Jahresrückblick
: Der August 2020 zwischen Lieberose, Friedland, Beeskow und Storkow

Traditionell blicken wir zwischen den Jahren zurück auf die Ereignisse der vergangenen zwölf Monate. Nun geht es um den Juli August 2020.
Von
Peggy Lohse
Beeskow
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  • Ein Mitarbeiter der Firma Natur und Text aus Rangsdorf sucht bei Groß Rietz nach Reptilien auf der zukünftigen Baustelle. Mit einem Schwamm werden die Tiere fixiert und dann aufgehoben. Nach maximal 2 Stunden werden die Tiere in einem Ersatzbiotop in der Nähe ausgesetzt. Der Reptilienjäger hat schon 200 Zauneidechsen und eine Blindschleiche gefangen.

    Ein Mitarbeiter der Firma Natur und Text aus Rangsdorf sucht bei Groß Rietz nach Reptilien auf der zukünftigen Baustelle. Mit einem Schwamm werden die Tiere fixiert und dann aufgehoben. Nach maximal 2 Stunden werden die Tiere in einem Ersatzbiotop in der Nähe ausgesetzt. Der Reptilienjäger hat schon 200 Zauneidechsen und eine Blindschleiche gefangen.

    Jörn Tornow
  • Auf dem Marktplatz Beeskow wurde eine Mahnwache zum 75. Jahrestag des Atomwaffenabwurfs in Hiroshima abgehalten. Mehrere Redner erinnerten an das Ereignis in Japan.

    Auf dem Marktplatz Beeskow wurde eine Mahnwache zum 75. Jahrestag des Atomwaffenabwurfs in Hiroshima abgehalten. Mehrere Redner erinnerten an das Ereignis in Japan.

    Jörn Tornow
  • Mit dem Mähdrescher der Agrargenossenschaft Pfaffendorf waren Alexander Wulff und MOZ-Redakteurin Monika Rassek unterwegs.

    Mit dem Mähdrescher der Agrargenossenschaft Pfaffendorf waren Alexander Wulff und MOZ-Redakteurin Monika Rassek unterwegs.

    Jörn Tornow
  • Das DRK-Familienzentrum in Beeskow hatte Tüten mit Bastelmaterial in die Kiste vor der Tür stehen. Mit dem Material kann man Tiere wie Maus, Elefant, Hummel, Schmetterling, Raupe und Ente aus Pfeifenreiniger und Pompom herstellen. Anja Keß vom Familienzentrum zeigt die Zutaten für einen Elefant.

    Das DRK-Familienzentrum in Beeskow hatte Tüten mit Bastelmaterial in die Kiste vor der Tür stehen. Mit dem Material kann man Tiere wie Maus, Elefant, Hummel, Schmetterling, Raupe und Ente aus Pfeifenreiniger und Pompom herstellen. Anja Keß vom Familienzentrum zeigt die Zutaten für einen Elefant.

    Jörn Tornow
  • Bei den Schwarzpulvertagen in Lieberose lebt die vergangene Zeit des wilden Westens wieder auf. Horst Schwede (Indianer) und Daniel Barteska lieben es, wenn die Gewehre abgeschossen werden.

    Bei den Schwarzpulvertagen in Lieberose lebt die vergangene Zeit des wilden Westens wieder auf. Horst Schwede (Indianer) und Daniel Barteska lieben es, wenn die Gewehre abgeschossen werden.

    Jörn Tornow
  • Peter Gutsche hat in seinem Vorgarten in Möllen mehrere Bananenpflanzen. Da er die Pflanzen im Winter in eine frostfreie Scheune stellt, können diese bei ihm gut überwintern. Gutsche packt die Bananen mit Hilfe seines Schwiegersohns in drei Maurerkübel. Ab und zu blüht eine Pflanze und es bilden sich kleine Früchte, aber richtig reif werden sie nicht.

    Peter Gutsche hat in seinem Vorgarten in Möllen mehrere Bananenpflanzen. Da er die Pflanzen im Winter in eine frostfreie Scheune stellt, können diese bei ihm gut überwintern. Gutsche packt die Bananen mit Hilfe seines Schwiegersohns in drei Maurerkübel. Ab und zu blüht eine Pflanze und es bilden sich kleine Früchte, aber richtig reif werden sie nicht.

    Jörn Tornow
  • Eine Fahne mit der Aufschrift „Unesco-Projekt-Schulen“ weht vor dem Rouanet-Gymnasium Beeskow. Franz Wolff, Georg Mertzdorff und Fridolin Triller (v. l.) zeigen die Fahne, bevor sie hochgezogen wird.

