Insgeheim rechnete wohl niemand damit, dass sich die Gemeindevertreter von Rietz-Neuendorf für die Mitverwaltung durch die Kreisstadt Beeskow aussprechen würde – hatten sich doch bereits die Stadt Friedland und die Gemeinde Tauche dagegen entschieden. So kam es dann auch: Die Gemeindevertreter im Dorfgemeinschaftshaus Groß Rietz lehnten auf ihrer Sitzung die Mitverwaltung ab.
Hauptproblem war dabei die Gründung eines kommunalen Zweckverbandes, welchen es einzurichten galt, um das Personal aus den Bereichen Kindertagesstätten, Schulverwaltung und Bauhof aufzufangen.

Neuer Geschäftsführer für Wasser- und Bodenverband "Mittlere Spree“

Dunkle Wolken hängen über der Spree. Ob es wohl regnet? Ralf Reichert würde es freuen. Der Wasserstand könnte, wenn es nach ihm ginge, gern etwas höher sein. Reichert führt seit dem 1. April die Geschäfte des Wasser- und Bodenverbandes "Mittlere Spree" mit Sitz auf der Spreeinsel Beeskow.
Die ersten drei Monate sind nun um, eine Zeit mit reichlich Arbeit für den 41-Jährigen, dazu die Corona-Pandemie. Auf die Frage, wie er sich im neuem Job fühlt, antwortet er "gut" und lächelt. Der studierte Wasserwirtschaftler stammt aus Frankfurt (Oder) und wollte unbedingt in der Region bleiben, weil er sich ihr verbunden fühlt.

Verantwortung aus dem Zündel-Koffer

Wenn nach den Sommerferien für die Jugendfeuerwehr und die dazugehörigen kleineren Löschkids in Friedland und den Ortsteilen die Ausbildung wieder weitergehen kann, dann erwarten die Kinder und Jugendlichen einige Neuheiten. Nicht nur, dass die einzelnen Gruppenführenden bis dahin noch mit Jugendwartin Babett Schmidtchen ihre angedachten Hygiene-Konzepte durchsprechen und anpassen müssen, die die Nachwehen der Coronavirus-Eindämmungsverordnungen vorschreiben.
Es wird auch eine positive Überraschung geben: Denn die Friedländer Jugendwehr hat jüngst neues Equipment erhalten. 15 neue Überjacken mit eingepasster Weste, mehr Reflektoren und aus sehr festem Stoff sind für 1400 Euro angeschafft worden. Etwa 600 Euro hat der neue Experimentierkoffer gekostet, mit dem nun durch Ausprobieren das Entzünden unterschiedlicher Stoffe, das Brennverhalten und Löschen erforscht werden können. Zehn Prozent der Kosten übernahm die Stadt Friedland, den Großteil steuerte das Land Brandenburg per Lottomittel bei.

Anradeln auf dem Spree-Radweg

Sascha Gehm, Erster Beigeordneter und Dezernent für Straßenverkehr, Ordnung und Umwelt des Landkreises Oder-Spree, begrüßt am Wasserwanderrastplatz in Werder, einem kleinen Ort in der Gemeinde Tauche, Gäste zur Freigabe des ersten Bauabschnitts, mit einer Länger von 15 Kilometern, vom Spreeradweg nach beendeter Sanierung. In das Vorhaben investiert der Kreis insgesamt mehr als 13 Millionen Euro. 90 Prozent der förderfähigen Kosten werden durch Zuwendungen aus dem Landeshaushalt Brandenburg beglichen. Die nicht durch Fördermittel gedeckten Kosten, insbesondere die Eigenanteile der Kommunen, trägt der Landkreis Oder-Spree. Der Betrag beläuft sich auf etwa 1,7 Millionen Euro.
Knapp 50 Kilometer des 420 Kilometer langen Spreeradwegs von der Lausitz bis nach Berlin verlaufen durch den Landkreis Oder-Spree. In zwei folgenden Bauabschnitten werden weitere 20 Kilometer – einschließlich der Zufahrt zur Fähre in Leißnitz – saniert. Deren Fertigstellung ist ist für 2022 geplant.

100 neue alte Obstbäume für Pieskow

Pieskow will Obstbaumdorf werden. Der 171 Einwohner zählende Ortsteil von Friedland, gelegen kurz vor der Kreisgrenze zu Dahme-Spreewald, steckt gerade mitten in der Aktion "100 Bäume für Pieskow". Dafür hat der örtliche Heimatverein nun sogar eine Förderzusage vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz aus der Konzessionsabgabe Lotto erhalten: mehr als insgesamt 2300 Euro.
Das Obstbaum-Projekt ist nicht die erste Aktion der Pieskower, die über die Friedländer Stadtgrenzen hinaus auffällt. Auf einem ehemaligen maschinentechnischen Stützpunkt aus den 1950er Jahren wurde 2012 nicht nur eine Feuerwache eingeweiht, sondern 2017 auch ein neues Gemeindezentrum mitsamt Spielplatz eröffnet. In jenem Jahr bewarb sich Pieskow für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" und landete auf Platz zwei. Daran erinnert eine Bank vor dem Grundstück in der Dorfstraße 7.

