Vor 37 Jahren: Es war der 1. September 1984, als Dr. Bettina Götze (Jahrgang 1957) die Leitung des Museums des damaligen Kreises Rathenow übernahm. Es befand sich zu der Zeit noch in der Schleusenstraße 3. Götze organisierte den Umzug in die Rinower Straße 19d, wo 1986 der Ausstellungsbetrieb begann. Im Jahr 2000 endete dieses museale Kapitel.
2004 eröffnete das Kreismuseum unter dem Namen Optik-Industrie-Museum unter dem Dach des sanierten Kulturzentrums am Märkischen Platz. Bettina Götze agierte fortan als Geschäftsführerin der Kulturzentrum Rathenow GmbH und blieb zudem die Museumsleiterin. Auf eigenen Wunsch hin, nimmt sie nun Abschied von ihrer Arbeit und geht in den Ruhestand.

Dieter Dombrowski kandidierte nicht erneut

Mit Dieter Dombrowski (Jahrgang 1951) nahm 2021 der „Mr. CDU“ der Region seinen Abschied vom havelländischen Parteivorsitz. Seine regional besten politischen Zeiten erlebte er als Widersacher der SPD, die vormals im Kreistag die Mehrheit hatte, und in Opposition zum sozialdemokratischen Landrat.
Seit 1990 war Dombrowski der Landrat des einstigen Kreises Rathenow gewesen. Im Zuge der Anfang 1994 erfolgten Fusion mit dem Kreis Nauen zum Landkreis Havelland hatte er das kommunale Spitzenamt eingebüßt. Der Christdemokrat aus Bahnitz wurde an die Spitze des CDU-Kreisverbands gewählt. Erst bei den Vorstandswahlen im Oktober 2021 hatte Dombrowski nicht mehr kandidiert.
Schon seit 2016 bekleidet ein Parteifreund das havelländische Spitzenamt. Im Kreistag sind die Christdemokraten aktuell die stärkste Kraft.

Ronald Seeger vollendet 20. Amtsjahr als Bürgermeister

Überraschend, aber folgerichtig war die im Mai 2021 erfolgte Ankündigung des Rathenower Bürgermeisters, nach Vollendung seines 20. Amtsjahres Abschied vom Posten zu nehmen. CDU-Mitglied Ronald Seeger (Jahrgang 1956) wurde 2002 ins Amt gewählt. Zuvor, seit 1990, war er Erster Beigeordneter gewesen.
Ein großes Verdienst besteht darin, dass seine Stadt nicht mehr als Neonazi-Hochburg wahrgenommen wird. Rathenow hatte noch zu Zeiten der Landesgartenschau (2006) erhebliche Imageprobleme. Etwa am Tag nach Laga-Eröffnung hatte die Süddeutsche Zeitung dem Rechtsextremismus in der Stadt einen ausführlichen Beitrag auf Seite 3 gewidmet. Im selben Jahr wurde das Aktionsbündnis „Rathenow schaut nicht weg - Rathenow zeigt Flagge“ mit dem Bürgermeister an der Spitze gegründet.
2010 und 2018 wurde Seeger durch die Wähler im Amt bestätigt. Seine dritte Amtszeit würde regulär bis 2026 dauern. Seine Rücktrittsankündigung begründete Seeger mit anhaltend schlechtem Gesundheitszustand nach Stürzen im Jahr 2020. Am 6. März 2022 wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Seegers letzter Arbeitstag ist der 31. Mai.

Heinz-Walter Knackmuß: Seit 25 Jahren im Einsatz für Wiederaufbau

Ein anderer Rathenower befindet sich sozusagen auf der Zielgeraden seines Engagements. Ist der Wiederaufbau der 1945 zerstörten Sankt-Marien-Andreas-Kirche abgeschlossen, endet die ehrenamtliche Mission von Dr. Heinz-Walter Knackmuß (Jahrgang 1944). Er ist Gründungsvorsitzender des Förderkreises, der sich 1996 dem Wiederaufbau verschrieben hat. Der Verein beging 2021 sein 25-jähriges Bestehen. Ihm gehören sogar der Bundespräsident und Brandenburgs Ministerpräsident an.
Durch 7,5 Millionen Euro, die je zur Hälfte von Bund und Land Brandenburg fließen werden, sind die finalen Arbeiten durchfinanziert, konnten aber 2021 noch nicht starten. Da die Anschaffung einer großen Orgel, wie sie bis zur Zerstörung 1945 ihren Dienst in der Kirche versah, und die Nachschnitzung einer barocken Kanzel nicht förderfähig sind, hat der Förderkreis eigene Spendenaktionen für beide Objekte gestartet.
Nach Kanzel und Orgel wäre der Vereinszweck erfüllt. Allerdings macht sich der Förderkreis aktuell auch darum verdient, die Sankt-Marien-Andreas-Kirche für Touristen und alle anderen Interessierten zu öffnen und als eine Kulturstätte weiter zu etablieren.