    Eine Fahne mit der Aufschrift „Unesco-Projekt-Schulen“ weht vor dem Rouanet-Gymnasium Beeskow. Franz Wolff, Georg Mertzdorff und Fridolin Triller (v. l.) zeigen die Fahne, bevor sie hochgezogen wird.

    Jörn Tornow
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Der August brachte noch Veranstaltungen und die Menschen konnten zwischenzeitlich aufatmen.

Mitreißende Operngala in Oder–Spree

Drei warme Hochsommernächte in wunderbarem Ambiente mit der festlichen Gala von Oper–Oder–Spree — zweimal in Beeskow und einmal in Neuzelle am Wochenende: Edeltraud Schönfelder, Ramona Ludwig und Petra Kreis aus Beeskow waren zur Premiere am Sonnabend begeistert. Sie sind jedes Jahr dabei. Diesmal lobten sie die gute Organisation mit den Platzverteilungen auf Abstand, vor allem aber die tollen Stimmen.

„Die reißen uns mit, besonders bei Mozart, von dem fünf Arien vertreten sind“, erzählt Ramona Ludwig. Ein gutes Einschätzungsvermögen haben sie bei dem deutschen Tenor Noah Schaul bewiesen: „Er hat uns mit seiner Stimme überzeugt“, waren sie sich einig. Tatsächlich wurde er der Gewinner des Publikumspreises der Stadt Beeskow, der durch den Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Sven Wiebicke überreicht wurde.

Schäferhunde laufen auf zur Parade

Vor gut einer Woche war Mira Erdmann mit ihrem Natan bei der Begleithundprüfung. Die hat der knapp 22 Monate alte Rüde mit Bravour bestanden. Am Sonntag stellte Mira ihren Hund bei der Beeskower Ortsgruppenzuchtschau für Deutsche Schäferhunde vor. Endrefalva Natan, so der vollständige Name, ist ein Langstockhaar–Schäferhund mit Unterwolle.

Die Farbbezeichnung lautet schwarz mit braunen Abzeichen. Ein „Sehr Gut 1“ (SG1) bekommt der Hund von Zuchtrichterin Nancy Herms. Eine bessere Wertung gibt es für keinen der Rüden in der Jugendklasse. Die Zuchtrichterin lobt den „ausdrucksvollen, sehr flüssigen Gang“. Auch die Körpermaße stimmen „Ein toller Hund!“

Schützen feiern in Lieberose Schwarzpulvertage

Auf dem Gelände des Lieberoser Schützenvereins bilden eine Woche lang Weißzelte und ein Tipi mit Feuerstelle im Innern ein historisches Siedlerlager. Zum 20. Mal lebt die Epoche zwischen Unabhängigkeit und Bürgerkriegen in Amerika wieder auf. Bei den „Schwarzpulvertagen“ geht es dabei nicht nur ums Schießen.

Rund 60 Leute werden am Wochenende erwartet, aus Brandenburg und Berlin, Sachsen, Thüringen bis Hannover. Besucher sind willkommen. Corona–Abstandsregeln müssen eingehalten werden, Desinfektionsmittel steht bereit. Und aufgrund der bestehenden Waldbrandgefahr gibt es Feuerlöscher und stehen vor jedem Zelt gefüllte Wassereimer bereit.

Mit Abstand bester Reittag

Angenehm kühl ist der Vormittag auf dem Reiterhof Richter im Beeskower Ortsteil Schneeberg. Nur wegen des nächtlichen Regens muss die Dressurfläche beim diesjährigen Reitertag des örtlichen Kurmärkischen Reitvereins verlegt werden. An der ersten Stelle war das Gras zu rutschig für die eleganten Küren. Hunderte Pferdesportfans verteilen sich über den geräumigen Platz. Am grauen Himmel ziehen immer wieder Störche übers Gelände.

Mehr als 100 Teilnehmer zählt die Vereinsvorsitzende Diana Beyer bis zum Mittag. Sie sitzt an der Meldestelle in einem kleinen Ziegelhäuschen und nimmt Nachmeldungen, Absagen und Teilnahmebereitschaft entgegen.

Beeskows Stadtwald leidet unter Trockenheit

Waldbrandstufe 4 im Landkreis Oder–Spree und in Frankfurt (Oder). Die Vier steht dabei für hohe Gefahr. Täglich ermittelt der Deutsche Wetterdienst auf Grundlage von Wetter– und Vegetationsdaten die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe. Die Aktualisierung erfolgt jeweils um acht Uhr. Leicht kann aus Unachtsamkeit oder Leichtsinn ein Brand entstehen.