Lieberoses Bürgermeisterin zieht erste Jahresbilanz

Es fühlt sich immer noch unwahr an, es kribbelt immer noch." Petra Dreißig ist seit einem guten Jahr ehrenamtliche Bürgermeisterin von Lieberose und spricht über ihre Aufgabe wie über frisches Verliebtsein. Dabei würde man ihr auch Erschöpfungserscheinungen locker nachsehen, angesichts der vielen Schwer- und Reibungspunkte und ersten überregionalen Debatten, die sie aus ihrer Niederlausitzer Kleinstadt heraus ausgelöst hat. Denn eigentlich will sie keine Presseinterviews mehr geben, nachdem eine ihrer Ideen zuletzt für viel Wirbel bis in internationalen Medien gesorgt hatte.
Aber: "Ich mag das Wort ‚schwierig‘ nicht", sagt sie. Und nun erzählt sie doch wach und immer bereit zum Lachen von ihrem ersten Jahr als Bürgermeisterin: "Es war ein hartes, intensives, anstrengendes Jahr. Aber ich habe den Ansporn, wirklich etwas zu bewegen, etwas zu tun." Sie denkt nach. Und lacht wieder: "Das ist wie bei einem Marathonlauf: Man muss eine Vision vor Augen haben!" Nur so könne man Training und Rückschläge und Gegenwind überwinden. Und: "Das macht mir wirklich Spaß!"

Beeskower Marktbrunnen erhitzt die Gemüter

Es ist mal wieder soweit: Nichts plätschert oder sprudelt, der Brunnen auf dem Marktplatz in Beeskow liegt trocken. Nur wenig Wasser zeichnet sich in einer Pfütze ab, die der Regen zurückließ.
Noch im April brachte Ralf Müller vom Verein Bumerang ihn mittels Hochdruckreiniger nach der Winterpause wieder auf Vordermann. Nun benutzen einige den Brunnen als Abfallbehälter. Doch das sind Äußerlichkeiten. Die eigentlichen Probleme schlummern im Untergrund. Zu Beginn des Frühjahrs wurde festgestellt, dass der Wasserablauf nicht mehr funktioniert. Im Jahr 2016 sei es schon einmal zu einem Wasserschaden gekommen, der Pumpe und Elektrik zerstörte.

Wie sich die Jugendlichen ihr Beeskow wünschen

Mehr Grün, ein Dach und höhere, nicht kaputte Sitzbänke am Sulęciner Platz wären schön, dazu ein Imbiss oder Automat mit Getränken und Snacks. Der Kreisel ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche nach der Schule. Sportgeräte und WLAN werden genutzt. Das haben Besucher hier per Online-Code und Umfrage-App angegeben.
An 21 Orten der Stadt wurden im Februar laminierte QR-Codes mit der Aufforderung "Sag uns Deine Meinung!" aufgehängt, über die Interessierte die App-Befragung starten konnten. Auch Schulen, der Jugendclub Pier 13, das Sport- und Freizeitzentrum bis hin zum Penny-Parkplatz konnten bewertet werden. Die Ergebnisse gingen direkt ans Jugend-Team. Insgesamt 50 bis 60 Rückmeldungen sammelte Sarah Ihlefeldt von der Stiftung SPI.

Das große Krabbeln aus dem Rapsfeld in Weichensdorf

Von der Dorfstraße aus sieht man sie schon an den Hausecken kleben. Massenweise krabbeln sie über die Terrasse, hängen in Mauerritzen, im Schuppen sind die weißen Fliesen komplett schwarz. Es wuselt und flitzt nur so. Von den Türklinken lassen sie sich ins Haus fallen. Wer nur kurz auf der Terrasse verweilt, hat die ersten Insekten auf dem Arm oder dem Rücken.
Die Kohlwanze ist ein Schädling für Nutzpflanzen wie Kohl, Rüben, Rhabarber und Radieschen. Und Raps. Und vom angrenzenden Rapsfeld der Agrargenossenschaft Günthersdorf haben die Tiere auch den Weg zu den Schukars sowie deren Nachbarn gefunden. Obwohl der Raps mittlerweile trocken steht, hängen auch dort dutzende Tiere an jeder Pflanze. Kohlwanzen sind für den Menschen nicht schädlich, sie sind sogenannte Lästlinge: eklig, unangenehm. Lästig eben. Bei den Betroffenen hinterlässt die neuartige Plage ebenso viel Ratlosigkeit wie bei Behörden.

Ansturm auf Beeskower Trödelmarkt

Der Journalist stand diesmal auf der anderen Seite – nicht als Reporter, der für die MOZ über den immer attraktiver werdenden Beeskower Trödelmarkt auf der Berliner Straße berichtet. Nein, als Hobbyhändler mit eigenem Stand. Vier Meter Verkaufsfläche – mit 12 Euro Standgebühren war er dabei. Im Angebot: Bodenfunde, alte Kerzenständer, Modeschmuck, Handtaschen, Bilder, Bücher...
"Eine tolle Resonanz", freute sich Sonnabendvormittag Landrat Rolf Lindemann mit Blick auf die mehr als 40 Händler. Er lief über die Berliner Straße, wollte zum Gemüse-Einkauf Richtung Marktplatz. "Der Trödelmarkt hat natürlich in diesen Corona-Zeiten eine besondere Bedeutung. Die Menschen freuen sich, endlich wieder Bekannte treffen zu dürfen – mit gebotenem Sicherheitsabstand, versteht sich."