die bisher beste Saisonleistung der Berliner und ein echter Entwicklungsschritt.
Svensson hatte vor dem Dortmund-Spiel angekündigt, sich mehr dem Thema Torgefahr widmen zu wollen: „Es ist schwer gegen uns Tore zu erzielen“, hatte sein Fazit nach den ersten fünf Saisonspielen gelautet. Nach der sechsten Partie – dem Heimsieg gegen Dortmund – konnte er mit Blick auf das offensive Pressing zufrieden hinzufügen: „Wir haben mutig gespielt.“
Union Berlin mit Hollerbach im Sturmzentrum
Ohne einen etatmäßigen Mittelstürmer, dafür mit Benedict Hollerbach im Sturmzentrum, hatten die Berlin überraschend früh im Dortmunder Abwehrdrittel angegriffen. Hollerbach befand: „Die Entschlossenheit im Pressing war ausschlaggebend. Jeder hat vorn seinen Mann stark unter Druck gesetzt.“ Der Angreifer, der vor dem 1:0-Führungstreffer von Kevin Vogt (25./Foulelfmeter) im Strafraum gefoult worden war, erklärte: „So sind sie nicht rausgekommen aus den kniffligen Situationen. Dadurch bekommst du Selbstbewusstsein und verängstigst auch den Gegner.“
BVB-Keeper Gregor Kobel gab zu, dass man die Berliner so weit vorn nicht erwartet habe, „dass du gar nicht über die Sechs spielen kannst. Das haben sie uns komplett weggenommen“, so der Schweizer. Er kritisierte nur wenige Tage nach dem glanzvollen 7:1-Sieg gegen Celtic Glasgow in der Champions League: „Wir haben es einfach nicht geschafft, genügend zweite Bälle zu halten. Da waren die Berliner präsenter.“
Unions Yorbe Vertessen, der von der Strafraumgrenze das wichtige 2:0 (45.) erzielt hatte, bekräftigte: „Bei Dortmund war es vielleicht die Müdigkeit nach dem großen Sieg gegen Celtic. Aber ich glaube, wir haben mit unserem hohen Pressing auch einen großartigen Job gemacht.“
Zweitbester Saisonstart für Union in der Bundesliga
Union Berlin hat nun nach sechs Spielen elf Punkte – das ist der zweitbeste Saisonstart der Eisernen in der Fußball-Bundesliga. Besser waren sie nur in der phänomenalen Saison 2022/23 (14 Punkte) in der sie letztlich sogar in der Champions League landeten. Ein erneuter Königsklassen-Kandidat sind sie die Köpenicker sicher noch nicht. Aber nicht nur Bo Svensson, sondern auch allen anderen Verantwortlichen bei Union ist die Erleichterung anzumerken, dass die Mannschaft nach der verkorksten Vorsaison so schnell Punkte sammelt.
Angreifer Hollerbach erklärte, was in seinen Augen den Unterschied darstellt: „Wir verteidigen nicht mehr so wahnsinnig passiv wie in der vergangenen Saison, sondern finden auch die Momente, um rauszugehen und den Gegner wieder unter Druck zu setzen.“ Er gibt im Rückblick zu: „Das war letztes Jahr viel schlechter. Da wurden wir wie beim Handball hinten reingedrückt.“ Gegen Dortmund konnten die Berliner das trotz der Dominanz der Gäste in der zweiten Halbzeit verhindern – und damit eindrucksvoll klassischen „Svensson-Fußball“ präsentieren.

Trainer Bo Svensson vom 1. FC Union Berlin jubelt mit Torschütze Yorbe Vertessen nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund.