Auch Wolfgang Heise, Förster des Beeskower Stadtwaldes, sieht die derzeitige Lage kritisch. Hier im Wald stehen meist Kiefern. „Der Boden ist bis zu einer Tiefe von etwa 2,5 Meter ausgetrocknet. Ein Ergebnis der Trockenheit der letzten zwei, drei Jahre: Der wenige Regen, der gefallen ist, reicht bei weitem nicht aus. Verdunstet gleich wieder.“

Fährmann beendet Zwangspause

Der Schweiß läuft ihnen in Strömen über Gesicht, Oberkörper und Hände. Die Winde des Handseilzugs der Leißnitzer Fähre steht mitten in der Sonne und muss dringend repariert werden. Wieder mal.

Schon zum zweiten Mal in dieser Saison muss Fährmann Maik Slotta in Leißnitz den Betrieb einstellen, weil das Seil der einzigen Handseilzugfähre in ganz Brandenburg beschädigt ist. Immer wieder ignorieren Hobby–Kapitäne die Halteschilder, versuchen das Zugseil trotz Fährbetrieb zu passieren.

Oder–Spree setzt auf Hanf–Anbau

Zum Ende hin kam richtig Stimmung auf. „Lasst uns aus dem LOS ein Hanfland“ machen, forderte Dr. Felix Mühlberg (Die Linke.Piraten) auf der Vorbereitungssitzung für den Sonderkreistag Landwirtschaft der zum Jahresende hin stattfinden wird. Die Bauern sollten zunächst Nutzhanf anbauen, der beispielsweise für den Tesla–Karosseriebau interessant sein könnte. Dann Hanf als medizinisches Produkt und in ein paar Jahren, wenn sich die Gesetzeslage geändert habe, auch Hanf als Rauschmittel, warb er.

Unabhängig davon, wie ernst man Mühlbergs Aussagen nimmt, sie waren eine der wenigen neuen konkreten Alternativen für die Landwirte, die sich auf einen Wandel ihrer Branche einstellen müssen. Aus drei Gründen hätten deutsche Bauern mit Massengütern auf dem Weltmarkt keine Chance.

Mit der Lanze im Galopp zum Turnier

Steffen Kukral ist fast verzweifelt, „Weltmeisterschaften in Südafrika — ausgefallen. Die EM nächsten Monat in den Niederlanden — keine Chance. Stopp sämtlicher internationaler Turniere. Aber irgendwie muss es doch trotz Corana weitergehen“, meinte er am Wochenende. Fast.

Denn der studierte Kommunikationswissenschaftler, Psychologe und Soziologe organisierte Samstag ein nationales Tentpegging–Turnier mit einem Team aus Frankfurt/Main und drei aus Oder–Spree. Der jetzt 60–jährige Kukral gründete Anfang 2017 — auch mit Hilfe des Kreissportbundes Märkisch–Oderland — den Deutschen Tentpegging–Verband. Und wurde Präsident.

Beeskower Ruderclub wird 100

Beim Rudern gibt es keine Unterschiede.“ Heute jedenfalls, weiß Eberhard Keil. Er ist seit über 70 Jahren beim Beeskower Ruderclub dabei und mit ihm seine Familie. Tochter Dagmar Voigt ist Vorsitzende, auch seine Frau Astrid Keil ist seit Jahrzehnten aktiv.

Keil war als Jugendlicher zum Rudern gekommen: Väter von Freunden nahmen damals, in der Nachkriegszeit, die Jungen mit in den Beeskower Club. Der Sport gefiel ihm, er sollte ihm treu bleiben. Damals stand das Bootshaus, in Kriegszeiten als „Luftwaffen–Auffangstelle“ genutzt, zerstört an der Spree. Auch dort gelagerte Boote waren kaputt. Viele Ruderer waren nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt. Langsam, es dauerte bis 1950, wurden Gebäude und Boote repariert.

Aus für „Tiefer See“

Frank Kraus sucht Nachfolger für seine Gaststätte in Ranzig. Frank Kraus ist ausdauernd. Das brachte ihm der Sport bei. 1978 beendete er seine Boxkarriere nach einer Handverletzung und ging — „als erster von uns Boxern“, sagt er heute, da ihm mehrere Kollegen nachgefolgt sind — in die Gastronomie. 2007 suchten er und seine Lebensgefährtin Pia Paulicke nach einem ruhigeren Leben. Zufällig entdeckten sie beim Vorbeifahren das Schild „Zu verkaufen“ am Tiefen See.

Sie schauten es sich an, überlegten eine Woche und sagten zu. Kauften die Gaststätte und das Nachbarhaus und zogen aufs Land. Nach Vorarbeiten, Sanierung und neuer Gestaltung eröffnete das „Tiefer See“ zu Ostern 2008. Bis zu 150 Personen finden hier Platz — auf der Terrasse mit Seeblick, im Innenraum oder im schattigen Biergarten.