Union Berlin
: Zehnte Niederlage nach Eigentor und Rot – „muss sich Sorgen machen“

Union Berlin verliert nicht nur das Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen, sondern auch Rani Khedira durch eine Rote Karte. Die Lage in der Fußball-Bundesliga wird immer bedrohlicher.
Von
Frank Noack
Bremen
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  • Robin Knoche trifft – aber ins eigene Tor. Dem Abwehrchef von Union Berlin unterlief gegen Werder Bremen ein Eingentor.

    Robin Knoche trifft – aber ins eigene Tor. Dem Abwehrchef von Union Berlin unterlief gegen Werder Bremen ein Eingentor.

    Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn
  • Leonardo Bonucci (links, gegen Rafael Borre) rückte für den verletzten Danilho Doekhi in die Startelf von Union Berlin.

    Leonardo Bonucci (links, gegen Rafael Borre) rückte für den verletzten Danilho Doekhi in die Startelf von Union Berlin.

    dpa
  • Rani Khedira von Union Berlin sah nach einem Foul an Romano Schmid die Rote Karte.

    Rani Khedira von Union Berlin sah nach einem Foul an Romano Schmid die Rote Karte.

    Imago/nordphoto/Tauchnitz
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Der vorzeitige Abgang von Rani Khedira durch den Bremer Dauerregen in Richtung Kabine stand sinnbildlich für die triste Situation des 1. FC Union Berlin. Denn die Niederlagenserie geht weiter – und sie wird immer bitterer.

Mit dem 0:2 (0:0) bei Werder Bremen kassierten die Eisernen bereits die zehnte Niederlage in Folge und liegen als Tabelle-15. der Fußball-Bundesliga nur noch hauchdünn vor den Abstiegsrängen. Besonders bitter: Die Niederlage am Samstagnachmittag in Bremen wurde begünstigt durch ein Eigentor sowie die Rote Karte von Rani Khedira.

Das Urteil von Manager Oliver Ruhnert fiel schonungslos aus. „Das war keine gute Leistung. Wir reden immer wieder über dieselben Dinge. Wir erzielen keine Tore. Und es fehlt im Moment einfach auch die Idee, um ein Tor zu erzielen. Nach diesem Auftritt muss man sich Sorgen machen“, betonte er.

Unions Robin Knoche brachte Werder Bremen in der 38. Minute mit einem Eigentor in Führung. Vor 42 100 Zuschauern im Weserstadion sah Rani Khedira dann die Rote Karte wegen Foulspiels (60.). In der 75. Minute erhöhte Marvin Ducksch auf 2:0.

Trainer Urs Fischer bilanzierte: „Bis zum unglücklichen Eigentor habe ich ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Das war der Knackpunkt, es hat uns den Stecker gezogen. Danach wirkte die Mannschaft verunsichert und verkrampft. In der zweiten Halbzeit wollten wir es besser machen, aber nach der Roten Karte war es enorm schwierig.“

Beim 1. FC Union fehlte David Fofana wie angekündigt im Kader. Der Stürmer wurde nach dem verweigerten Handschlag im Anschluss an seine Auswechslung im Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel (0:1) durch den Verein für eine Woche suspendiert. Fofana muss damit auch am Dienstag im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart pausieren.

Danilho Doekhi konnte in Bremen aufgrund einer Verletzung nicht mitwirken. Seinen Platz in der Innenverteidigung nahm Leonardo Bonucci ein, um den es wegen der Medienberichte aus Italien über eine angebliche Unzufriedenheit des Europameisters von 2021 zuletzt ebenfalls Unruhe gegeben hatte.

Robin Knoche trifft ins eigene Tor

Der 1. FC Union startete schwungvoll in dieses Auswärtsspiel. Die Eisernen kamen in der Anfangsphase immer wieder mit viel Geschwindigkeit über Sheraldo Becker auf der rechten Außenbahn. Bereits nach 47 Sekunden brachte Becker eine Flanke gefährlich vor das Bremer Tor auf Christopher Trimmel. Aber – diese gute Phase dauerte im Prinzip nur vier Minuten. Danach riss Werder Bremen das Spiel mehr und mehr an sich. Der Ex-Cottbuser Leonardo Bittencourt setzte mit seinem Distanzschuss in der 17. Minute ein erstes Achtungszeihen.

Die Werder-Führung war dann zwar verdient, aber höchst unglücklich aus Berliner Sicht. Denn Robin Knoche verlängerte einen Freistoß von Marvin Ducksch per Kopf ins eigene Tor – die Köpenicker kassierten also schon wieder einen vermeidbaren Gegentreffer. Nach der engagierten Anfangsphase gelangen ihnen in der ersten Halbzeit nach vorn kaum noch zwingende Aktionen. „Das war maximal unglücklich“, ärgerte sich Knoche über sein Eigentor: „Am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurden die Aktionen der Gäste dann wieder zwingender. Werder überließ Union jetzt die Initiative und lauerte auf Konter. Aber nach genau einer Stunde stoppte die Rote Karte für Rani Khedira abrupt die Offensivbemühungen der Köpenicker. Khedira ging im Mittelfeld mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Romano Schmid und traf den Bremer in Brusthöhe. Der gerade erst genesene Mittelfeld-Chef foulte sich also selbst schon wieder ins Abseits und wird in den nächsten Bundesliga-Spielen fehlen. „Er kommt zu spät in den Zweikampf und hat sich dann selbst erschrocken“, fasst Manager Oliver Ruhnert die Situation zusammen. Ruhnert rechnet mit zwei bis drei Spielen Sperre für Khedira.

Danach bäumten sich die Gäste zwar noch einmal kurz auf. Das zweite Bremer Tor durch Marvin Ducksch beendete in der 75. Minute jedoch auch die letzten Berliner Hoffnungen auf den Ausgleich. Bei der langen Flanke auf Torschütze Ducksch sah Unions Innenverteidigung nicht gut aus.

Komplettiert wurde die Misere am Samstag in Bremen durch die Verletzung von Adrian Wittmann. Der Video-Analyst zog sich auf dem Weg in die Kabine einen Riss der Patellasehne zu.

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

Sven Michel (32, FC Augsburg)

Paul Seguin (28, FC Schalke 04)

Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)

Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)

Levin Öztunali (27, Hamburger SV)

Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)

Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)

Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)

Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)

Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)

Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)

Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)

Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)

Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)

Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)

Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)

Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)