Matthias Koch1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25
- 1. Spieltag, Sa., 24. August, 15.30 Uhr: Mainz 05 – Union Berlin 1:1 (0:0)
- 2. Spieltag, Fr., 30. August, 20.30 Uhr: Union Berlin – FC St. Pauli 1:0 (1:0)
- 3. Spieltag, Sa., 14. September, 15.30 Uhr: RB Leipzig – Union Berlin 0:0
- 4. Spieltag, Sa., 21. September, 15.30 Uhr: Union Berlin – TSG Hoffenheim 2:1 (2:0)
- 5. Spieltag, Sa., 28. September, 15.30 Uhr: Mönchengladbach – Union Berlin 0:1 (0:0)
- 6. Spieltag, Sa., 5. Oktober, 15.30 Uhr: Union Berlin – Borussia Dortmund 2:1 (2:0)
- 7. Spieltag, Sa., 19. Oktober, 15.30 Uhr: Holstein Kiel – Union Berlin 0:2 (0:1)
- 8. Spieltag, So., 27. Oktober, 17.30 Uhr: Union Berlin – Eintracht Frankfurt 1:1 (0:1)
- 9. Spieltag, Sa., 2. November, 15.30 Uhr: Bayern München – Union Berlin 3:0 (2:0)
- 10. Spieltag, Fr., 8. November, 20.30 Uhr: Union Berlin – SC Freiburg 0:0
- 11. Spieltag, Sa., 23. November, 15.30 Uhr: VfL Wolfsburg – Union Berlin 1:0 (0:0)
- 12. Spieltag, Sa., 30. November, 15.30 Uhr: Union Berlin – Bayer Leverkusen 1:2 (1:1)
- 13. Spieltag, Fr., 6. Dezember, 20.30 Uhr: VfB Stuttgart – Union Berlin 3:2 (0:1)
- 14. Spieltag, Sa., 14. Dezember, 15.30 Uhr: Union Berlin – VfL Bochum 1848 1:1 (1:1)
- 15. Spieltag, Sa., 21. Dezember, 15.30 Uhr: SV Werder Bremen – Union Berlin 4:1 (3:1)
- 16. Spieltag, Sa., 11. Januar, 15.30 Uhr: 1. FC Heidenheim – Union Berlin 2:0 (1:0)
- 17. Spieltag, Mi., 15. Januar, 20.30 Uhr: Union Berlin – FC Augsburg 0:2 (0:2)
- 18. Spieltag, So., 19. Januar, 15.30 Uhr: Union Berlin – 1. FSV Mainz 05 2:1 (2:1)
- 19. Spieltag, So., 26. Januar, 17.30 Uhr: FC St. Pauli – Union Berlin 3:0 (1:0)
- 20. Spieltag, Sa., 1. Februar, 18 Uhr: Union Berlin – RB Leipzig 0:0
- 21. Spieltag, Sa., 8. Februar, 15.30 Uhr: TSG Hoffenheim – Union Berlin 4:0 (1:0)
- 22. Spieltag, Sa., 15. Februar, 15.30 Uhr: Union Berlin – Mönchengladbach 1:2 (0:2)
- 23. Spieltag, Sa., 22. Februar, 18.30 Uhr: Borussia Dortmund – Union Berlin 6:0 (2:0)
- 24. Spieltag, So., 2. März, 15.30 Uhr: Union Berlin – Holstein Kiel 0:1 (0:1)
- 25. Spieltag, So., 9. März, 15.30 Uhr: Eintracht Frankfurt – Union Berlin 1:2 (0:1)
- 26. Spieltag, Sa., 15. März, 15.30 Uhr: Union Berlin – FC Bayern München 1:1 (0:0)
- 27. Spieltag, So., 30. März, 15.30 Uhr: SC Freiburg – Union Berlin 1:2 (1:1)
- 28. Spieltag, So., 6. April, 17.30 Uhr: Union Berlin – VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)
- 29. Spieltag, Sa., 12. April, 15.30 Uhr: Bayer Leverkusen – Union Berlin 0:0
- 30. Spieltag, Sa., 19. April, 18.30 Uhr: Union Berlin – VfB Stuttgart 4:4 (4:4)
- 31. Spieltag, So., 27. April, 15.30 Uhr: VfL Bochum – Union Berlin 1:1 (0:1)
- 32. Spieltag, Sa., 3. Mai, 15.30 Uhr: Union Berlin – Werder Bremen 2:2 (1:2)
- 33. Spieltag, Sa., 10. Mai, 15.30 Uhr: Union Berlin – 1. FC Heidenheim
- 34. Spieltag, Sa., 17. Mai, 15.30 Uhr: FC Augsburg – Union Berlin