Jutta Schütze erhielt 2021 den Bürgerpreis der Stadt Rathenow

In ihrem Ehrenamt hat Jutta Schütze (Jahrgang 1932) keine Ziellinie. Als Vorsitzende des Tierschutzvereins Rathenow wird die Arbeit im Grunde nie weniger. Seit Gründung im August 1990 steht die Frau dem Verein vor, der seit 1993 in der Bammer Landstraße 33c ein Tierheim betreibt. Eine wesentliche Stütze ist ihr Ehemann. Beide haben Mitte Dezember 2021 den mit 1.000 Euro dotierten Bürgerpreis der Stadt Rathenow empfangen.
Die Tierweihnacht war vor Corona ein jährlich wichtiges Ereignis. Zum zweiten Mal gab es zuletzt eine abgespeckte Variante, bei der lediglich ein Gabentisch vor das Tor des Tierheims gestellt wurde. Manche Gaben (Tierfutter) waren so groß und schwer, dass sie nicht auf den Tisch passten. Der Tierschutzverein kann sich der Unterstützung aus der Bevölkerung weiter sicher sein.

Catrin Seeger leitet das 1993 eröffnete Frauenhaus

1993 war auch ein wichtiges Jahr für den Unabhängigen Frauenverein in Rathenow. Unter Leitung von Catrin Seeger (Jahrgang 1959) - sie ist gleichsam Angestellte des Vereins und Leiterin der Einrichtung - hatte der Frauenverein eine von der Kommune zur Verfügung gestellte Immobilie nun nutzen können. Der entsprechende Stadtverordnetenbeschluss datiert vom Jahr 1991. Dieses Frauenhaus ist das einzige im Landkreis Havelland.
Die Zufluchtsstätte verfügt über fünf Wohneinheiten und insgesamt 15 Betten. Seit 1993 haben rund 975 Frauen mit etwa 1.130 Kindern dort Zuflucht gefunden.
Inzwischen ist das Objekt schon etwa 100 Jahre alt. Der Zahn der Zeit nagt kontinuierlich. Im Februar 2021 hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, Planungsleistungen im Wert von 125.000 Euro in  ein neues Frauenhaus zu investieren. Unter Verwendung von Bundesfördermitteln soll der Umbau eines bestehenden Hauses voraussichtlich im Frühjahr 2022 beginnen.

Die Havel und die grüne Seele des Rocco Buchta

Mitten drin in einer millionenschweren Bundesinvestition befindet sich der Naturschutzbund (NABU) Deutschland, der in Rathenow sein Institut für Fluss- und Auenökologie betreibt. Hier führt Rocco Buchta (Jahrgang 1965) die Regie. Gleichsam leitet er die Havelrenaturierung. Dieses Gewässerrandstreifenprojekt hatte einen langen Vorlauf und befindet seit 2009 in der Umsetzung.
Der aus Strodehne stammende Naturschützer hatte seine grüne Seele bereits als Kind erkannt. Seinen ersten Erfolg hatte er schon vor dem 3. Oktober 1990 verbuchen können, als die Untere Havel als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Nächstes Ziel war die Gründung des Naturparks Westhavelland, was 1998 gelang. In der Folge war Buchta zehn Jahre lang dessen Leiter. Das Renaturierungsprojekt zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf soll 2025 beendet sein, doch hat der NABU eine Verlängerung bis 2033 beantragt.

Ingo Kahlisch befindet sich in 33. Saison

Wie Buchta in Sachen Natur- und Umweltschutz gibt es in Rathenow auch einen Mann des Fußballs, dem anscheinend niemals langweilig wird. Ingo Kahlisch (Jahrgang 1956) erlebt hier aktuell seine 33. Saison. Er ist seit dem Vorwende-Sommer 1989 am Vogelgesang tätig. Der Fußballlehrer ist Zeitzeuge der Entwicklung von der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor zum Fußballsportverein (FSV) Optik Rathenow. Kein anderer Aktivposten in Stadt und Umland ist öfter im Fernsehen zu sehen als der FSV-Trainer.
Grund dafür ist, dass der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) regelmäßig auch über jene Vereine aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen berichtet, die der Regionalliga Nordost angehören. Wenn also der FSV Optik dort spielt - beispielsweise in Leipzig, Jena oder Chemnitz -, sind TV-Kameras mit großer Wahrscheinlichkeit dabei. Zudem gastiert der MDR regelmäßig am Vogelgesang. Für Kommentare zu Spielen oder anderen Anlässen steht Kahlisch immer wieder vor der Kamera.
Laut Staffelspielplan kommen die Optiker das nächste Mal am 29. Januar  2022 ins MDR-Sportfernsehen, wenn der Sender eine Zusammenfassung des Punktspiels beim FC Eilenburg zeigt. Am 4. Februar reisen MDR und Germania Halberstadt nach Rathenow. Am 13. Februar geht es zum ZFC Meuselwitz und am 16. Februar zum 1. FC Lokomotive Leipzig.